Er setzt alles ins rechte Licht

Markus Vockenroth ist Gründer der Lichttechnik-Firma m.a.l. in Bebra

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Markus Vockenroth: Er zeigt ein LED-Modul Beleuchtung für Polizeifahrzeuge.

Bebra. Markus Vockenroth war 13 oder 14, als er anfing, bei Discos für die passende Beleuchtung und künstlichen Nebel zu sorgen. Er experimentierte mit Farbfiltern vor den Scheinwerfern, als die ersten LED auf den Markt kamen. Inzwischen ist er weltweit als erfolgreicher Lichttechniker tätig.

„Ich habe daran geglaubt, dass sie das Leuchtmittel der Zukunft werden können. Und ich lag richtig.“ Innerhalb von zehn Jahren hat sich die LED vom Exoten zum Standard gemausert und die Glühbirne verdrängt. Sie ist heute preisgünstig, winzig und vielfältig einsetzbar. „Mit dieser Technologie bin ich groß geworden“, erzählt Vockenroth. Er ist von den Möglichkeiten der LED fasziniert. „Da kann ich wieder Kind werden“, sagt er, und vergleicht die LED mit Legosteinen.

Mit den Leuchtsteinen hat er unter anderem Zugbeleuchtungen für den ICE und für Polizeiautos gebaut, den Palast des türkischen Präsidenten oder die Brücke Pont Neuf in Toulouse in besonderes Licht getaucht, um nur die Projekte zu nennen, die auch Nichttechniker beeindrucken. Kreativ sein zu können: Das macht die Arbeit für den Tüftler so spannend.

Die Firma Modern art of light, kurz m.a.l. LED-Lichttechnik, hat Markus Vockenroth gegründet. Damals war er 21 Jahre und Student in Dieburg. Wer eine coole Idee hat, an die er glaubt und an der er hart arbeitet, hat auch Erfolg, ist der 45-Jährige überzeugt.

Er begann mit Effektbeleuchtung für Wasserrutschen und Freizeitanlagen. 2004 kaufte er einen Flachbau an der Tromagstraße, baute 2007 an und zog 2017 schließlich in den Neubau, ein Green Building mit hellen Fertigungshallen, Lichtlabor, schicker Kantine und natürlich perfekter LED-Beleuchtung. Nachts ist der Bau in Rot getaucht, die Firmenfarbe von m.a.l.

Der Unternehmer und Self-made-Mann zählt seinen Betrieb zu den Top 10 der LED-Technik in Deutschland. Um oben mitmischen zu können, müsse man der Konkurrenz immer eine Nasenlänge voraus sein, sagt Vockenroth. Seine Begeisterung treibt ihn an. Die LED mache viel Licht aus wenig Strom, sei besonders langlebig und vielseitig. Sie findet Verwendung in der Tierhaltung, Pflanzenzucht mit Inhouse und Vertical Farming, in Medizin, Kosmetik und, und, und. Vockenroth spricht vom Leuchtmittel der Zukunft, das neue Märkte eröffne und die Welt ein bisschen besser machen könnte. So zum Beispiel mit Licht, das sich den menschlichen Bedürfnissen im Tagesrhythmus perfekt anpasse, Human Centric Lightning (HCL) wird es in Fachkreisen genannt.

Vockenroth hat sich entschieden, mit seinem Unternehmen vor Ort zu bleiben. Er hat viel übrig für die Natur, die ländliche Umgebung. Hier könne man für kleines Geld gut leben, sagt Vockenroth. Und die Bebraer Innenstadt habe sehr an Attraktivität gewonnen. Wo die Firma sitze, sei eigentlich egal, meint der Bebraner. Hier habe er einen zentralen Standort in Deutschland und Europa und noch viel Platz zum Wachsen.

In Bebra ist er aufgewaschen, hat für 6,5 Millionen Euro ein hochmodernes Firmengebäude gebaut. Aber er sieht sich auch gerne in der Welt um (am liebsten in der Karibik) und taucht dann als gelernter Tauchlehrer auch gerne mal ab.

Zur Person: 

Markus Vockenroth (45) ist am Rosenmontag 1973 geboren und in Bebra aufgewachsen. Sein Vater war beim Grenzschutz, seine Mutter ist Schneiderin. Er hat die Brüder-Grimm-Gesamtschule in Bebra besucht und anschließend das Fachabitur Elektrotechnik an den Beruflichen Schulen abgelegt. Noch während seines Studiums der Elektrotechnik an der FH der Bundespost in Dieburg machte er sich mit 21 Jahren selbstständig. Vockenroth lebt mit seiner Frau Uta in Weiterode. In seiner Freizeit reist er gerne, taucht und fährt Ski.

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