Bebraer Parlament gibt grünes Licht

Brücke bei Blankenheim wird 650 000 Euro teurer

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Beschäftigte das Bebraer Stadtparlament jetzt in einer Sondersitzung: die marode Fuldabrücke bei Blankenheim. Durch das immer höher werdende Preisniveau in der Baubranche wird der Neubau, der 20 Meter weiter flussaufwärts entstehen soll, teurer als geplant. 

Bebra. Die marode Fuldabrücke bei Blankenheim wird durch eine neue ersetzt. Das Bebraer Parlament akzeptiert die Kostensteigerung zähneknirschend. 

Wenn Herbert Börner, Vorsitzender des Bebraer Stadtparlaments, in der Sommerpause eine Sondersitzung anberaumt, muss etwas Besonderes vorgefallen sein. Und in der Tat hat der einzige Tagesordnungspunkt, über den die Stadtverordneten am Donnerstagabend entscheiden mussten, das Potenzial, manch einem im Sitzungssaal die Urlaubsstimmung zu verhageln: Der Neubau der maroden Fuldabrücke bei Blankenheim wird 650 000 Euro teurer als geplant.

Bislang waren für das gesamte Bauvorhaben – Abriss, Neubau, neue Zuwegungen – 2,73 Millionen Euro veranschlagt. Jetzt soll alles zusammen 3,38 Mio. Euro kosten.

Die Kostensteigerung ist nach Angaben des mit der Projektumsetzung beauftragten Büros Battenberg & Koch (Bad Hersfeld) „dem aktuellen sehr hohen Preisniveau aufgrund extrem guter Auftragslagen und Auslastung geschuldet“.

"Eine missliche Situation"

Die Stadtverordneten machten deutlich, dass ihnen nicht viel anderes übrig bleiben würde, als die Preissteigerung mitzutragen. „Wenn wir jetzt Nein sagen, setzen wir 100 000 Euro Planungskosten in den Sand“, sagte CDU-Fraktionschef Thorsten Strippel, der von einer „misslichen Situation“ sprach. Dass die alte Brücke in Blankenheim, über die auch der Radweg R1 führt, nicht mehr länger tragbar sei, darüber seien sich alle Beteiligten ohnehin einig.

Der Eigenanteil der Stadt belief sich bisher auf rund 1,4 Mio. Euro. Das Amt für Bodenmanagement und Hessen Mobil hatten bereits zugesichert, die restlichen 1,3 Mio. Euro gemeinsam zu übernehmen. Die Stadt geht davon aus, dass die jetzt bekannt gewordenen Kostensteigerungen in Höhe von 650 000 Euro auch zur Hälfte übernommen werden. „Den entsprechenden Antrag haben wir heute mit der Post verschickt“, sagte Patrick Schuster, Leiter des Bebraer Bau- und Planungsamtes, am Freitag im Gespräch mit unserer Zeitung. Sollte die Förderung bewilligt werden, müsste die Stadt also rund 1,725 Millionen Euro selbst bezahlen.

Strippels Parteifreund Michael Gauler erinnerte im Parlament daran, dass nicht nur Fußgänger, Rad- und Autofahrer, sondern auch Landwirte auf die neue Fuldabrücke warten. Seitdem das alte Bauwerk nur noch mit einem Gewicht von maximal drei Tonnen befahren werden darf, müssten sie, um auf ihre Felder zu kommen, kilometerlange Umwege, teils über Weiterode oder Meckbach, in Kauf nehmen.

Geplante Betriebszeit von 80 Jahren

Stefanie Koch (SPD) wies darauf hin, dass die Alternative – eine Sanierung der alten Brücke – finanziell nicht gefördert worden wäre. Ein Neubau, der für 50 Tonnen ausgelegt sein wird, sei zudem nachhaltiger. „Wir reden jetzt über eine geplante Betriebszeit von 80 Jahren.“

Einig waren sich CDU und SPD, dass bei ähnlichen Bauvorhaben künftig besser darauf geachtet werden müsse, Kostensteigerungen frühzeitig zu erkennen, um schnell reagieren zu können.

Die Abstimmung war dann nur noch Formsache. Bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung akzeptierte das Parlament mit großer Mehrheit die Kostensteigerung.

Startschuss wohl noch in diesem Jahr

Wann es mit dem Bau der Ersatzbrücke losgeht, die 20 Meter flussaufwärts neben dem alten Bauwerk entstehen soll, steht indes noch nicht fest. Die alte Brücke wird erst abgerissen, wenn die neue fertig ist. Dem Vernehmen nach rechnet man im Bebraer Rathaus aber damit, dass der Startschuss noch in diesem Jahr erfolgen wird.

Der enge Zeitplan war auch der Grund für die Sondersitzung mitten in der Sommerpause. Das Parlament hätte sich sonst regulär erst wieder am 5. September getroffen. Wäre erst dann über die Brücke abgestimmt worden, hätte sich der Baubeginn bis ins nächste Jahr verzögert.

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