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Ja-Wort auf der Drehleiter: Feuerwehrmann aus Bebra macht Antrag in luftiger Höhe

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Von: Sebastian Schaffner

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Ja, sie will. Philipp Apel fragte seine Freundin Theresa Dreer stilecht in Feuerwehrmontur: „Willst Du die Flamme meines Lebens werden?“ Die Kameraden aus Rotenburg hatten für den spektakulären Hochzeitsantrag ihre 30 Meter lange Drehleiter zur Verfügung gestellt.
Ja, sie will. Philipp Apel fragte seine Freundin Theresa Dreer stilecht in Feuerwehrmontur: „Willst Du die Flamme meines Lebens werden?“ Die Kameraden aus Rotenburg hatten für den spektakulären Hochzeitsantrag ihre 30 Meter lange Drehleiter zur Verfügung gestellt. © Luis Beisheim

Zwei Monate haben Feuerwehrmann Philipp Apel und seine Freunde an einem Hochzeitsantrag geplant, den es so in Bebra noch nicht gegeben hat. Das Ergebnis: Ein „Ja“ in luftiger Höhe.

Bebra - Eigentlich war der Plan für den Donnerstagabend klar. Theresa Dreer war mit ihrem Freund Philipp Apel zum Essen verabredet. Anlass sollte der Hochzeitstag ihrer Eltern sein. Doch daraus wurde nichts. Denn während sich die 27-Jährige nichts ahnend zuhause schick machte, legte ihr 28-jähriger Freund den Grundstein für die eigene Hochzeit – mit einem spektakulären Heiratsantrag auf einer Feuerwehr-Drehleiter.

Gut zwei Monate hatte der begeisterte Feuerwehrmann Apel mit seinen Freunden und Kameraden Luis Beisheim und Florian Bode, Pressesprecher der Bebraer Brandschützer, am Drehbuch für diesen Abend gefeilt. Und das sah dann so aus: Für 19 Uhr war das Paar, das seit sieben Jahren zusammen ist, zum Essen verabredet. Wenige Minuten vorher schlug plötzlich Philipp Apels Pieper Alarm, den er stets am Gürtel trägt. „Feuer dringend“, stand auf dem digitalen Alarmierungsgerät.

„Das war mein Zeichen, dass es losgeht“, sagt der 28-Jährige, der als Straßenwärter bei der Autobahnmeisterei in Hönebach arbeitet. Natürlich hatten seine Freunde die Alarmierung eingefädelt, damit die Verlobte in spe keinen Verdacht schöpft. „Der Pieper geht halt immer wieder mal los. Das bin ich ja gewöhnt“, sagt sie am Tag drauf.

Die Kameraden aus Rotenburg rückten mit der 30 Meter langen Drehleiter an

Philipp Apel bedauerte also zum Schein, dass das Essen noch ein wenig warten müsse, und fuhr zum Feuerwehrhaus. Dort hatten Luis Beisheim und Florian Bode bereits alles vorbereitet, Familienmitglieder, Freunde und Feuerwehrkameraden zusammengetrommelt. Die insgesamt rund 40-köpfige Antragsgesellschaft machten sich als Kolonne auf den Weg zur Wohnung, in der Theresa Dreer nichts ahnend wartete. Mit dabei: die 30 Meter lange Drehleiter der Kameraden aus Rotenburg, die ebenfalls eingeweiht waren und sofort zugesagt hatten.

Kein Korb für den Mann im Drehleiterkorb: Der spektakuläre Hochzeitsantrag in luftiger Höhe hatte Erfolg.
Kein Korb für den Mann im Drehleiterkorb: Der spektakuläre Hochzeitsantrag in luftiger Höhe in Bebra hatte Erfolg. © Luis Beisheim

Die angehende Verlobte dachte sich erst nichts dabei, als plötzlich die Feuerwehrautos vorfuhren. „Ich glaubte ja, dass es irgendwo brennt.“ Als dann aber plötzlich ihr Philipp im Drehleiterkorb zum Balkon im ersten Stock hochgefahren kam, „war ich mit der Situation völlig überfordert“, erinnert sich die Krankenkassenfachwirtin.

Und dann kam sie, die Frage aller Fragen, stilecht in Feuerwehrmontur: „Willst Du die Flamme meines Lebens werden?“ Als die Angebetete „Ja“ sagte, gab’s Applaus der Zuschauer dieses ungewöhnlichen Antrags in luftiger Höhe – darunter inzwischen auch zahlreiche Nachbarn, die neugierig hinzugekommen waren, um dem Spektakel beizuwohnen. „Ich bin keiner, der den Antrag bei einem romantischen Essen macht“, sagt Philipp Apel, der sich seit 20 Jahren in der Freiwilligen Feuerwehr engagiert. „Dass am Ende alles so gut geklappt hat und dass Theresa von all den Vorbereitungen nichts mitbekommen hat – besser geht’s natürlich nicht.“

Was kommt als Nächstes? Ein Erstgeborener namens Florian?

Was kommt als Nächstes? Wird der Ehering in Anlehnung an die Notrufnummer 1,12 Karat haben? Soll der Erstgeborene eines Tages Florian heißen, so wie der Schutzpatron der Brandschützer? Geht’s in den Flitterwochen auf die südamerikanische Inselgruppe Feuerland? „Nee, nee, da ist noch gar nichts geplant“, sagt Apel schmunzelnd. Er will das Erlebnis jetzt erst einmal verarbeiten. „Ich war extrem aufgeregt. Die letzten Minuten vor der vermeintlichen Alarmierung haben sich gezogen wie Kaugummi.“ Auch seine Verlobte sagt: „Ich muss das alles erst mal sacken lassen.“

Florian Bode ist da gedanklich schon wieder etwas weiter. Er sagt: „Den Junggesellenabschied planen wir.“ Na, das kann ja was werden. (Sebastian Schaffner)

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