Durch "Friederike" zerstört

Trümmer des Trottenkreuzes sollen Spenden bringen

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Zertrümmert: Sturm „Friederike“ hatte das Holzkreuz, das zum Gedenken an den Widerstandskämpfer Adam von Trott zu Solz bei Imshausen stand, im Januar umgeworfen und zerstört.

Imshausen / Sontra /Ronshausen. Das Kreuz zum Gedenken an Adam von Trott zu Solz hat Sturm Friederike nicht überstanden. Jetzt sollen die Trümmer beim Sammeln von Spenden helfen.

Vor wenigen Wochen noch ragte das hölzerne Kreuz bei Imshausen in den Himmel. Jetzt liegt es, in längliche Balken und handliche Klötze zersägt, in der Sontraer Schule, die den Namen des aus Imshausen stammenden Widerstandskämpfers trägt, der Adam-von-Trott-Schule. 

Hier wird es zum Anschauungsmaterial für einen lebendigen Unterricht – und soll beim Spendensammeln helfen.

Mit Orkanböen fegte das Sturmtief Friederike am 18. Januar über Hessen hinweg, entwurzelte dabei nicht nur Tausende von Bäumen, sondern zerrte auch am Eichenkreuz für Adam von Trott und warf es schließlich um. 

Zerbrochen in vier Teile, lag es anschließend neben dem Gedenkstein, der an die Widerstandskämpfer erinnert, die am 20. Juli 1944 versuchten, Adolf Hitler mit einer Bombe zu töten.

Die Trümmer des Kreuzes werden Arbeitsmaterial für Schüler 

Ludger Arnold, Lehrer und pädagogischer Leiter an der Adam-von-Trott-Schule, hatte die Idee, an der Schule mit den Trümmern des Kreuzes zu arbeiten und sie zugleich zu verwenden, um Spenden für ein neues Kreuz zu sammeln. 

Arnold, zwei Schüler und Lukas Körtel, Student und Aushilfslehrer, fuhren nach Imshausen, brachten das Holz zur Vorverarbeitung in ein Sägewerk in Ronshausen und holten es schließlich in die Schule, wo es jetzt im Werkraum lagert.

Aus dem Holz soll unter anderem eine Sitzbank für das Gelände der Adam-von-Trott-Stiftung in Imshausen entstehen. Kleine Klötze, die als Kerzenständer dienen werden, sollen an Spender abgegeben werden, die Geld für ein neues Kreuz geben wollen. 

5000 Euro werden dafür benötigt, erklärt Ute Janßen, Bildungsreferentin der Stiftung.

Das Holz wird zersägt, geschmirgelt und lasiert

Unerwartet kam der Sturm Friederike, und so war keine Zeit, eine AG zu etablieren. Trotzdem binden Arnold, Körtel und ihr Lehrerkollege Christian Rothhardt die Schüler in die Verarbeitung des Holzes ein. 

In Freistunden helfen die Kinder dann dabei, das Holz zu zersägen, zu schmirgeln und zu lasieren.

Im Werkraum: Lehrer Christian Rothhardt (vorn) bearbeitet das Holz. Hinten von links: Lehrer Ludger Arnold und die Schüler Noah und Maximilian.

Der Nationalsozialismus und der Widerstand dagegen begegnet Schülern an der Adam-von-Trott-Schule sehr viel häufiger als an anderen Schulen: Im Eingangsbereich erinnern Fotos und Texte an Adam von Trott. 

Eine Ausstellung zu Adams Frau Clarita fand in der Schule statt sowie eine Feier anlässlich ihres 100. Geburtstags.

Daher kennen schon die jüngeren Schüler den Namensgeber ihrer Schule, so wie Neuntklässler Adrian. „Er war ein Freiheitskämpfer und hat dafür sein Leben gelassen“, sagt er, und: „Man braucht viel Mut dazu.“ 

In der kommenden Projektwoche soll sich eine Gruppe mit dem Holz des Kreuzes und dessen Geschichte befassen.

Mehr Informationen gibt es auf der Internetseite der Stiftung.

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