Informationstage der Lehrbaustelle

Bebra: 450 Schüler aus dem Landkreis erhielten Einblick ins Bau-Handwerk

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Einblick ins Wände mauern: Azubi Jonas zeigt dem 13-jährigen Simon von der Gesamtschule Niederaula die Arbeitsschritte. 

Pflastern, mauern und fliesen: Einen Einblick in Handwerksberufe erhielten 450 Schüler aus Hersfeld-Rotenburg innerhalb der vergangenen sieben Tage auf der Lehrbaustelle in Bebra.

„Wir möchten den Jugendlichen vermitteln, dass die Arbeit im Bauhandwerk nicht nur Schmutz und Schmerz bedeutet. Unser Berufsfeld bietet täglich neue Aufgaben“, sagt der Lehrbaustellenbeauftragte Klaus Stöcker. 

Eine Arbeit im Baugewerbe lohne sich, denn allerorts fehle es an Handwerkern: „Wir haben mittlerweile mehr Stellen als potenzielle Auszubildende. Mit den Aktionstagen möchten wir junge Leute für das Handwerk wachkitzeln“, sagt Stöcker.

Damit das gelingt, werden den 12 bis 15 Jahre alten Schülern während eines Vormittags berufliche Aufstiegsmöglichmöglichkeiten im Handwerk und praktische Einblicke geboten: „Hier können sie sich ausprobieren. Die Praxis bleibt ihnen ganz anders in Erinnerung“, sagt Ottokar Schwerd von der Agentur für Arbeit, die die Aktion unterstützt.

Fliesenlegen und Holzsägen war beliebt

Zwei Schüler, die ihr handwerkliches Geschick am Mittwoch in Bebra unter Beweis stellten, waren der 13-jährige Simon und der 12-jährige Ben von der Gesamtschule in Niederaula. 

„Wir haben eine gute Einsicht in die unterschiedlichen Bauberufe gewonnen und wissen definitiv mehr als vorher“, sagen die beiden. Besonders gefallen hat ihnen das Fliesenlegen und das Holzsägen.

Der 12-jährige Ben von der Gesamtschule Niederaula übt sich im Fliesenlegen. 

Ein Problem bei der frühen handwerklichen Ausbildung von Jugendlichen liegt laut Klaus Stöcker bei einigen Schulen: „Die Praxis wird leider immer mehr vernachlässigt. Und wenn ein solcher Tag bei uns nur dazu dient, um zu erkennen, dass das Handwerk nichts für einen ist, dann ist viel gewonnen“, sagt Stöcker. 

Dass die Infotage Früchte tragen, bestätigt Hubert Lorenz, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hersfeld-Rotenburg. Denn viele Azubis würden sich zurückerinnern, dass ihr Berufswunsch einem solchen Aktionstag entsprang. 

Eine Lehrbaustelle der Bauwirtschaft

Die 1979 gegründete Lehrbaustelle der Bauwirtschaft Hersfeld-Rotenburg ist eine Einrichtung der Bauhandwerks-Innung, in der der überbetriebliche Teil der Berufsausbildung für zahlreiche Handwerksberufe erfolgt. So werden in Bebra junge Menschen zu Betonbauern, Fliesenlegern, Maurern, Straßenbauern, Zimmerern sowie Hoch- und Tiefbauarbeitern und Ausbaufacharbeitern ausgebildet. 

Die Azubis kommen aus Betrieben aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg sowie von weiteren Betrieben aus den Landkreisen Fulda und Werra-Meißner. Die in Blöcken gestaffelten Praxiseinheiten ergänzen die innerbetriebliche Ausbildung und den theoretischen Unterricht in der Berufsschule. (ses/mmo)

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