„Ohne Musik kann ich nicht leben“

Michael Fitz kommt zu Konzert nach Solz

+
Man kennt ihn vor allem aus dem Fernsehen: Doch Michael Fitz ist schon lange auch als Musiker unterwegs.

Solz - Michael Fitz ist nicht nur ein renommierter Schauspieler, sondern auch Sänger, Musiker, Songwriter und Gechichtenerzähler. Am 17. Februar gibt er ein Konzert in Bebra-Solz.

Wir sprachen mit ihm über den spannenden Kontakt mit dem Publikum, musikalische Ambitionen und den Carlo, seine bekannteste Rolle aus dem „Tatort“.

Herr Fitz, wie kommt es denn, dass Sie zu uns ins kleine Solz kommen?

Ganz einfach, ich wurde angesprochen bei einem Konzert. Ich muss aber zugeben, dass ich zuvor noch nie in Solz gewesen bin.

Sie sind ja unheimlich viel unterwegs, in ganz Deutschland, alle paar Tage an einem anderen Ort. Macht Ihnen das Spaß?

Ja, sehr viel Spaß sogar. So was kann man nur machen, wenn man Freude daran hat, sonst ist es nur anstrengend. Ich wollte das schon immer, und jetzt mache ich es.

Was genau war es, das Sie schon immer wollten?

In unmittelbarem Kontakt mit dem Publikum sein. Das ist einfach spannend. Ich spule bei meinen Konzerten nicht einfach mein Programm ab. Jeder Abend ist anders. Und ich erzähle sehr viel.

Und was erzählen Sie?

Keine Schwänke aus meinem Leben oder aus dem Tatort, falls das jemand denkt. Es geht mir um allgemein menschliche Themen, die mich bewegen. Um Liebe, Enttäuschung, Zorn, Trotz. Um Offenheit und das Gegenteil von Offenheit. Das packe ich in Geschichten und Gedichte, die ich vertone.

Man hat das Gefühl, dass es Ihnen sehr wichtig ist, sich als der zu zeigen, der Sie wirklich sind. Ist es das, was Ihnen als Schauspieler fehlt?

Naja, es ist halt eine ganz andere Art, sich auszudrücken. Ich bin ja vor allem Fernseh- und Filmschauspieler. Da komme ich mit dem Publikum nicht direkt zusammen. Ich kann mich da schon verwirklichen, aber es sind Grenzen gesetzt. In meinen Konzerten kann ich ganz ich selbst sein. Mir ist das ein Bedürfnis, das ist aber nicht typisch für Schauspieler.

Sie schreiben Ihre Lieder selber, Texte und Musik. Wie wichtig ist der rein musikalische Aspekt für Sie?

Sehr wichtig. Man sagt mir nach, ich wäre ein guter Gitarrist. Und ich bilde mich am Instrument immer weiter. Ich bin da Perfektionist. Was ich anstrebe, ist ein Gesamtkunstwerk mit verschiedenen Klangwelten.

Die Musik ist also nicht bloß eine Art Hobby für Sie, neben Ihrem eigentlichen Beruf?

Ich mache schon mein ganzes Leben lang Musik. Meine Pop-Karriere habe ich schon in den 80er-Jahren gestartet. Sie hatte Höhen und Tiefen. Aber das ist schon lange ebenfalls mein Beruf. Ich habe erst spät gefunden, was „meins“ ist: Nämlich Schauspieler sein und mich außerdem noch auf andere Art ausdrücken, in meiner Musik. Ohne Musik zu machen, kann ich nicht leben.

Müssen Ihre Zuhörer eigentlich Bayrisch können?

Das würde schon helfen (lacht). Aber es geht auch so. Ich spiele ja in vielen nicht-bayrischen Orten. Mein Publikum in Bayern ist immer sehr auf den Text fokussiert. Woanders geht es vielleicht mehr um das Gefühl.

Sie hören aber nicht auf mit der Schauspielerei?

