Bebraer CDU-Fraktion fordert externe Kostenprüfung für Überweg

Brücke über Bahngleise in Weiterode könnte 1,1 Millionen kosten

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Ist seit einem Jahr Streitthema: die Fußgängerbrücke in Weiterode.

Seit die Deutsche Bahn vor einem Jahr die marode Fußgängerbrücke über die Bahngleise im Stadtteil Weiterode gesperrt hat, wird in Bebra nach einer Lösung gesucht.

Bei den Kosten für den Abriss der alten und den Bau einer neuen Aluminiumbrücke gab es lange nur eine grobe Schätzung: 350 000 Euro. Bei einem Termin des Magistrats Ende Januar bezifferten Bahnvertreter die Kosten nun anhand von Erfahrungswerten auf rund 1,1 Millionen Euro. Der CDU ist die Schätzung nicht fundiert genug: Sie will die Kosten von einem externen Fachbüro prüfen lassen.

Die Fußgängerbrücke verbindet die Wohngebiete Eichbach und Bebraer Höhe und wurde bis zur Schließung rege genutzt. Derzeit bleibt in Weiterode nur ein etwa 1,5 Kilometer langer Umweg. Die Bahn hatte den Übergang von Oststraße zu Alleestraße nach einer Routineprüfung wegen Gefährdung der Fußgänger gesperrt und will das marode Bauwerk loswerden. Für den Bahnverkehr bestünde keine Gefahr, ein Abriss sei erst in drei Jahren vorgesehen, heißt es in den Unterlagen der Verhandlungen mit der Bahn, die Bürgermeister Uwe Hassl jetzt vorgelegt hat.

Laut Stadtarchivar Peter Kehm wurde die Brücke als Verbindung für Bahnpersonal zur ehemaligen Eisenbahnschule gebaut und ist nur über Trampelpfade zu erreichen, die auf Bahngelände liegen. Auch wenn deren Nutzung durch die Weiteröder geduldet wurde: eine öffentliche Straße zur Brücke gebe es nicht. Verkehrssicherungspflicht und Baulast – und damit die Entscheidung über Sperrung und Abriss – liegen bei der Bahn. Bereits im März 2019 hatte der Hessische Städte- und Gemeindebund vor einem Rechtsstreit gewarnt. Zuvor hatte das Parlament beschlossen, die Ertüchtigung der Brücke notfalls auch vor Gericht durchzusetzen.

Die Herausgabe der Dokumentation des Brückenzustands hatte die Bahn im Dezember unter Berufung auf das Geschäfts- und Betriebsgeheimnis verweigert. CDU und SPD kritisierten im Haupt- und Finanzausschuss die Informationspolitik von Stadt und Bahn. Erst auf mehrfache Anfrage – zuletzt im November von den Christdemokraten – sei man nun ausreichend unterrichtet worden. Zudem sei suggeriert worden, „dass sich etwas bewegt“, so CDU-Fraktionschef Thorsten Strippel. Bürgermeister Hassl hatte im vergangenen Jahr mehrfach darauf verwiesen, dass auf Informationen seitens der Bahn gewartet wird. Ein Vertragsentwurf sieht vor, dass das Unternehmen den Abriss der bestehenden Brücke zahlt und sich an den Planungskosten für den Neubau beteiligt – in welchem Ausmaß, ist unklar. Eigentümerin der neuen Brücke wäre die Stadt, Baubeginn frühestens 2023.

Die CDU will nun eine „sachlich fundierte Kostenschätzung“ für einen Neubau einholen und dafür etwa 15 000 Euro zahlen. Dabei soll auch geprüft werden, ob die Brücke einige Meter östlich in Richtung des ehemaligen Spielplatzes an der Alleestraße auf einem städtischen Grundstück gebaut werden kann. Ein Vorteil laut CDU: Es könne unabhängig vom Abriss des derzeitigen Überwegs gebaut werden. Entscheiden soll das Bebraer Parlament am heutigen Donnerstag.

Weiterodes Ortsvorsteher Andreas Nölke unterstützt den Vorschlag. Ohne eine genaue Vorstellung von den Kosten gehe „gar nichts“, sagt er. Anfang März soll es zudem eine Bürgerversammlung in Weiterode geben – geht es nach Nölke auch mit Vertretern der Bahn. Ziel sei es, zu informieren, die Meinung aus dem Ort zu hören und für Unterstützung zu werben.

Quelle: HNA

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