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Gedenkfeier für Adam von Trott zu Solz im Angesicht des Ukraine-Krieges

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Von: Wilfried Apel

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Gedenkfeier am Trottenkreuz: Am 78. Jahrestag des Umsturzversuches gegen das verbrecherische Hitler-Regime waren zahlreiche Menschen auf den Tannenberg oberhalb von Imshausen gekommen, um insbesondere des Imshäusers Adam von Trott zu gedenken.
Gedenkfeier am Trottenkreuz: Am 78. Jahrestag des Umsturzversuches gegen das verbrecherische Hitler-Regime waren zahlreiche Menschen auf den Tannenberg oberhalb von Imshausen gekommen, um insbesondere des Imshäusers Adam von Trott zu gedenken. © Wilfried Apel

Am 78. Jahrestag des Umsturzversuches gegen das verbrecherische Hitler-Regime waren zahlreiche Menschen auf den Tannenberg oberhalb von Imshausen gekommen, um insbesondere des Imshäusers Adam von Trott zu gedenken.

Imshausen – Das Gedenken an die Männer des 20. Juli 1944 ist es wert, gepflegt zu werden. Deshalb waren am 78. Jahrestag des Umsturzversuches gegen das verbrecherische Hitler-Regime allen hitzebedingten Beschwerlichkeiten zum Trotz zahlreiche Menschen zum Kreuz auf dem Tannenberg oberhalb von Imshausen gekommen, um insbesondere des Imshäusers Adam von Trott zu gedenken.

Für die Universität Göttingen sprach der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Andreas Busch, der betonte, dass diejenigen, die Widerstand geleistet und damit einen Teil des moralischen und demokratischen Fundaments der Bundesrepublik Deutschland gelegt hätten, oft sehr alleine gewesen seien. Der Nentershäuser Bürgermeister Ralf Hilmes, der für den Unterkreis Rotenburg der SPD das Wort ergriff, versetzte sich in die Situation des zum Tode verurteilten Adam von Trott und legte ihm – ganz hypothetisch – Worte in den Mund, die er angesichts des aktuellen Weltgeschehens an seine Mitmenschen gerichtet haben könnte: „Steht auf und tretet dem Unrecht entgegen!“

Prof. Dr. Alexander Wöll (links) befasste sich bei der Gedenkfeier  vor Mitgliedern der Familie von Trott zu Solz, des Stiftungsvorstands und zahlreichen Zuhörern auch mit der Situation des von Totalitarismus bedrohten Europa.
Prof. Dr. Alexander Wöll (links) befasste sich bei der Gedenkfeier vor Mitgliedern der Familie von Trott zu Solz, des Stiftungsvorstands und zahlreichen Zuhörern auch mit der Situation des von Totalitarismus bedrohten Europa. © Wilfried Apel

Hauptredner war der Potsdamer Kultur- und Literaturwissenschaftler und Ukraine-Spezialist Prof. Dr. Alexander Wöll, der mit dem Eingeständnis, keine eindeutigen Antworten geben zu können, verschiedenste Dilemmata aufzeigte, in dem sich das von Diktatur und Totalitarismus bedrohte Europa befinde. Angesichts des in Russland herrschenden Diktators stehe die große Frage des Adam von Trott im Raum, ab wann man einen Herrscher töten sollte oder sogar muss. Während von Trott für ein geeintes Europa gestanden habe, habe Putin ganz offen von einem Völkermord an der Ukraine, an ihren Einwohnern und ihrer Kultur, die völlig ausgerottet werden solle, geschrieben. Wöll schloss mit den Worten: „Wir verneigen uns vor Adam von Trott, dem Nicht-Militär und Intellektuellen. Wir gedenken seines Mutes, der uns bei allem, was da jetzt kommen mag, für unser eigenes Handeln hoffentlich ein lebendiges Vorbild sein möge!“ (Wilfried Apel)

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