Local-Hero-Tag

Helden der Heimat: Schüler informierten sich über Karrierechancen im Kreis

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Frage und Antwort: Benjamin Petrenko aus der elften Klasse lässt sich von Julia Höpfner beraten. Tipps gibt es nicht nur zu Fachbereichen, sondern auch zu passenden Unternehmen.

Bebra. Die Prüfungen sind geschafft, der Abschluss ist in der Tasche und es stellt sich die Frage: Was nun? Der Local-Hero-Tag sollte Karrierechancen im Landkreis aufzeigen.

Vielen Jugendlichen fällt die Entscheidung leicht: Raus in die weite Welt, sei es zum Studieren in die Großstadt oder zum Reisen ins Ausland. Die Erfahrung zeigt jedoch, dass Studenten nach dem Studium oft nicht mehr in die Heimat zurückkehren. 

Den in der Region ansässigen Firmen fehlen also zunehmend potenzielle Arbeitskräfte. Der Local-Hero-Tag wurde vor acht Jahren ins Leben gerufen, um jungen Menschen Karrierechancen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg aufzuzeigen. 

„Die Abwanderung junger Arbeitskräfte trifft uns in unserer ländlich strukturierten Region seit einigen Jahren immer deutlicher“, erklärt Landrat Dr. Michael Koch. Mit der Initiative „I’m a Local-Hero“ soll vorgebeugt werden: Potenzielle Ausbildungsbetriebe bieten jungen Leuten, die sich dafür interessieren, nach der Schule ein Studium oder eine Ausbildung im Landkreis zu beginnen, ein persönliches Gespräch an.

19 Betriebe stellten sich den Schülern vor

Dieses Jahr öffneten die Beruflichen Schulen Bebra ihre Türen für den Local-Hero-Tag. Neben der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), die Studenten die Möglichkeit bietet, am Campus in Bad Hersfeld zu studieren, stellten sich 18 weitere Betriebe vor und standen den Schülern der Jahrgangsstufen elf und zwölf Frage und Antwort. Unter anderem m.a.1. Effekt Technik und die Amazon Logistik GmbH.

„Unsere Firma befindet sich auf einem aufsteigenden Ast, wir werden immer größer und bieten unseren Auszubildenden und Studenten das volle Programm, von der Entwicklung bis zur Fertigstellung der Produkte“, erklärt Nico Langer von m.a.1. Effekt Technik. 

„An den Local-Hero-Tagen ist es uns möglich, tiefere Gespräche mit interessierten Schülern zu führen, man kann hier freier sprechen und mehr in die Tiefe gehen, als es auf einer Messe möglich wäre“, sagt seine Kollegin Katrin Schade.

Die Technische Hochschule Mittelhessen versucht, den Nachwuchs mit ortsansässigen Unternehmen wie m.a.1. in der Region auszubilden: „Nicht alle Schüler wollen die Heimat nach dem Schulabschluss direkt verlassen. Einige bleiben wegen der Familie, den Freunden oder dem Verein“, erklärt Julia Höpfner, wissenschaftliche Mitarbeiterin der THM. 

„Mit unserer Kombination aus Theorie und Praxis und der Möglichkeit, das Studium hier in der Region wahrzunehmen, versuchen wir, viele Schüler von einer Weiterbildung in der Heimat zu überzeugen“, fügt sie hinzu. 

Mittlerweile arbeitet die Hochschule mit insgesamt 750 Unternehmen in ganz Nord- und Mittelhessen zusammen, für die Region Hersfeld-Rotenburg stehen den Schülern bis zu 70 Unternehmen zur Verfügung.

Von Laura Böhnert

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