Konzertabend

Bebra: Zarte Töne und schräge Späße mit Total Vocal 

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In Schwarz mit glockenklaren Stimmen: Die Sängerinnen und Sänger unterhielten nicht nur mit Gesang, sondern auch durch ihr Spiel mit dem hingerissenen Publikum.

Ein begeisterte Publikum und viele Gelegenheiten zum Mitmachen gab es beim Auftritt von Total Vocal im Bebraer Stadtteil Weiterode.

Wer einen Konzertabend des Gilfershäuser Vokalensembles „Total Vocal“ besucht, erwartet etwas Besonderes. Wer einen erlebt, ist immer wieder neu verblüfft und begeistert von der Leichtigkeit, mit der der Chor singt, sich und seine verschiedenen Stimmlagen auf den Arm nimmt, einen ganzen Abend zelebriert.

Schon beim Betreten von Ellis Saal am Samstag wurde das Publikum „gekitzelt“: Für die Herren gab es ein Los, man konnte gewinnen. Was? Das verrieten die charmanten Moderatorinnen Heike Lorey und Jessica Röhn nach dem Einzug der Protagonisten auf der in schönes Licht getauchten Bühne: Zwei von „Total Vocal“ erteilte „Wildcards“ – Berechtigungen für den Besuch einer Chorprobe, einfach mal so. Für wen? Für zwei Tenöre, denn „der Chor hat nur zwei der besten Tenöre der Welt und er braucht was Frisches“. 

Das Publikum war gefordert

Deren Casting, in das das Publikum mit gymnastischen Übungen sowie mit Lachen und Prusten hervorrufenden „Massage-Ketten“ einbezogen wurde, war der amüsante rote Faden des Abends. Letztendlich wurden zwei Aspiranten ausgelost, auf die Bühne gebeten und eingeladen, was der Jüngere dann aber unter Hinweis darauf, dass er noch keine „Tenorfrisur“ (Kahlstelle auf dem Hinterkopf) habe, einfach mal so stehen ließ.

Die wegen verschiedener Ausfälle nur zu elft auftretenden Sängerinnen und Sänger gaben alles, um die Aspiranten zu „locken“. Den Jamie-Cullum-Song „I’m All Over it Now“ sangen sie siebenstimmig, mit „wahnsinnigen“ Harmonien, und nach dem effektvoll inszenierten Rammstein-Hit „Engel“ ertönten erste Begeisterungspfiffe. 

Rappelvoller Saal: Ein begeistertes Publikum feierte das Gilfershäuser Ensemble „Total Vocal“.

Nicht viel anders war es bei „Fix You“ von Coldplay und bei der umjubelten A-cappella-Version des Flying-Pickets-Evergreens „Only You“. Mit Soloeinlagen überzeugten Jessica Röhn und Michael Vaupel an der Gitarre („Ironic“) sowie ein Spezial-Quintett mit dem ansonsten unaufgeregt dirigierenden 31-jährigen Kopf der Gruppe, Christian Hartig, am Cajon und Willi Repnak am Saxophon („Cantaloupe“). Dessen nicht enden wollender Schlusspunkt wurde frenetisch gefeiert.

Nach der Pause durfte und „musste“ das Publikum erst einmal aufstehen und dreistimmig „Obstsalat“ zubereiten. „Mango Mango“ war angesagt. 

Klassiker und aktuelle Hits

Es folgten eine solistische Glanzleistung von Jessica Röhn („City of My Heart“) und ein bunter Blumenstrauß von Titeln, die so richtig zu „A cappella for You“, so das Motto des neuen Total-Vocal-Programms, passten. Herausragend originell das von Heike Lorey und Michael Vaupel als „Fleischeslust“ angekündigte Fee-Badenius-Lied „Fleisch-Esslust“ („Der Geist ist willig und das Fleisch ist zart“), anrührend der von Willi Repnak ganz speziell für seinen Sohn Jonathan gesungene Simon-and-Garfunkel-Evergreen „The Sound of Silence“. 

Nach dem Schlussstück ließen die Zugaben nicht lange auf sich warten: Coldplays „Viva la Vida“ und ein Loblied auf das stehend applaudierende Publikum: „Das Publikum war heute wieder wundervoll“.

Quelle: HNA

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