Komiker ist Mitglied im Kulturverein Ellis Saal

Markus Maria Profitlich in Weiterode: Frikadelle als Flachmann für Fleischesser

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Hatte in Ellis Saal so gut wie ein Heimspiel: Markus Maria Profitlich. 

Markus Maria Profitlich kommt fast ohne Requisiten aus: In Ellis Saal in Weiterode hatte er nur ein paar Sitzwürfel und ein Stehpult dabei. Mehr brauchte der Komiker auch nicht.

Die Welt ist verrückt. Und jeder denkt, er sei der einzig Normale unter den vielen Irren. Gut, dass es Markus Maria Profitlich gibt – Comedy-Granate, Wahl-Weiteröder und Mitglied im Kulturverein Ellis Saal. Mit seinem Programm „Schwer verrückt“ gab er am vergangenen Wochenende einen schrägen Überblick über das, was die Mitmenschen heute so umtreibt und mitunter zur Verzweiflung bringt.

Zweimal hintereinander war Ellis Saal ausverkauft, zweimal jubelte das Publikum über den abstrusen, bisweilen absurden Mix aus Wahnsinn, purem Nonsens und das bunte Sammelsurium schräger Einfälle. Viele Requisiten brauchte Profitlich nicht: kleine Sitzwürfel und ein Stehpult für die „Ode an die Eintagsfliege“. Ein gewichtiger Mann, eine Bühne und gut ist.

Auf der Suche nach dem Ahle-Worscht-Smoothie und der Wasserhenne

Wie sich der Comedian mit seinem Alltag auseinandersetzte, war urkomisch. Total verrückt findet Profitlich beispielsweise den Smoothie-Hype. Warum gibt es keinen Ahle-Worscht- oder Kotelett-Smoothie, fragte er sich. Und warum heißt es nicht Wasserhenne statt Wasserhahn, wenn selbst aus der Nationalhymne alles Männliche entfernt werden soll. 

Der Supermarkt: ein Quell der Profitlich-Inspiration. Die Wohlfühlmusik („Bei Lidl spielen sie Little Richard“) oder das spezielle Licht. Da kann es passieren, dass man Kartoffeln statt Orangen mit nach Hause bringt. Und dann war da noch die alte Frau Liebig im Tiefkühlregal, die so lange haltbar war wie der Kefir.

Auch die glutenfreie Ernährung trieb den gebürtigen Bonner um („Gluten: das Napalm der Gegenwart“). Und wenn er zu den Frutarier- Freunden Malte und Jette eingeladen ist und drei Stunden unterm Apfelbaum aufs Essen wartet, dann hat er seine Frikadellen dabei, „als Flachmann für Fleischesser“. 

Für einen kurzen Moment holte das Publikum die Realität ein, als der Parkinson-Patient über seine Krankheit witzelte: „Mikado für Anfänger“ würde er sein neues Programm nennen. Oder „Schütteln vor Lachen“. Humor kann heilsam sein.

Ein Meister der Mimik

Profitlichs größte Stärke ist seine ausdrucksstarke Pantomime, die tatsächlich alle Worte überflüssig machte. Etwa bei der Darstellung des nicht gedopten 75-jährigen Keglers, der mit heraushängender Zunge und hervorstehenden Glubschaugen verzweifelt versucht, seine Kugel auf die Bahn zu schieben. Meisterstücke der Mimik waren auch die Szenen beim Angeln oder auf der Bahn-Toilette (mit anschließendem Teil-Striptease).

Einige Beispiele für Profitlichs simple Weisheiten: Was sagt der Steuerberater zum Junkie? Ihre Fixkosten bringen Sie noch um. Warum gehen Ameisen nicht in die Kirche? Weil sie In-Sekten sind. Ein Partywitz bei Eintagsfliegen? Heute werde ich nicht alt. Ein lustiger Abend, inklusive strapaziertem Zwerchfell. Es gab tosenden Beifall und eine erklatschte Zugabe.

Quelle: HNA

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