400 Konzertbesucher feierten am Bahnhof

Extralaut mit Extrabreit: Kultband rockt den Lokschuppen in Bebra

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Im Chor mit den Fans: Sänger Kai „Havaii“ Schlasse.

Viel Applaus, laut kreischende Gitarren und Ekstase in den vorderen Reihen: Extrabreit haben dem Lokschuppen in Bebra am Samstag ihren Stempel aufgedrückt. 

Rubinrot leuchtete der Lokschuppen am Bebraer Bahnhof am Samstagabend zum Konzert von Extrabreit. Und die Band, die durch die Neue-Deutsche-Welle in den 80er-Jahren berühmt wurde und seit 2002 wieder aktiv ist, hatte eine breite Fangemeinde im Gepäck. In den Reihen vor der Bühne sang und tanzte das eingeschworene Publikum ekstatisch mit.

Platz, um sich austoben, hatten die Gäste dann auch genug. Von den 660 Tickets für das Konzert waren 400 verkauft. Veranstalter Matthias Bähr war trotzdem zufrieden, auch wenn er sich seine Konzerte in doppelter Größe vorstellen kann. „Eigentlich können bis zu 1500 Leute den Lokschuppen besuchen, das geht jedoch rein organisatorisch noch nicht“, sagte Bähr. 

An diesem Abend freute er sich jedoch erst einmal über den Auftritt von Extrabreit, der über Kontakte zustande gekommen war und von Beginn an auf dem Programm stand. „Gleich, als ich angefangen habe den Lokschuppen zu leiten, wollte ich Extrabreit hier auf der Bühne sehen“, sagte Bähr.

Vom "Lotto-König" bis zum Hildegard-Knef-Lied  

Die begeisterten Applausstürme, die nach jedem Lied der Musiker ertönten, gaben dem Veranstalter recht. Den Fans gefielen die kreischenden E-Gitarrenklänge von Sänger Kai Havaii und seiner Band. Im Chor sangen die Fans bei Lieder wie dem „Lotto-König“, „Der Führer schenkt den Klonen eine Stadt“ und „Der letzte Schliff“ mit. 

Dann kündigte Extrabreit sanftere Töne an und die Band spielte aus der gemeinsamen Zeit mit Hildegard Knef ihren Song „Für mich soll´s rote Rosen regnen“ und in den Lichtblitzen der Scheinwerfer fieberte das Publikum mit den Klängen aus dem Jahr 1993 mit.

Ob kreischende E-Gitarren oder sanftere Töne, Extrabreit kamen im Lokschuppen gut an.

Die letzten Gitarrenriffs waren kaum verklungen, da war Organisator Bähr im Kopf schon bei der nächsten Veranstaltung: Am siebten Dezember kommt Loveparade-Mitbegründer DJ Dr. Motte aus Berlin in den Lokschuppen in Bebra. Bähr hat selbst in der Bundeshauptstadt gelebt, er weiß, wie schwer es ist, Musiker in kleinen Städten auf die Bühne zu bringen. Und trotzdem: „Wir bauen den Lokschuppen jetzt langsam als Eventlocation aus, in der regelmäßig Veranstaltungen stattfinden sollen.“ Dabei seien die zentrale Lage am Bahnhof und ein Mix verschiedener Musikstile wichtige Schlüsselpunkte.

Was Deutschrock-Konzerte im Lokschuppen betrifft: Dem haben Extrabreit am Samstag zumindest schon einmal ihren Stempel aufgedrückt. Fest, launig und laut – extralaut.

Von Kim Hornickel

Quelle: HNA

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