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Schwimmbad in Asmushausen öffnet zu Pfingsten mit neuer Filteranlage

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Von: Clemens Herwig

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Haben noch viel zu tun: Die Mitglieder des Fördervereins, der das Freibad in Asmushausen betreibt – auf unserem Foto sitzend am Rand des leeren Schwimmbeckens mit Bebras Bürgermeister Stefan Knoche (hinten).
Haben noch viel zu tun: Die Mitglieder des Fördervereins, der das Freibad in Asmushausen betreibt – auf unserem Foto mit Bebras Bürgermeister Stefan Knoche (hinten). Die Stadt unterstützt den Verein finanziell. © Clemens Herwig

Das Schwimmbad in Asmushausen startet am 4. Juni in die Saison. Der Förderverein als Betreiber hat die Corona-Zwangspause genutzt, um die Technik zu erneuern.

Asmushausen - Es war vor zwei Wochen eigentlich schon vieles startklar für die Saison im Asmushäuser Freibads – bis die zwei Löcher in der Folie des Schwimmbeckens auffielen. Für die Betreiber vom Förderverein hieß das: Wasser wieder raus und ran ans Flicken. Denn zu Pfingsten soll das Gelände nach langer Corona-Zwangspause endlich wieder von etwa 50 Badegästen genutzt werden können.

Der Förderverein hat die unfreiwillige Auszeit nicht ungenutzt verstreichen lassen: Im sanierten Technik-raum, der völlig entkernt werden musste, hat eine neue Filteranlage die Vorgängerin abgelöst, die seit 1964 im Schwimmbad für sauberes Wasser gesorgt hat. Die Steuerung der Flüssigchlor-Anlage wird mit einem Laptop programmiert und soll dann vollautomatisch laufen, was den Betrieb weniger aufwendig und energieeffizienter macht, erklärt der studierte Elektrotechniker Max Neumann vom Verein. Die im Vergleich noch günstige Anschaffung für 35 000 Euro konnte nur mit einem Zuschuss der Stadt von 28 000 Euro gestemmt werden.

Neue Steine für den Beckenrand

Auch 2022 hilft die Stadt mit 25 000 Euro aus, die Steine am Beckenrand müssen teilweise ausgetauscht werden. Der Betrieb des Schwimmbads kostet den Verein jährlich rund 15 000 Euro. Geld vom Kreis und dem Land Hessen gibt es nicht, „weil wir keinen Schwimmunterricht anbieten“, sagt Vorsitzender Richard Berge.

Die Asmushäuser Situation dürfte im Landkreis einmalig sein: Das Freibad am Sportplatz gehört den Bebraer Stadtwerken, Pächter und verantwortlich für den Badebetrieb ist aber der Förderverein Schwimmbad Asmushausen. Die Ehrenamtler waren eingesprungen, als es im August 2002 mit Blick auf die Kosten geschlossen werden sollte. Die Zahl der Vereinsmitglieder ist seitdem von 65 auf mehr als 320 gestiegen. „Wir sind nicht nur Asmushäuser, sondern beispielsweise auch viele Cornberger“, sagt der Vorsitzende und Ortsvorsteher Richard Berge. In diesem Jahr gehe der Förderverein in seine 20. Badesaison.

Neue Technik: Die Filteranlage im Schwimmbad Asmushausen wird mit einem Laptop programmiert. Max Neumann (links) und Nils Herzberg haben in die Sanierung des Technikraums viel Freizeit investiert.
Neue Technik: Die Filteranlage im Schwimmbad Asmushausen wird mit einem Laptop programmiert. Max Neumann (links) und Nils Herzberg haben in die Sanierung des Technikraums viel Freizeit investiert. © Clemens Herwig

Das klappt nur mit viel Einsatz: So haben etwa Max Neumann und Nils Herzberg in den vergangenen drei Jahren mehr als 1000 Ehrenamtler-Stunden allein in den Technikraum und die Filteranlage investiert. Der normale Badebetrieb fordert etwa 3000 Stunden Einsatz, mit weiteren gut 3000 Arbeitsstunden hält der Verein das Gelände in Schuss. Derzeit werden die Außenanlagen auf Vordermann gebracht, an den Wochenenden rattert die Heckenschere in Asmushausen.

Saisonstart mit Eröffnungsfeier am 4. Juni

Das Einlassen des aus einer Quelle gespeisten Wassers ins Becken wird gut eine halbe Woche dauern – die Qualität wird wie im Bebraer Biberbad aufwendig von einem Institut aus Thüringen geprüft. Während das Freibad in der Kernstadt mit Bademeistermangel zu kämpfen hat – auch, weil das Personal Expertise für die dortige Chlorgasanlage mitbringen muss – gibt es das Problem im Ortsteil nicht. Die Badeaufsicht stemmt der Förderverein, alle Aufpasser haben das deutsche Rettungsschwimmabzeichen in Silber.

Saisonstart im Schwimmbad Asmushausen ist am Samstag, 4. Juni, mit einer Eröffnungsfeier. Ebenfalls für den Sommer geplant sind ein Schwimmbadgottesdienst sowie eine Beachparty und Weinwanderung. Der Eintritt für Badegäste ist kostenlos – der Verein finanziert sich über Beiträge, Spenden und einen Kiosk. Allerdings steht ein Teil des Angebots durch rasant steigende Lebensmittelpreise auf der Kippe – was auch für die Badegäste eine Hiobs-Botschaft sein dürfte: Der Verein befürchtet, dass sich der Pommes-Verkauf nur zu horrenden Preisen lohnt. (Clemens Herwig)

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