Neues Fitnessstudio in Bebra

Vater von Fußball-Weltmeister Mustafi investiert in ehemaliges Krapf-Gelände

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So könnte der ehemalige Krapf-Komplex nach dem Um- und Neubau aussehen.

So richtig ließ sich Investor Kujtim Mustafi nicht in die Karten gucken. Aber zumindest einen Einblick in die Pläne für das ehemalige Krapf-Gelände bekamen Bebras Politiker.

Der Vater des Fußball-Weltmeisters Shkodran Mustafi stellte sie am Dienstag bei einer gemeinsamen Sitzung der Parlamentsausschüsse vor. Gesetzt scheint ein modernes Fitnessstudio mit 1200 Quadratmetern Nutzfläche, das in die ehemalige Verkaufshalle ziehen soll.

Zur Höhe der geplanten Investitionen wollte sich Mustafi auf Anfrage unserer Zeitung nicht äußern. Der Bauantrag für das „clever fit Bebra“, zu dem auch Parkplätze auf dem Gelände und ein Anbau für Kurse gehören sollen, sei aber gestellt, sagte Architekt Volker Dietz aus Bad Hersfeld. Eröffnet werden soll das Studio bereits Mitte des Jahres.

Kujtim Mustafi

Was ebenfalls klar ist: Der hässliche „Klumpen“, so Dietz, zwischen dem geplanten Fitnessstudio und der neuen Lidl-Filiale wird abgerissen. Wer in einen möglicherweise auch zweigeschossigen Neubau einziehen könnte, der dort entstehen soll, ist allerdings offen. Vorstellbar für den Investor sind etwa ein Fastfood-Restaurant – auch mit Drive-In – eine Handelskette wie Müller und ein Fachgeschäft für Baby-Bekleidung. 580 Quadratmeter sollen pro Stockwerk zur Verfügung stehen. Im Obergeschoss sei bei Bedarf auch Platz für Büro- und Praxisräume. Was sonst möglich ist, wollten Mustafi und Dietz im Gespräch mit den Ausschüssen ausloten.

Der Hintergrund: Kujtim Mustafi hat das Gelände an der Ortseinfallstraße der Abfahrt Süd nach der Schließung des Bebraer Traditionsautohauses Krapf im Dezember 2016 gekauft. Im Zuge der Stadtsanierung hatte ein Gutachten bereits 2011 für den Handel den Bereich des Innenstadtring festgelegt. Der endet aber an der Hersfelder Straße. Für den Handel außerhalb dieses Bereichs gelten Sonderauflagen, die das Sortiment begrenzen. Für die Innenstadt relevante Angebote – etwa Drogerieartikel, Bekleidung und Spielsachen – sind dort nicht vorgesehen. Um dieses selbstauferlegte Korsett zu lockern, müssten die politischen Gremien den Bebauungsplan anpassen – mit Offenlegung und allem, was dazugehört.

Die alte Autoverkaufshalle an der Hersfelder Straße wird modernisiert, dann zieht ein Fitnessstudio ein. Der hintere Gebäudeteil (im Foto links) soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Die Rückmeldung der Politik fiel einhellig aus: „Wenn wir für Sie eine Ausnahme machen, öffnen wir damit Tür und Tor“, so Karl-Heinz Lückert (CDU). Auch die SPD und Gemeinsam äußerten sich ähnlich. Die Entscheidung, die Einkaufsmöglichkeiten ins Zentrum der Stadt zu verlegen, sehen die Parlamentarier als Erfolg. Es ist eine Entscheidung, von der sie nicht abrücken werden. Bürgermeister Uwe Hassl machte deutlich, dass die Pläne für das Krapf-Gelände greifbar seien müssen, damit die Stadtpolitiker zu einer Entscheidung kommen können. „In welche Richtung ist die Ausweitung der Innenstadt geplant?“, fragte er.

„Wir wollen nicht die Innenstadt bekämpfen“, sagte Volker Dietz. Vielmehr wolle man vermeiden, dass Interessenten umworben werden, die dann doch eine Absage bekommen. Für ein weiteres Gebäude auf dem Gelände, die ehemalige Werkstatt an der Ecke Auestraße, seien bisher nur Gespräche geführt worden.

Zum Vorschlag, im Obergeschoss des geplanten Neubaus Platz für junge Ärzte zu schaffen, äußerte sich Investor Kujtim Mustafi selbst: „Klar bin ich auch für so was offen.“ Er lebe seit 40 Jahren in Bebra, „wir fühlen uns als Familie wohl hier“, sagte Mustafi. Jetzt wolle er etwas zurückgeben und dafür Anregungen und Ideen mitnehmen. Einen Denkanstoß gab er selbst: Es gebe derzeit noch kein Spielwarenangebot für Kinder in der Biberstadt.

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