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In Asmushausen gibt‘s ein Schwimmbad mit Seele

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Richard Berge zeigt auf diesem Bild, dass auch das Wasser, das von oben ins Becken fließt, beheizt wird.
Stolzer Vorsitzender: Richard Berge zeigt auf diesem Bild, dass auch das Wasser, das von oben ins Becken fließt, beheizt wird. © Eden-Sophie Rimbach

Sommerzeit ist Schwimmbadzeit. In unserer neuen Serie stellen wir die elf Freibäder in unserem Landkreis vor. Heute: das Freibad Asmushausen.

Asmushausen – Das Freibad Asmushausen unterscheidet sich in vielen Punkten von anderen: Ohne den Einsatz des Fördervereins gäbe es das Bad nicht mehr, Rutschen oder Sprungtürme gibt es nicht, das teuerste Eis kostet einen Euro und Pommes werden in diesem Jahr erst gar nicht angeboten – weil das Frittierfett zu teuer ist und der Verein den Kindern Essen zum kleinen Preis anbieten möchte.

Bei unserem Besuch endet gerade das Schwimmtraining, das Richard Berge, 1. Vorsitzender des Fördervereins Schwimmbad Asmushausen e. V. und Ortsvorsteher des Bebraer Ortsteils, zweimal pro Woche anbietet. Von 14 bis 17 Uhr wird das Schwimmen geübt. „Bei uns gibt es kein Kind, was acht Jahre alt ist und nicht schwimmen kann“, sagt Berge. Ein kleines Mädchen kommt noch schnell angelaufen, um sich vom Trainer zu verabschieden. Bei unserem Besuch betrug die Wassertemperatur schon zum Badebeginn um 14 Uhr über 24 Grad. Beheizt wird das Wasser beider Becken mithilfe einer Absorberanlage mit Solarbetrieb.

Am Beckenrand

„Und das ist meine Lieblingsschaukel!“, ruft Annika begeistert und zeigt auf die Schaukel hinter dem Planschbecken. Für die Vierjährige ist das Becken der Höhepunkt beim Schwimmbadbesuch. Die Sonne und das große Becken mögen die achtjährige Melina und die sechsjährige Mayla dagegen besonders. „Es ist halt sehr familiär“, weiß Annikas Mutter. Sie lobt die Eigenleistung des Vereins und fügt hinzu, dass hier jeder jeden kenne und das Bad sehr überschaubar sei. Die Besucher erklären, dass sie hier nicht nur auf die Sicherheit ihrer eigenen, sondern auch auf die der anderen Kinder achten würden. Berge fügt hinzu, dass die Badeaufsicht an besonders heißen Tagen auch prüfe, ob Kinder eine Kopfbedeckung tragen und ausreichend vor der Sonne geschützt sind. Im etwas vom großen Becken abgelegenen Bereich des Planschbeckens mit kleiner Wiese und nahem Tisch mit Sitzgelegenheiten können Eltern ihre Kinder leicht im Blick behalten. Schattige Plätzchen gibt es hier außerdem.

Über den Dächern Asmushausens genießen (von links) Taliyha (10), Michaela Mohr, Tabea (5), Jasmin (10) und Annika (4) sowie Ilka Bautz die Erfrischung.
Über den Dächern Asmushausens genießen (von links) Taliyha (10), Michaela Mohr, Tabea (5), Jasmin (10) und Annika (4) sowie Ilka Bautz die Erfrischung. © Eden-Sophie Rimbach

Eine Sportgelegenheit soll spätestens im nächsten Jahr geschaffen werden. Mithilfe des Integrierten kommunalen Entwicklungskonzepts (IKEK) solle der nahe Fußballplatz zum Aktivfeld werden, wie Berge erklärt. Drei Trimmgeräte für jüngere sowie drei weitere für ältere Menschen sollen angeschafft werden. Aus dem jetzigen Feld sollen ein Kleinfeld für Fußball, eines für Basketball und eins für Beachvolleyball gemacht werden.