Komischerweise werde ich das oft gefragt. Nein, ich bin weiterhin Schauspieler. Ich habe nur das Glück, ein zweites vollwertiges Standbein zu haben.

Verzeihen Sie, ich muss das einfach fragen: Wie geht es dem Carlo?

Der Carlo sitzt in Thailand, hat inzwischen sechs Kinder. Ich weiß nicht, ob er noch mit seiner ersten Frau zusammen ist. Ich weiß auch nicht, ob er glücklich ist. Aber er wird jedenfalls nicht wiederkommen.

Nicht? Das ist aber sehr schade.

Es ist toll, wenn man beliebt ist. Aber ich habe das ja 17 Jahre lang gemacht mit dem Carlo. Und ich konnte davon allein übrigens nicht mal leben. Es war dann einfach genug.

Carina Jeppe hat ihn einfach eingeladen

„Ich bin eine ganz Spontane“, sagt Carina Jeppe von sich. Und man braucht der Solzerin höchstens fünf Minuten lang zuzuhören, um zu wissen: Das stimmt. Die Geschichten sprudeln nur so aus ihr heraus. Meistens geht es um ihre Leidenschaft, die Musik. 

Dass Michael Fitz am 17. Februar in der evangelischen Kirche in Solz ein Konzert geben wird, ist in erster Linie der Spontanität Carina Jeppes zu verdanken. Sie hörte eines Tages ein Lied von ihm im Radio und fuhr noch am selben Abend nach Kassel, um ihn live zu hören. In der Pause sprach sie Fitz einfach an und fragte ihn, ob er nicht Lust habe, auch in Solz zu spielen. Kurze Zeit später war die Sache geritzt. 

Was ihr so gut an Michael Fitz’ Konzert gefallen hat? „Ich war einfach total beseelt davon“, erzählt Carina Jeppe. Die Mischung aus guter Musik und bayrischem Dialekt hat es ihr angetan. Ebenso die Art, wie Fitz, der ja vor allem als Schauspieler bekannt ist, in seinen Konzerten mit dem Publikum spricht und viel von sich erzählt. „Er ist so menschlich, so nahbar.“ 

Veranstalterin des Konzertes in Solz ist Carina Jeppe. Die Kirchengemeinde stellt den Raum zur Verfügung. Einen Kirchenraum, der für Konzerte nach Carina Jeppes Ansicht hervorragend geeignet ist, weil er flexibel bestuhlbar ist und eine gute Akustik hat. Sie wünscht sich, dass hier regelmäßig besondere Konzerte stattfinden. Gespräche mit geeigneten Künstlern wird sie gerne führen – ganz spontan.

Hintergrund

„Jetzt auf gestern“ in Solz

Michael Fitz macht auf seiner Tour mit dem Soloprogramm „Jetzt auf gestern“ am Sonntag, 17. Februar, im Bebraer Stadtteil Solz Station. Das Konzert in der evangelischen Kirche beginnt um 19 Uhr, Einlass ab 17.30 Uhr. Karten kosten im Vorverkauf 20 Euro, an der Abendkasse 25 Euro. Vorverkaufsstellen: Dorfladen Solz (Bäckerei), Hoehlsche Buchhandlung in Bebra, Edeka Raub in Nentershausen oder direkt bei Carina Jeppe, Telefon: 0171-6386535.

Zur Person

Michael Fitz, 60, ist Musiker und Schauspieler. Einem breiteren Publikum bekannt ist durch seine Rolle als Carlo Menzinger im Münchner „Tatort“ und viele weitere Fernsehproduktionen. Für den Film „Marias letzte Reise“ bekam er den Deutschen Fernsehpreis. Als Sänger, Gitarrist und Erzähler tourt er mit seinen Solo-Programmen durch Deutschland - mit einer „eigenwilligen Kombination aus Liedern, Geschichten und hintersinnigem Humor“, wie es auf seiner Homepage heißt. Fitz, der aus einer Künstlerfamilie stammt, lebt in Niederbayern.

Von Vera Walger

Kommentare