Mit Online-Verleihmarkt auf Platz Sieben

Vier Schüler aus Bebra bei Bundeswettbewerb „Jugend gründet“ vorn dabei

Theophil Richter (von links), Niklas Rummel, Tim Habermann und Lukas Brostmeyer von den Beruflichen Schulen Bebra am Finaltag des Bundeswettbewerbs „Jugend gründet“ im Bebraer Rathaus. Auf einem Tisch stehen aufgeklappte Laptops. Das Finale fand wegen der Corona-Pandemie per Livestream statt.
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Finalteilnehmer per Livestream: Corona-bedingt fand das Finale der Zukunftsgründermesse „Jugend gründet“ nicht in Stuttgart bei Porsche statt. Theophil Richter, Niklas Rummel, Tim Habermann und Lukas Brostmeyer vom Beruflichen Gymnasium nahmen per Livestream im Bebraer Rathaus teil.

Mit einer pfiffigen und gut durchdachten Geschäftsidee gehörten vier Schüler aus Bebra zu den ingesamt nur 37 Teilnehmern, die es bis in das Bundesfinale des Wettbewerbs „Jugend gründet“ geschafft haben.

Porsche in Stuttgart – das war das Ziel, das vier junge Männer des Beruflichen Gymnasiums Bebra in der vergangenen Woche gerne angepeilt hätten. Normalerweise findet das Finale von „Jugend gründet“, in das es neben den Bebraer Schülern nur neun weitere Teams geschafft haben, in der schwäbischen Landeshauptstadt statt. Doch statt in Stuttgart installieren Lukas Brostmeyer, Niklas Rummel, Tim Habermann und Theophil Richter ihre Laptops zum Live-Streaming im Rathaus in Bebra. Wettbewerbe in Corona-Zeiten folgen anderen Regeln.

Doch die Schüler, die im kommenden Jahr ihr Abitur machen, nehmen es gelassen. „Super, dass wir hier in der Verwaltung so gute technische Bedingungen vorfinden“, sagen sie. Es gibt einen großen Obstkorb und einen gut gefüllten Kühlschrank mit kalten Getränken. Lehrer und Mentor Frank Wagner freut sich auch über die guten Voraussetzungen und dankt Bürgermeister Stefan Knoche und dem Förderverein der Beruflichen Schulen für die gute Unterstützung.

So funktioniert der Wettbewerb „Jugend gründet“

In der ersten Spielphase des Wettbewerbs „Jugend gründet“ haben die Teilnehmer die Aufgabe, einen Businessplan für eine innovative Geschäftsidee zu entwickeln. In der zweiten Spielphase im zweiten Schulhalbjahr starten alle Teilnehmer in eine Startup-Simulation.

Das Planspiel simuliert acht Geschäftsjahre, in denen es gilt, ein virtuelles Unternehmen mit möglichst nachhaltigen strategischen Entscheidungen durch die Höhen und Tiefen der Konjunktur zu führen. Die zehn besten Teams aus beiden Wettbewerbsphasen (Businessplanund Planspielphase) werden normalerweise zum dreitägigen Bundesfinale nach Stuttgart eingeladen. Im Corona-Jahr fand es virtuell statt. Auf das Siegerteam wartet eine geführte Reise unter anderem ins Silicon Valley (USA). Hauptsponsor ist Porsche.

Finaltag 1: Die Präsentation der Geschäftsidee

Tag eins des Online-Finales kommt schneller als gedacht. Zumal die Vier – wie ihre Mitschüler auch – noch den ganz realen Unterricht bewältigen müssen. Wegen Corona werden jetzt Klausuren nachgeholt, damit Lehrer eine Grundlage für die Zeugnisnote haben. „Ein bis zwei Tage haben uns zur Vorbereitung gefehlt“, bedauert Frank Wagner.

Und dennoch. Am Abend des ersten Finaltags ist er zufrieden: „Unsere Jungs haben sich mit ihrer Geschäftsidee sehr gut verkauft“, urteilt er. Zu einer weiteren Prognose lässt Wagner sich nicht verleiten: „Das Wettbewerbsumfeld ist auch sehr stark“, gibt er zu Bedenken. Bei der „Shary Global GmbH“ der Bebraer Schüler handelt es sich um einen virtuellen Verleih-Marktplatz. Dort sollen Vermieter ihre einmal angeschafften Geräte und Gebrauchsgüter Mietern gegen ein Entgelt zur Verfügung stellen können. Das wäre auch ein Beitrag zu einem nachhaltigeren Umgang mit den Ressourcen, meint das Team.

Finaltag 2: Das Juryurteil

„Beeindruckend“, „Tief und gut durchdacht“, „Komplexe Abwicklung“ – so lautet unter anderem das Urteil von zwei Jurymitgliedern an Tag zwei. Dezente Kritikpunkte gab es auch: Wie kann sich Shary zum Beispiel von der ganz normalen Nachbarschaftshilfe abgrenzen?

Tipps gibt es außerdem: Shary sollte den regionalen Markt in den Blick nehmen und sich auf einige wenige Verleih-Produkte konzentrieren. „Das sind gute Hinweise“, bedankt sich Niklas für das Team, das sich schon seit der Schulzeit in Obersuhl kennt. „Ihr habt eine tolle Leistung abgeliefert“, würdigt später noch Dr. Anette Brüne, Head of Marketing & Sales Services BYK-Chemie GmbH (Division von Altana AG). Eine Frau, die es wissen muss.

Das Shary-Team ist zufrieden und hoffnungsfroh. Denn der Wettbewerb ist für die Schüler weitaus mehr, als das olympische Motto „Dabeisein ist alles“. Sie wollen den Erfolg für ihr Projekt, für das sie nicht nur viel Zeit investiert, sondern auch jede Menge Energie und Leidenschaft reingepackt haben.

Kommunikation per Livestream: Eingebunden ins finale Geschehen des Bundeswettbewerbs „Jugend gründet“ waren die vier Teilnehmer aus Bebra wegen der Corona-Pandemie nur per Internet-Chat.

An Tag zwei gibt es vor der Siegerehrung Grußworte über den Bildschirm von erfahrenen und erfolgreichen Unternehmern, Führungskräften, Professoren und jungen Innovatoren, die es mit einem Start-up geschafft haben und auf dem Markt angekommen sind.

Am Ende erreicht das Team aus Bebra Platz sieben. Gutes Mittelfeld, wie die jungen Männer und ihr Lehrer finden. Ein wenig Enttäuschung spielt auch mit. Ein Sonderpreis wäre schön gewesen. Doch für Familie, Freunde und die Beruflichen Schulen in Bebra sind die Vier garantiert Sieger der Herzen.

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