Kein Strafantrag gegen Holzhauer: "Ziegenficker"-Beleidigung bleibt ohne juristische Folgen

Bebra. Die Beleidigung der Fußball-Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan durch Bebras mittlerweile zurückgetretenen Ersten Stadtrat Bernd Holzhauer hat voraussichtlich kein juristisches Nachspiel. Das teilte die Staatsanwaltschaft Fulda auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Auch die massiven Angriffe gegenüber Holzhauer selbst, die Nutzer auf seiner privaten Facebook-Seite hinterlassen hatten (wir berichteten), bleiben ohne Folgen.

Die Staatsanwaltschaft habe die Presseberichterstattung verfolgt. Nach eingehender Prüfung komme allenfalls der Straftatbestand der Beleidigung in Betracht – dabei handele es sich in diesen Fällen um ein absolutes Strafantragsdelikt. Ein Strafantrag unterscheidet sich in soweit von einer Anzeige, dass er nur von Betroffenen gestellt werden kann, die auf die Verfolgung der Straftat bestehen.

Ein solcher Antrag liege von Özil und Gündogan nicht vor. Holzhauer hatte die beiden Nationalspieler als „Ziegenficker“ bezeichnet. Zwar habe es eine Anzeige gegen Holzhauer gegeben, allerdings von einer unbeteiligten Privatperson, die damit nicht antragsberechtigt sei, so die Fuldaer Staatsanwaltschaft.

Bernd Holzhauer hatte unserer Zeitung gegenüber bereits bekräftigt, dass er von einem Strafantrag absehen werde. „Ich habe selbst im Eifer des Gefechts eine unbedachte Äußerung gemacht“, sagte er, „das wird vielen der Kommentatoren auch so gegangen sein.“

Völlig unkommentiert ließ er die scharfen Angriffe in den sozialen Medien, darunter Drohungen gegen seine Familie, nicht. Der Abschlusssatz in der Mitteilung zu seinem Rücktritt lautet: „Und übrigens, meine Frau könnt ihr nicht mehr umbringen – sie ist 2014 verstorben.“ (cig)

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