Festakt im Lokschuppen

Auszeichnung für Horst Taube: Kreislandwirt erhält Hessischen Verdienstorden am Band

Mit dem Verdienstorden am Revers und der Kirmesplätsche in der Hand: Horst Taube aus Blankenheim (rechts) mit Bürgermeister Stefan Knoche.
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Mit dem Verdienstorden am Revers und der Kirmesplätsche in der Hand: Horst Taube aus Blankenheim (rechts) mit Bürgermeister Stefan Knoche.

Für seine langjähriges und umfassendes ehrenamtliches Engagement ist Kreislandwirt Horst Taube aus Blankenheim am Freitag mit dem Hessischen Verdienstorden am Band geehrt worden.

Bebra – Er ist bei der Aufzählung des politischen Engagements angekommen, als der Präsident des Regierungspräsidiums Kassel kurz stoppt: „Ich weiß nicht, wie sie das alles zeitlich unter einen Hut bekommen“, sagt Hermann Josef Klüber am Dienstag mit etwas Verwunderung in Richtung des Ehrengastes des Vormittags im Bebraer Lokschuppen. Horst Taube, Landwirt aus Blankenheim, wird mit dem Hessischen Verdienstorden am Band ausgezeichnet – und der RP-Chef bittet mit Blick auf die zahlreichen ehrenamtlichen Aufgaben des 68-Jährigen um Tipps beim Zeitmanagement.

Taube ist seit 1997 Kreislandwirt. Seit 19 Jahren ist der CDU-Kommunalpolitiker Mitglied im Kreistag, seit 27 Jahren steht er auf der politischen Bühne in Bebra, zunächst als Stadtverordneter, seit 2016 als Stadtrat im Magistrat. Die Aufzählung ist nur ein Auszug.

Kreislandwirt Horst Taube mit Hessischem Verdienstorden geehrt

Horst Taube, Kreislandwirt und Träger des Hessischen Verdienstordens am Band, lächelt mit seiner Frau Edelgard für ein Foto in die Kamera.
Horst Taube, Kreislandwirt und Träger des Hessischen Verdienstordens am Band, lächelt mit seiner Frau Edelgard für ein Foto in die Kamera.
Horst Taube, Kreislandwirt und Träger des Hessischen Verdienstordens am Band, lächelt mit seiner Frau Edelgard für ein Foto in die Kamera.
Horst Taube, Kreislandwirt und Träger des Hessischen Verdienstordens am Band, lächelt mit seiner Frau Edelgard für ein Foto in die Kamera.
Kreislandwirt Horst Taube mit Hessischem Verdienstorden geehrt

Eingesetzt habe sich der Mitgründer und langjährige Chef des Bodenverbands Hersfeld-Rotenburg nicht nur für die Interessen der Landwirte, sondern aller Kreisbewohner, betonen die Redner, zu denen auch Landrat Dr. Michael Koch und der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, gehören. „Heute bekommt jemand eine Auszeichnung, weil er es verdient hat“, formuliert es Bürgermeister Stefan Knoche.

2009 erhielt Horst Taube bereits den Ehrenbrief des Landes Hessen. Rund 70 Gäste aus Politik, Handel sowie dem Verwandten- und Bekanntenkreis des 68-Jährigen sind dabei, als er Träger des Verdienstordens am Bande wird. Locker durch das Programm führt Michael Helmich: Der ehemalige Kommandeur der Bundeswehr-Garnison in Rotenburg beschreibt seinen Freund als „echten Bebraner“ und Familienmenschen mit mittlerweile sieben Enkelkindern. Die Probleme auf dem Hof der Taubes seien häufig auf dem Schlepper geklärt worden. Meist hieß es dann für die Kinder des Landwirts: „Wenn du schon hier bist: Pack doch mal mit an.“ Es ist ein stückweit auch der Leitsatz für den ehrenamtlichen Einsatz des 68-Jährigen.

„In der Region so bekannt wie ein bunter Hund“

„Horst Taube ist in der Region so bekannt wie der sprichwörtliche bunte Hund“, sagt Parteifreund und Stadtverordnetenvorsteher Herbert Börner. Wenn es eines gebe, dass der „Tausendsassa“, nicht ausstehen könne, seien das Ungerechtigkeiten. „Dann wird aus dem friedlichen Riesen auch mal ein brodelnder Vulkan.“

Mit einer Ungerechtigkeit scheint sich der 68-Jährige allerdings zähneknirschend abgefunden zu haben: Dass es aufgrund der Corona-Pandemie keine Stadtjubiläumsfeier in Bebra gibt. Taube war als Kirmesbursche schon bei der 1200-Jahrfeier der Biberstadt dabei, er weiß, auf was die Bebraner verzichten müssen. Die Kirmesplätsche von damals – das stumpfe Gerät war zum abendlichen Räumen des Festzelts von besonders treuen Kirmesfreunden gedacht – überlässt er nun der Stadt. „Die bekommt einen Ehrenplatz“, verspricht Bürgermeister Knoche.

Dass es mit dem Zeitmanagement nicht immer ganz einfach ist, zeigt sich zum Ende des offiziellen Teils – bevor es mit Gesprächen und Gulaschsuppe weitergeht. Als ein sichtlich bewegter Horst Taube seine Dankesworte spricht, gibt er mit einem Blick auf seine Frau Edelgard zu: „Ich bekomme viel geschimpft, und sie hat ja auch recht, weil ich nicht immer mache, was sie sagt.“ Er habe die vielen Jahre als Ehrenamtler bisher aber genossen. Und das soll auch so bleiben: Ans Aufhören denkt Horst Taube noch nicht. (Von Clemens Herwig)

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