Pläne mit Automobile Bebra

Sonderposten-Markt Philipps könnte in neues Gewerbegebiet in Bebra ziehen 

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Baumarkt, Notunterkunft und bald Gewerbepark? Das alte Toom-Gelände am Wiesenweg in Bebra soll wieder genutzt werden.

Die Sonderpostenmarkt-Kette Thomas Philipps will zurück nach Hersfeld-Rotenburg - und zwar in den nördlichen Teil des Landkreises.

Nach dem Aus für die Filialen in Heringen und Friedlos hat der Schnäppchenmarkt-Betreiber nun Pläne mit dem Familienunternehmen Automobile Bebra für den alten Toom-Markt am südlichen Stadteingang der Eisenbahnerstadt.

Bei der Vorstellung des Projekts im Ausschuss für Stadtentwicklung sprach Automobile-Geschäftsführer Engin Demir von einer Investition von mehr als zwei Millionen Euro. Er könne sich einen „kleinen Gewerbepark“ auf dem Gelände am Wiesenweg vorstellen. Thomas Philipps wäre also nicht der einzige Partner. Die Fläche gehört der Familie Demir, die auf dem Nachbargrundstück und in der Göttinger Straße einen Autohandel betreibt.

Zwölf bis sechzehn neue Arbeitsplätze könnten bei Thomas Philipps in Bebra entstehen, stellt Expansionsleiter Uwe Speckmann in Aussicht – vier bis sechs davon in Vollzeit. Derzeit werde mit etwa 1800 Quadratmetern Verkaufsfläche geplant, hinzu komme ein 300 Quadratmeter großer Außenbereich. Der Schnäppchenmarkt sei das „Alternativprojekt zu Friedlos“. Den Standort im Besengrundcenter hatte der Sonderposten-Händler nach 20 Jahren nicht freiwillig aufgeben: Der Immobilie eines türkischen Eigentümers droht die Zwangsversteigerung. 

Die mittlerweile geschlossene Thomas-Philipps-Filiale in Friedlos.

Thomas Philipps stelle keine Gefahr für den Einzelhandel in der Innenstadt dar, sagte Speckmann. Das habe auch ein unabhängiges Gutachten der BBE Handelsberatung ergeben. Der Sonderposten biete ein breites, ständig wechselndes Angebot ohne die Sortimentstiefe der Fachmärkte. „Und wir bieten keine Beratung an.“

Für Automobile Bebra hätte die Belebung des alten Toom-Marktes – der 2016 vorübergehend auch Notunterkunft für Flüchtlinge war – mehrere Vorteile. Das langfristige Ziel für Engin Demir: Weg aus der Göttinger Straße, um das Geschäft an einem Standort zu konzentrieren. Zudem sorgt vor allem die Anlieferung der Fahrzeuge regelmäßig für Engpässe im Göttinger Bogen, weil die Lkw an der Kreuzung zur Luisenschule halten. Das soll im Wiesenweg dadurch entschärft werden, dass zum Abladen auf das Gelände gefahren wird. Neben Thomas Philipps sollen das Kfz-Ersatzteilgeschäft B. Schmitt und das familieneigene Onlineunternehmen einziehen, das den Verkauf abwickelt.

Ein Umbau würde etwa drei Monate dauern, so Demir. Laufe alles optimal, könne es im Frühjahr 2020 losgehen. Weil das Konzept von der Flächennutzungsplanung abweicht, entscheidet das Regierungspräsidium in Kassel – das beim Bebraer Parlament nachfragt. Eine Entscheidung werde es nach der Sommerpause geben, sagte Bürgermeister Uwe Hassl.

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