Stadt Bebra stemmt 1,4 Millionen Euro

Fuldabrücke in Blankenheim wird für 2,7 Millionen Euro erneuert 

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2019 soll es endlich soweit sein: Über die Fulda in Blankenheim wird eine neue Brücke gebaut.

Seit langem ist sie besonders für Landwirte ein Ärgernis, ab August wird die Brücke im Bebraer Stadtteil Blankenheim erneuert. Hessen fördert das Projekt mit 1,3 Millionen Euro. 

Seit langem ist sie besonders Landwirten ein Dorn im Auge, auch Radfahrer auf dem R1 und Sportler auf dem Weg zum Fußballplatz müssen sie überqueren: die marode Fuldabrücke in Blankenheim. Ab August 2019 soll sich das ändern, für 2,7 Millionen Euro wird eine neue Brücke gebaut und die alte abgerissen. Bis Dezember 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Das Land Hessen fördert das Projekt mit 1,3 Millionen Euro.

Die Brücke in Blankenheim darf derzeit nur von Fahrzeugen unter drei Tonnen benutzt werden. Eine Prüfung hatte ergeben, dass schwerere Fahrzeuge der Brückenstruktur nachhaltig schaden. Landwirte müssen daher weite Umwege in Kauf nehmen, um auf ihre Felder zu fahren. Auch die Müllabfuhr ist betroffen. Einsatzkräfte wie die Feuerwehr und Krankenwagen dürfen die Brücke allerdings überqueren.

Der Neubau entsteht 20 Meter flussaufwärts und wird breiter

Der Neubau entsteht südlich der derzeitigen Fuldabrücke, etwa 20 Meter flussaufwärts in Richtung Ludwigsau. Die neue Brücke wird im Gegensatz zur derzeitigen keine Brückenstützen innerhalb des Flussbettes mehr haben, soll mit etwa 80 Metern aber genauso lang sein. Auch auf dem Neubau ist eine Fahrspur geplant – die allerdings mit fünf Metern breiter ausfällt als die bestehende Brücke. 

Diese bleibe während der Arbeiten offen und könne weiter genutzt werden, so Patrick Schuster vom Bebraer Bauamt. So sollen die Einschränkungen durch die Arbeiten möglichst gering gehalten werden. Im März entscheide sich, welche Firma den Auftrag übernimmt.

Die Kosten für eine mögliche Sanierung sowie einen Neu- oder Umbau wurden bereits 2015 erstmals ermittelt. Ein Neubau hatte sich dabei als die zukunftsfähigste, wenn auch die teuerste Variante herausgestellt. Die anderen Optionen, so Schuster, hätten weiterhin Umwege für den landwirtschaftlichen Verkehr bedeutet. 

Bürgermeister Hassl: Haben auf Förderung gewartet

In den Projektkosten von 2,7 Millionen Euro sind der Brückenbau und -abriss, der Ausbau von Rampen für die Baustelle, die Schaffung von Ausgleichsflächen für Hochwasser sowie die Planungskosten enthalten. Die Stadt Bebra hatte schon im Jahr 2018 mit dem Brückenneubau geplant, auch im Haushalt, das Projekt aber verschoben. „Wir hatten eine Förderung in Aussicht und haben auf die Bescheide gewartet“, sagt Bürgermeister Uwe Hassl. „Das Warten hat sich gelohnt.“

Die Förderung des Blankenheimer Projekts in Höhe von 1,3 Millionen Euro erfolgt nun mit einem Pilotprojekt (siehe Hintergrund): Zwei Behörden des Landes Hessen arbeiten zusammen, das Amt für Bodenmanagement in Homberg (441 000 Euro) und Hessen Mobil (864 000 Euro). Die hohe Beteiligung sei möglich, weil der Radweg R1 über die Brücke führt, sagt die Landtagsabgeordnete Kaya Kinkel (Grüne): „Der Fuldaradweg zwischen Bad Karlshafen und Gersfeld ist ein wesentlicher Faktor für den Tourismus in der Region.“

Der Anteil der Stadt Bebra beläuft sich auf rund 1,4 Millionen Euro.

Hintergrund: Finanzierung durch enge Zusammenarbeit der Förderer

Die Zusammenarbeit des Amtes für Bodenmanagement und Hessen Mobil hat Pilotcharakter: Für die Brücke in Blankenheim kombinieren die Behörden ihre jeweiligen Förderprogramme. Hessen Mobil unterstützt die Erneuerung von Radwegen, das Amt für Bodenmanagement die Erneuerung von Wirtschaftswegebrücken. 

Nur so wurde die Finanzierung des dringend benötigten Brückenneubaus möglich. Eine solche Zusammenarbeit der Behörden gibt es bisher nur beim Schwesterprojekt im Guxhagener Ortsteil Büchenwerra: Auch dort wird die Fuldabrücke erneuert.

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