Stiftung plant Mehrgenerationenhäuser für 4,5 Millionen Euro in Imshausen

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Georg Dechentreiter erklärt Bebras Erster Stadträtin Ilse Koch die Pläne.

Imshausen – Die gemeinnützige Georg-Dechentreiter- Wohlfahrts-Stiftung (GDWS) plant Generationen-Wohnhäuser  im ehemaligen Gemüsegarten des Trottschen Ritterguts.

Die Kosten für das im Landkreis bisher einzigartige Projekt: rund 4,5 Millionen Euro.

Auf 2900 Quadratmetern sollen zunächst drei zweigeschossige Mehrgenerationenwohnhäuser mit Keller entstehen. Geplant sind jeweils zwei Wohnungen pro Gebäude mit einer Größe von 70 bis 105 Quadratmetern: Im barrierefreien Erdgeschoss sollen ältere, im ersten Stock jüngere Menschen einziehen.

„Wir wollen keine normalen Mietwohnungen“, sagen Helma von Trott zu Solz-Dechentreiter und Georg Dechentreiter vom Stiftungsvorstand. Stattdessen stehe die Gemeinschaft, etwa bei einem gemeinsamen Abendessen der Nachbarn, im Vordergrund. Alt und jung werden bewusst gemischt und sollen voneinander profitieren. „Man muss sich das Zusammenleben aber schon vorstellen können“, sagen die Stiftungsvorstände. Es handelt sich beim Mehrgenerationenwohnen in Imshausen weder um eine Pflegeeinrichtung noch um ein Altenheim, betonen sie. Es gehe aber darum, in Würde dort alt werden zu können, wo man alt werden will.

„Wir sehen das als Leuchtturmprojekt“, sagt Jens Meister vom Bebraer Bauamt. Imshausen sei bei der Dorfentwicklung – auch wegen zunehmend hohen Altersschnitts – ein Sorgenkind gewesen. Gut die Hälfte des Grundstücks hinter der Trottenkirche ist derzeit allerdings noch als landwirtschaftliche Fläche ausgewiesen. Weil der ehemalige Gemüsegarten auf drei Seiten von Wohnhäusern umgeben ist, sei ein städtebaulicher Lückenschluss möglich. Der Flächennutzungsplan müsste aber geändert und ein Bebauungsplan für das gesamte Grundstück aufgestellt werden. Damit haben das Regierungspräsidium in Kassel, die Naturschutzbehörden und das Bebraer Parlament ein Mitspracherecht.

Sollte das Okay erst einmal vorliegen, könnten die ersten drei Mehrgenerationen-Wohnungen innerhalb von zwei Jahren stehen, hofft die Stiftung. Eine Erweiterung um zwei Gebäude sei in Aussicht.

Die Imshäuser sind „ein bisschen gespalten“, sagt Ortsvorsteherin Gudrun Gundlach. „Es ist wichtig, dass das Projekt jetzt vorgestellt wird. Auch, damit die Gerüchteküche aufhört zu brodeln.“

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