Ergebnisse erst kommende Woche

Bombenfund in Bebra? Acht verdächtige Gegenstand auf Baugrundstück

Müssen jetzt abwarten: Eberhard Unger (Kurhessen Gewerbebau), Thomas Balk und Hans-Georg Germeroth (beide im Vorstand des VR-Bankvereins Bad Hersfeld-Rotenburg) haben gestern das betroffene Grundstück an der Nürnberger Straße in Bebra besichtigt. Fotos: Schaffner

Bebra. Weltkriegsbomben oder doch nur alte Töpfe? Diese Frage sorgt in Bebra für Aufregung. Denn auf einem Baugrundstück in der Innenstadt hat der Kampfmittelräumdienst mit Metalldetektoren an acht Stellen verdächtige Gegenstände aufgespürt.

„Was genau dort unter der Erde liegt, wissen wir nicht“, sagt Eberhard Unger, Geschäftsführer der Firma Kurhessen Gewerbebau aus Schwalmstadt, die auf der Baustelle als Generalunternehmer auftritt. Mit einem Ergebnis sei erst frühestens Ende der kommenden Woche zu rechnen, wenn Experten die sogenannten Anomalien, also die verdächtigen Gegenstände, ausgraben. „Schaut man sich aber die fast linienförmige Anordnung der Anomalien an, spricht viel dafür, dass es sich um Abwurfmaterial aus dem Zweiten Weltkrieg handelt“, sagt Unger. Eine konkrete Gefahr für Anwohner bestehe aber nicht. Das Grundstück ist abgesperrt.

Eigentlich sollten auf dem knapp 3000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Nürnberger Straße und Friedrichstraße schon längst die Bagger rollen. Der VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg will auf dem Gelände ein „Wohnheim für Beeinträchtigte“ für die Sozialen Förderstätten Bebra und ein fünfgeschossiges Wohn- und Geschäftshaus bauen. Die VR-Bank investiert als Bauherrin insgesamt rund 8,5 Millionen Euro. „Durch die verdächtigen Funde können wir natürlich erst später starten“, sagt Thomas Balk vom Vorstand der VR-Bank, der nun davon ausgeht, dass die Bauarbeiten am Montag, 23. Oktober, beginnen werden. „Und vielleicht liegen dort ja auch keine Bomben, sondern nur harmlose alte Töpfe oder Fahrräder“, sagt Balk.

Das Wohnheim mit zwei Dutzend Pflegeplätzen soll im September 2018 übergeben werden. Das Wohn- und Geschäftshaus wird voraussichtlich Ende 2018 fertig.

Dass die Metalldetektoren des Kampfmittelräumdienstes angeschlagen haben, wundert Generalunternehmer Unger übrigens nicht. „Bebra ist für uns immer Verdachtsfläche“, sagt er.

Schließlich flogen fast 200 Bomber der US-Armee am 4. Dezember 1944 einen Luftangriff auf die Stadt und warfen binnen 13 Minuten unter anderem fast 1900 Spreng- und 40 000 Stabbrandbomben ab. Hauptangriffsziel war der für den deutschen Nachschub wichtige Rangierbahnhof. Bei dem Angriff kamen in Bebra 64 Menschen ums Leben.

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