Sitzung am 3.Mai

Bahnhof Bebra: Parlament entscheidet über Umfang der Sanierung des Inselgebäudes

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Insgesamt 124 Meter lang: Auf diesem Foto des Empfangsgebäudes in Insellage auf dem Bahnhof Bebra ist rechts noch ein Stück des südlichen Teils zu sehen, bei dem nach heutigem Stand der Planung nur die Fassade wiederhergestellt werden soll. In der Bildmitte befindet sich das Mittelgebäude, das drei Etagen hat, dahinter der nördliche Teil.

Bebra. Soll das historische Empfangsgebäude auf dem Bebraer Bahnhof nur zu einem Teil saniert werden oder komplett? Diese Entscheidung werden Anfang Mai die Stadtverordneten Bebras treffen.

Bebra. Soll das historische Empfangsgebäude auf dem Bebraer Bahnhof nur zu einem Teil saniert werden oder komplett? Diese Entscheidung werden Anfang Mai die Stadtverordneten Bebras treffen.

Ursprünglich sollte die gesamte Fassade des 124 Meter langen Gebäudes wiederhergestellt werden und im Innern nur der nördliche Teil bis zum Mittelgebäude. Das würde fünf Millionen Euro kosten. Allerdings hat sich nun laut Erläuterung von Bauamtsleiter Patrick Schuster herausgestellt, dass der komplette Innenausbau samt Fassade 5,7 Millionen Euro kosten würde.

Sollte der Innenausbau des südlichen Teils erst später folgen, wären die Kosten erheblich höher als 700 000 Euro. Gründe sind unter anderem steigende Baukosten und der bautechnisch komplizierte Standort zwischen den Bahnsteigen und ohne reguläre Zufahrt für Baufahrzeuge.

1,2 oder 1,9 Millionen Euro

Die Stadt bekommt eine hohe Förderung von 3, 8 Mio. Euro für Fassade und Teilausbau. Selbst müsste Bebra nur 1,2 Mio. Euro finanzieren. Beschließen die Stadtverordneten aber nun den Gesamtausbau, müsste die Stadt die Mehrkosten von 700 000 Euro ohne Fördergeld stemmen, also insgesamt 1,9 Mio. Euro.

Die Kosten hat auf Grundlage mehrerer Gutachten der Generalplaner geschätzt. Das ist nach einer europaweiten Ausschreibung die Waldhelm GmbH aus Jena. Sie hatte Anfang September 2017 von 31 Bewerbern – alle kommen aus Deutschland – den Zuschlag erhalten, so erläutert der Bauamtsleiter.

Schon Ende 2019 soll das Inselgebäude in neuem Glanz erstrahlen. Die Zeit für die Bauarbeiten drängt, weil die Fördergelder bis dahin ausgegeben sein müssen. 3,8 Mio Euro kommen aus dem Topf „Nationale Projekte des Städtebaus“ sowie der Verkehrsinfrastrukturförderung. Der Bahnhof erhielt 1869 in Insellage sein heutiges Empfangsgebäude – entsprechend war es ursprünglich im Gründerzeitstil erbaut.

Vier Klassen zu Kaisers Zeiten

Heute kennt man aus den Zügen nur noch eine erste und eine zweite Klasse. Zu Kaisers Zeiten vor über 100 Jahren gab es noch vier Klassen, also auch eine entsprechende Zahl von Warteräumen im Empfangsgebäude, wobei sich die dritte und die vierte südlich vom Mittelgebäude befanden. Es gab außerdem unter anderem einen Speisesaal, einen Cafésaal, eine Gaststätte und den Sternensaal mit einer Raumhöhe von sieben Metern.

Die Bahn hat später die Räume nach dem Zeitgeschmack modernisiert und die Decken abgehängt. Darunter hat man eine noch gut erhaltene hölzerne Kassettendecke gefunden.

Laut Schuster ist vorgesehen, den Gründerzeit-Zustand wiederherzustellen und nicht die in späterer Zeit entstande Malerei mit bäuerlichen Szenen und einer Sternzeichen-Uhr zu erhalten. An diese könne aber mithilfe einer Projektion erinnert werden.

Geplant sind unter anderem ein Wartebereich mit Toiletten, Büroräume, Austellungsräume, ein Museumsbereich und Aufzug. Ein Bericht, was genau in den nächsten Monaten bis Ende 2019 geplant ist, folgt noch.

Termin: Die öffentliche Stadtverordnetenversammlung, in der über den kompletten oder den Teilausbau des Inselgebäudes entschieden wird, findet am Donnerstag, 3. Mai, ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Rathauses in Bebra statt.

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