Bewerbungsfrist ist abgelaufen

Bürgermeisterwahl in Bebra: Stefan Knoche bleibt der einzige Kandidat

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Ist nach dem Rückzug des Amtsinhabers der einzige Kandidat: Stefan Knoche, Chef der Bebraer Stadtentwicklung SEB. 

Es ist ein Novum in der drittgrößten Stadt des Kreises: Erstmals wird es bei einer Direktwahl des Bürgermeisters in Bebra nur einen Kandidaten geben. 

Nachdem Amtsinhaber Uwe Hassl überraschend angekündigt hatte, aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut anzutreten, ist Stadtentwicklungschef Stefan Knoche der einzige Bewerber. Bewerbungsschluss für die Wahl am 8. September war am Montag um 18 Uhr. 

Eine Bürgermeisterwahl ohne Gegenkandidaten hatte es zuletzt in Friedewald und Nentershausen gegeben: Die Amtsinhaber Dirk Noll und Ralf Hilmes traten ohne Konkurrenz an. Bei den jüngsten Wahlen in Philippsthal und Hohenroda gab es dagegen jeweils drei Bewerber auf das Amt des Rathauschefs.

Verlängerung der Bewerbungsfrist nicht möglich

Die Nachricht vom Rückzug von Uwe Hassl rollte am Montag wie ein politisches Beben durch Bebra. Hat es Schäden hinterlassen? In Bebra gibt es zunächst viel Verständnis für die Entscheidung des 58-Jährigen – verbunden mit vielen guten Wünschen. Doch vor allem der Zeitpunkt der Bekanntgabe bleibt nicht unkommentiert.

Tritt nicht erneut an: Bebras Bürgermeister Uwe Hassl geht aus gesundheitlichen Gründen nicht erneut ins Rennen um den Chefposten im Rathaus.

Der Bürgermeister hatte seinen Verzicht auf die Kandidatur nur wenige Stunden vor dem Ende der Bewerbungsfrist öffentlich gemacht. Für potenzielle Kandidaten wenig Zeit, um auf die neue Situation zu reagieren. Zumal Bewerber entweder von ihrer Partei in einer Sitzung gewählt werden oder 74 Unterschriften von wahlberechtigten Unterstützern sammeln müssen. Ein Aufschub der Frist, so sagt es Wahlleiter Friedhelm Eyert, sei rechtlich nicht möglich gewesen.

Eine Bürgermeisterwahl ohne Gegenkandidaten hat es in Bebra seit Einführung der Direktwahl nicht gegeben. Erster so gewählter Bürgermeister war 1995 Horst Groß, zuvor lag die Entscheidung beim Parlament.

"Das hält die Demokratie aus"

„Die Situation ist unglücklich, aber das hält die Demokratie aus“, sagt SPD-Stadtverbandsvorsitzende Christina Kindler. Die Sozialdemokraten hätten bereits vor Monaten beschlossen, keinen Bewerber ins Rennen zu schicken. Bebras CDU-Stadtverbandschef Friedhelm Claus spricht am Montag von einem „bitteren Beigeschmack“, sagt aber auch: „Wir hatten bis gestern keinen Kandidaten und haben auch heute keinen.“ 

Schärfer formuliert es Robert Cavalier von Gemeinsam für Bebra: „Wenn nur ein Kandidat da ist, dann ist keine Wahl da.“ Er prognostiziert: „Die Wahlbeteiligung wird auf ein Minimum sinken.“

Eine klare Wahlempfehlung für den verbliebenen Kandidaten Stefan Knoche sprechen die Parteien – anders als der Bürgermeister – nicht aus. Hassl hatte in seiner Mitteilung, also vor Ablauf der Bewerbungsfrist, bereits von Knoche als seinem „kompetenten Nachfolger“ gesprochen. Dennoch gibt es erste Signale der Unterstützung: „In unseren Reihen gibt es eine positive Stimmung in Richtung Stefan Knoche“, sagt Kindler. Auch Friedhelm Claus lobt: Der Stadtentwickler bringe „alles mit, um Bebra in der Zukunft erfolgreich gestalten zu können“ und habe einen positiven Draht zur CDU. 

Die Bestürzung über das Ausscheiden von Uwe Hassl sei bei der FWG groß, betont Vorsitzender Gerfried Weiß – und hofft darauf, dass der Bürgermeister mit seinem Zuspruch für Knoche erneut ein glückliches Händchen beweist.

Knoche wirbt um "demokratische Legitimation"

„Ich kann mir vorstellen, wie schwer ihm diese Entscheidung gefallen sein muss, zumal ich weiß, mit welcher großen persönlichen Begeisterung er Bürgermeister seiner Heimatstadt ist“, sagt Stefan Knoche über Uwe Hassl. Und hofft, dass die Bürger ihm dennoch am 8. September mit ihrer Ja-Stimme die „wichtige demokratische Legitimation“ erteilen.

In einer öffentlichen Sitzung entscheidet der Wahlausschuss am Mittwoch, 3. Juli, über den Wahlvorschlag von Stefan Knoche im Sitzungssaal des Rathauses Bebra.

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