Veranstaltungen

Fest zur Saison des Freibads gehört die jährliche Eröffnungsfeier Anfang Juni mit Haxenessen. Als Nächstes steht der Schwimmbadgottesdienst am 14. August auf dem Programm. Etwa 80 bis 100 Besucher erwartet Berge. Dabei wird es musikalische Begleitung und ein Essen mit Bratwurst und Salaten, Kaffee und Kuchen geben. Gesammelt werden Spenden, die zur Hälfte an die Kirchengemeinde und zur anderen an den Förderverein gehen. Auch ein sportliches Angebot gehört seit wenigen Wochen dazu. Die „Aqua Fitness“ werde laut dem ersten Vorsitzenden gut angenommen, etwa 16 Frauen haben am ersten Sonntag des Angebots von 13.15 bis 14 Uhr teilgenommen. Die Teilnahme am Training kostet fünf Euro pro Person, Mitglieder des Fördervereins zahlen den halben Preis. Anna-Marie Bick, die das Lady Vital in Bebra leitet und das Training in Asmushausen seit dem 10. Juli anbietet, spendet die gesamten Einnahmen an den Verein.

Essen und Getränke

Geht man die Treppe von den Becken aus wieder hinab zum Eingang, erwarten einen vor der Sonne geschützte Sitzgelegenheiten und der Kiosk des Freibads. Der Verein möchte sein Angebot am Kiosk vor allem für die Kinder bezahlbar halten. Das schlägt sich auch im Eissortiment nieder, bei dem das Spaghetti-Eis mit einem Euro das teuerste auf der Karte ist. Ein Vereinsmitglied sorgt für Eis, zwei weitere kümmern sich um die Getränke. Auch Kaffee gibt es am Kiosk, sonntags gibt es außerdem selbst gebackenen Kuchen.

Ursula Apel gehört zum Team des Vereins, das sich im Kiosk abwechselt.
Ursula Apel gehört zum Team des Vereins, das sich im Kiosk abwechselt. © Eden-Sophie Rimbach

Berge erzählt, dass ihn erst kürzlich eine 85-jährige Frau gefragt habe, ob der Verein denn wieder Kuchen brauche. Kurzerhand backte sie einen Streuselkuchen mit Kirschen für ihr Freibad. In diesem Jahr gibt es zudem Donuts für einen Euro.

Den Hintergrund erklären Berge und Ursula Apel, die als eines der Mitglieder für die Bewirtung sorgt. Denn neben Bockwurst mit Toastbrot habe es noch im vergangenen Jahr als warmes Essen einen großen Teller mit Pommes für 1,50 Euro gegeben. Aufgrund der gestiegenen Preise für Speiseöl und Frittierfett sei es dem Verein nicht mehr möglich, dieses Angebot zu dem Preis aufrechtzuerhalten. Zu viel Geld für einen Teller Pommes wolle man von den Kindern nicht nehmen, verzichtet daher in diesem Jahr ganz darauf. Berge erklärt, dass man früher nur „Schwimmbad-Schnitzel“ habe sagen müssen, um Bockwurst mit Pommes zu bekommen. Sollte sich ein Sponsor für das nötige Fett finden, würde der Förderverein gern wieder Pommes zu niedrigem Preis anbieten. Denn neben den Mitgliederbeiträgen, den Spenden, die man in die Box am Eingang werfen kann, und den Kiosk-Einnahmen finanziert der Verein den Betrieb des Freibads mithilfe von Werbung auf Spendenbasis. Die Werbefläche ist das Gebäude des Bades.

Freuen sich über das Planschbecken: Melina (8) und Mayla (6) sind ganz fasziniert vom Wasser.
Freuen sich über das Planschbecken: Melina (8) und Mayla (6) sind ganz fasziniert vom Wasser. © Eden-Sophie Rimbach

Fazit

Wer erleben möchte, wie ein Verein jeden Tag Arbeit in sein Freibad steckt, für den ist ein Besuch in Asmushausen ein Muss. Während Rutschen, Sprungtürme oder ein Becken mit langen Bahnen hier nicht ermöglicht werden können, punktet das Freibad durch die Pflege und den Zusammenhalt von Vereinsmitgliedern und Besuchern. Hinzu kommen Übersichtlichkeit, viele Sitzgelegenheiten, Schattenplätze, niedrige Preise am Kiosk und freier Eintritt. Das nahe Sportangebot folgt bald und die Kinder können unter Berges Leitung das Schwimmen trainieren. Vor allem für Familien mit Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter und alle, die eine entspannte Abkühlung nahe Asmushausens suchen, ist das Freibad sehr gut geeignet. Wir vergeben an das Freibad Asmushausen vier Schwimmbälle und ein großes Herz für den Einsatz.

Bewertung vier Bälle
Bewertung © HNA Grafik

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