Nabu gründet ehrenamtlichen Arbeitskreis

Hersfeld-Rotenburg: Der Biber unter Beobachtung

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Der Nabu-Kreisverband gründete im Landkreis Hersfeld-Rotenburg den Arbeitskreis der ehrenamtlichen Biberbeobachter. 

Auf Einladung des Nabu-Kreisverbandes trafen sich jüngst 16 Experten in Bebra und gründeten den Arbeitskreis der ehrenamtlichen Biberbeobachter im Landkreis Hersfeld-Rotenburg.

Diese „Bibergruppe“ hat den Landkreis in drei Beobachtungsregionen: 1. Werra mit allen Zuflüssen, 2. Nördliche Fulda (ab Friedlos) mit allen Zuflüssen und 3. Südliche Fulda (bis Friedlos) und Haune mit allen Zuflüssen aufgeteilt und für jede der drei Regionen Koordinatoren benannt, die erste Ansprechpartner für alle ehrenamtlichen Biberbeobachter sind.

Alle ehrenamtlichen Biberbeobachter tauschen sich über Telefon und E-Mail regelmäßig über ihre Biberbeobachtungen aus. Ziel der Bibergruppe ist es, dem amtlichen Naturschutz auf allen Ebenen mit Rat und Tat beim Aufbau eines proaktiven Bibermanagements im Landkreis Hersfeld-Rotenburg – auch in Verbindung mit den Nachbarkreisen – zur Seite zu stehen.

Der für den Artenschutz zuständige Vertreter des Regierungspräsidiums Kassel (Obere Naturschutzbehörde), John Barz, war bei der Gründungsversammlung in Bebra anwesend und informierte die Ehrenamtlichen über die voranschreitende Ausbreitung des Bibers in den Flusssystemen von Fulda und Werra und die möglichen Konflikte, die dadurch entstehen können.

AG will herausragende Leistungen des Bibers hervorheben

Die „Bibergruppe“ will die herausragenden Leistungen des Landschaftsgestalters Biber für die gesamte Natur, insbesondere aber für den Hochwasserschutz, die Entstehung neuer Lebensräume für andere, zunehmend seltener werdende Tierarten (Insekten, Amphibien, Vögel) der Öffentlichkeit näherbringen.

Auftauchende Konflikte mit Landnutzern sollten künftig für die heimische Bevölkerung erkennbar auf kurzen, transparenten Wegen mit Sachverstand und Kreativität – wie zuletzt bei den Ortsterminen an der hessisch/thüringischen Landesgrenze bei Obersuhl oder im Rohrbachtal – gelöst werden.

Ende Februar trafen sich Michael Herzog, Heinrich Eigenbrod, Dieter Gothe, Klaus Hentschel und Karl Heinz Humburg als Vertreter der ehrenamtlichen Biberbeauftragten zu einem informellen Gespräch mit der heimischen Landtagsabgeordneten Lena Arnoldt (stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Sprecherin der CDU im Ausschuss für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz). Die Nabu-Vertreter erläuterten Arnoldt ihre Ideen für ein funktionierendes proaktives Bibermanagement in Nordhessen.

Übergeordnetes Ziel müsse es sein, die unterschiedlichen privaten und öffentlichen Interessen in einem partnerschaftlichen Miteinander zusammenzuführen, so dass die Rückkehr des Bibers als das verstanden wird, was es ist; nämlich eine dauerhafte Bereicherung für die Region. 

Die ehrenamtlichen Naturschützer wiesen darauf hin, dass die zunehmenden Aufgaben im Rahmen eines funktionierenden Artenschutzes in unserer Kulturlandschaft nur lösbar seien, wenn auch ausreichende professionelle personelle Ressourcen unter anderem bei den Unteren Naturschutzbehörden geschaffen würden.

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