Trotz höherer Nachfrage von Menschen mit Migrationshintergrund

Bei den Tafeln im Kreis Hersfeld-Rotenburg ist weiter jeder Bedürftige willkommen

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Tafeltag in Bebra: Die ehrenamtlichen Helferinnen sortieren die Lebensmittel in die Regale.

Bad Hersfeld/Bebra. Die Tafeln in Deutschland verzeichnen immer mehr Zulauf von Menschen mit Migrationshintergrund. Dabei kommt es zuweilen auch zu Problemen vor allem mit jungen Männern.

Einige Tafelkunden, darunter ältere Menschen und Frauen, kommen nicht mehr – trotz Bedürftigkeit. Die Essener Tafel hat darauf reagiert und nimmt vorerst nur noch Menschen mit einem deutschen Pass auf.

Auch im Landkreis Hersfeld-Rotenburg nehmen vermehrt Migranten die Hilfe der Tafel in Anspruch. Durch die Zuwanderung ist die Zahl der Bedürftigen gestiegen. Silvia Stenchly, die sich mit Bozena Kujawa die Stelle als Leiterin der Bebraer Tafel teilt, erzählt von länger gewordenen Wartelisten und größerem Zulauf durch die Flüchtlingswelle. Einen Ausschluss von Menschen ohne deutschen Pass kann sie sich aber nicht vorstellen. Die Abarbeitung der Warteliste erfolgt nach Reihenfolge der Anmeldung. Dabei werde niemand aufgrund seiner Nationalität ausgeschlossen oder benachteiligt.

Probleme unabhängig von der Herkunft

Manchmal gebe es Probleme mit Tafelkunden. Diese seien aber unabhängig ihrer Herkunft. Der Grund für Streitigkeiten sei häufig, dass die Kunden schneller dran kommen wollten oder mehr mitnehmen möchten als ihnen zustehe, erzählt Silvia Stenchly. Es werde versucht, die Probleme freundlich zu lösen. Klappt das nicht, kann ein Tafelkunde auch des Hauses verwiesen werden.

Die Tafel Bebra versorgt aktuell 500 Bedürftige mit Lebensmitteln, davon sind etwa ein Drittel Kinder. Auf der Warteliste der Bebraer Tafel stehen momentan 20 Bewerber. Der längste wartet seit November 2017. Am Dienstag und Freitag werden Tafelkunden in Bebra bedient. Jeden zweiten Freitag findet ein zusätzlicher Tafeltag in Rotenburg statt und jeden zweiten Mittwoch können Bedürftige, die auf der Warteliste stehen, restliche Speisen vom Dienstag entgegennehmen.

Hersfelder Tafel wird gut unterstützt

Die Hersfelder Tafel sieht sich in einer anderen Lage. Durch die gute Versorgung von Lebensmittelläden, Bäckern und Metzgern aus Bad Hersfeld, benötigen sie keine Warteliste. Die rund 800 Tafelkunden können gut versorgt werden. Aber auch wenn das nicht so wäre, würde die Tafel Bad Hersfeld nicht auf das Essener Model zurückgreifen.

„Wir machen da keinen Unterschied“, erklärt Silvia Hemel, Leiterin der Tafel Bad Hersfeld. Aufgrund des gestiegen Bedarfs wurde ein neuer Tafeltag eingeführt. Neben Montag und Donnerstag, hat die Tafel auch jeden zweiten Mittwoch geöffnet.

Von Problemen mit den Tafelkunden, unabhängig ihrer Nationalität, kann Silvia Hemel nicht berichten.

Von Patrizia Lerch

Quelle: HNA

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