Großer Außen- und Eventbereich

Restaurant-Pläne für Bebra: Steht am Rande von Breitenbach bald ein Haus am See?

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Die mögliche Zukunft: So könnte der Neubau am Seeufer laut einer Konzeptanimation aussehen.

Ein Restaurant samt Eventlocation, mit Seeblick und Platz für 200 Gäste: So könnte die Zukunft an den Breitenbacher Seen in Bebra aussehen. Jetzt wurden erste Pläne vorgestellt.

Der VR-Bankverein hat am Dienstag in einer gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse des Bebraer Stadtparlaments seine vorsichtig als Projektstudie bezeichneten Pläne für den Neubau „Seehaus“ vorgestellt. Der soll dort entstehen, wo derzeit ein Wohmobilstellplatz ist. Zu den voraussichtlichen Kosten des Projektes, das eine Strahlkraft bis Bad Hersfeld entwickeln soll, äußerte sich die Genossenschaftsbank nicht. 

Für den Neubau mit einstöckigem Mittelteil und jeweils zweistöckigen Flügeln ist eine Gesamtnutzfläche von 1200 Quadratmetern vorgesehen. Die Front zum Wasser hin, so Architekt Thomas Rabe aus Rotenburg, werde verglast und biete einen freien Blick auf den See. Zudem ist ein 230 Quadratmeter großer Außenbereich geplant. Die Gastronomen-Familie Weghofer, die etwa ein Vier-Sterne-Hotel in Bad Kissingen (Bayern) betreibt, ist als Partner mit an Bord.

Animation der Architekten: So könnte der fertige Neubau aussehen 

Angestrebt werde eine „gut bürgerliche bis gehobene“ Küche, so Christian Weghofer bei der Vorstellung im Rathaus. Geplant sei ein ganzjähriger Betrieb, an sieben Tagen die Woche von mittags bis abends. Bis zu 20 Arbeitsplätze könnten laut Weghofer durch das Projekt entstehen.

VR-Bankverein: Ein Aushängeschild für Bebra

Der VR-Bankverein spricht von einem Aushängeschild für Bebra: „Das ist eines unserer herausfordernsten Projekte“, sagte Vorstand Hartmut Apel bei der Präsentation. So sieht es auch der Architekt, vor allem wegen des Anspruchs, „das Gebäude im Einklang mit der Natur in diese Umgebung zu integrieren“. Hinzu komme die öffentliche Aufmerksamkeit: „Einen Fehlschuss können wir uns nicht leisten.“ 

Frühestens im Spätsommer könnte ein Bauantrag für das Seehaus gestellt werden, Baubeginn wäre im besten Fall in 2020. Die Bauzeit schätzt Architekt Thomas Rabe auf ein Jahr.

„Wir haben euch jetzt ein bisschen schwanger gemacht“, sagte Bebras Bürgermeister Uwe Hassl, nachdem der VR-Bankverein am Dienstagabend seine Pläne für den See bei Breitenbach vorgestellt hatte. Besonders bei der CDU rannte die Bank mit der Idee, direkt am See ein Restaurant mit Eventbereich zu bauen, offene Türen ein.

Die Stadt will klären, wer demnächst wo am See unterkommt

Einziges Manko, so CDU-Chef Thorsten Strippel: der wohl deutschlandweit bekannte Wohnmobilstellplatz werde überbaut. Laut Hassl würden die Wohnmobilisten nicht verdrängt, sondern am Ufer entlang verschoben – möglicherweise auf die andere Seeseite, wo allerdings auch ein neuer Badestrand entstehen soll. Bei einer Lösung müsse die Stadt drei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn auch der Segelclub hat eine Anlage am See.

„Wir sind drauf und dran, ein Rück-Weiter-Konzept zu entwickeln“, sagte der Bürgermeister. Die Segler sollen dabei im Idealfall an Ort und Stelle bleiben, auch weil es bereits eine Baugenehmigung für ein neues Clubhaus auf dem derzeitigen Gelände gebe. Gespräche habe es bereits gegeben.

Die Gegenwart: Die Grünfläche am See bei Breitenbach ist derzeit noch Wohnmobilstellplatz.

Geht es nach Uwe Hassl, sollen die Stadtverordneten bereits im April darüber entscheiden, ob Bebra seine Grundstücke am See für das Projekt zur Verfügung stellt. Ebenfalls Aufgabe der Stadt: die nötige Infrastruktur bereitzustellen. Dafür müssten etwa die Frisch- und Abwasserleitungen für die Camper ausgebaut und Strom- und Gasleitungen verlegt werden.

Das Seehaus soll auch für Hochzeiten und Firmenveranstaltungen attraktiv sein  

In dem Ausflugsrestaurant könnten Radfahrer, Spaziergänger und Wanderer aufeinandertreffen, so Gastronom Christian Weghofer. Die sollen am Nachmittag mit Kuchen und Eis, abends auch mit einem Drei-Gänge-Menü abgeholt werden. „Vom Schnitzel bis gebratenem Rinderfilet ist alles dabei“, sagte Weghofer, der etwa als Geschäftsführer des Rotenburger „Hotel Rodenberg“ tätig war. 

Vor allem sollen aber so viele Firmenveranstaltungen und Hochzeiten wie möglich verbucht werden. Dafür sieht das Projekt einen 300 Quadratmeter großen Eventbereich für bis zu 120 Gäste vor, der neben dem Restaurantbetrieb bedient werden kann. In den beiden Gebäudeflügeln sind sechs Doppelzimmer geplant, die vor allem für die Gastgeber solcher Events und deren Familien gedacht sind.

80 Parkplätze soll es am Neubau geben. Ein besonderer Hingucker des Projekts bei Breitenbach könnte ein Steg werden, der vor der Terrasse über eine künstlich geschaffene Seeeinbuchtung führt.

Hintergrund: Die Grundstücke am See gehören der Stadt

Bereits seit der Jahrtausendwende gibt es Bestrebungen, das Gebiet um den Breitenbacher See attraktiver zu gestalten. Es ist baurechtlich eine Herausforderung, weil etwa Schutzgebiete für Landschaft und Vögel berücksichtigt werden müssen. Das vom VR-Bankverein vorgestellte Projekt läge im Rahmen des Bebauungsplans, heißt es aus dem Bebraer Bauamt.

Sämtliche Grundstücke um den See gehören der Stadt, die sie an den Segelclub, Angelverein und Kiosk verpachtet. Die Stellplätze für die Wohnmobile werden über die Stadtentwicklung (SEB) betrieben.

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