Um 900 Euro betrogen

Rentnerin aus Bebra wird Opfer von Trick-Anrufer

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Beliebte Masche der Betrüger: Trick-Anrufe bei Senioren.

Bebra – Mit Trick-Anrufen wurde eine 82-Jährige aus Bebra um insgesamt 900 Euro betrogen. Beinahe hätte sie sogar noch mehr Geld an dreiste Betrüger vorloren.

Laut der Polizei hatte die Rentnerin am Montag, 21. Januar, einen Anruf erhalten, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass sie 28 300 Euro gewonnen habe. Das Geld würde ihr bald im Beisein eines Rechtsanwalts zu Hause vorbeigebracht werden. Damit der Gewinn ausgezahlt werden könne, müsse sie aber zunächst sogenannte „Steam-Karten“ im Wert von 900 Euro kaufen. Nachdem die 82-Jährige das getan hatte, gab sie die PIN-Codes der Karten telefonisch weiter.

Im Anschluss erhielt die Rentnerin bis Mittwoch, 23. Januar, weitere Anrufe. Dabei wurde ihr mitgeteilt, dass die Gewinnsumme noch höher ausfalle und sie deswegen eine Versicherung abschließen müsse.

Die Versicherungsprämie von 4500 Euro sollte sie bei einem amerikanischen Geldtransferleister einzahlen. Als die 82-Jährige ihrem Bruder in einem Telefonat davon erzählte, empfahl der ihr, die Polizei zu kontaktieren.

Das sind STEAM-Karten

Steam ist eine Vertriebsplattform für Spiele, Filme und Serien im Internet. Mit den Steam-Karten können Spiele erworben oder in Spielen eingekauft werden.

Auf den Karten befindet sich ein Code zum Freischalten des Geldes. Das System ähnelt dem Aufladen eines Prepaid-Telefons.

Wurde der Code verwendet, ist das Geld gebucht und kann nicht wiedererlangt werden. Die Karten sind in vielen Geschäften oder Postfilialen zu erwerben.

Viele Betrugsmaschen

Abzocke mit falschen Gewinnversprechen ist laut der Polizei eine Masche, die Betrüger in unterschiedlichen Varianten immer wieder anwenden. Vor der Gewinn-Übergabe werden die Opfer aufgefordert, eine Gegenleistung zu bringen: Zum Beispiel Gebühren zu bezahlen, kostenpflichtige Telefonnummern anzurufen oder an Veranstaltungen teilzunehmen, auf denen minderwertige Ware zu überhöhten Preisen angeboten wird.

Dabei sind die Szenarien der Betrüger vielfältig und werden laufend verändert: Sie geben sich unter anderem als Polizeibeamte, Staatsanwälte oder Richter aus und sind in Gesprächsführung geschult, was sie überzeugend wirken lässt. Aber auch per Post melden sich die Abzocker: Sie versprechen per Brief hohe Gewinnsummen. Um das Geld zu erhalten, müssten sich die Gewinner lediglich zu einer Veranstaltung anmelden, auf der das Geld ausgezahlt werden.  red/mmo

Service

Tipps gegen die Betrugsmaschen liefert die Polizei im Internet unter den Adressen www.senioren-sind-auf-zack.de oder www.polizei.betrug.de.

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