Gläubiger fordern halbe Million Euro von Holzhauer-Gesellschaft

Immobiliengesellschaft Horo aus Bebra ist insolvent

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Die Ruine des ehemaligen Kreisaltenzentrums in Rotenburg ist inzwischen wieder im Besitz des Landkreises. 

Die Bebraer Horo Verwaltungs- und Beteiligungsgesellschaft für Bauwesen von Helmut Holzhauer ist insolvent. 

Die Gesellschaft hat bei etwa 50 Gläubigern Verbindlichkeiten in Höhe von mindestens einer halben Million Euro. Noch im Frühjahr stritten der Architekt aus Bebra und der Landkreis Hersfeld-Rotenburg über den Besitz des ehemaligen Kreisaltenzentrums Rotenburg.

Die Horo-Gesellschaft sei sowohl zahlungsunfähig als auch überschuldet, bestätigte der seit Verfahrenseröffnung am Montag zuständige Insolvenzverwalter Dr. Mario Nawroth von der Kasseler Kanzlei Römermann. Mitarbeiter seien von der Insolvenz nicht betroffen: Seit 2015 gebe es neben Geschäftsführer Holzhauer keine Beschäftigten mehr.

Die Gesellschaft ist noch Eigentümer von vier Immobilien im Kreis Hersfeld-Rotenburg: drei Ferienhäuser im Ferienpark Ronshausen sowie eine Immobilie in Rotenburg. Fünf weitere Ferienhäuser in Ronshausen wurden bereits zwangsversteigert.

Holzhauer wollte sich auf Nachfrage unserer Zeitung nicht äußern. In den vergangenen Jahren waren mehrere Großprojekte der Horo-Gesellschaft im Sand verlaufen. Aktuelles Beispiel: Das 2014 für einen symbolischen Euro vom Landkreis gekaufte ehemalige Kreisaltenzentrum am Rotenburger Emanuelsberg. Dessen Abriss sowie ein Neubau von 65 Altenwohnungen kamen nie zustande. Im Mai hatte der Kreis mit einer Klage zur Rückübereignung Erfolg.

Auch die Pläne der Gesellschaft für Arztpraxen und Büros im ehemaligen Katasteramt und Museum für Kunst, Kultur und Karikatur (Muzkkka) wurden nicht umgesetzt. Sie werden nun vom VR-Bankverein verfolgt: Das Geldinstitut zahlte bei der Zwangsversteigerung im November rund 525 000 Euro.

Gläubiger der Horo-Gesellschaft haben bis zum 2. September Zeit, ihre Forderungen zu melden. Die Gläubigerversammlung im Bad Hersfelder Amtsgericht ist am 15. Oktober.

Zahlungsunfähig und überschuldet

Die Zahlungsunfähigkeit beschreibt das Unvermögen eines Schuldners, seinen fälligen Zahlungspflichten (etwa eine Rechnung) innerhalb von drei Wochen nachzukommen. Überschuldung liegt vor, wenn das gesamte Vermögen des Schuldners seine Verbindlichkeiten gegenüber Gläubigern nicht mehr deckt – und keine Perspektive auf Besserung besteht. Ob die Forderung fällig ist – wie etwa der Gesamtpreis bei einem Autokauf auf Raten – spielt keine Rolle. cig

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