5,7 Millionen Euro schweres Projekt

Bahn frei für Inselgebäude des Bebraer Bahnhofs: Baugenehmigung erteilt

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Ein grünes Dokument bedeutet freie Bahn: Generalplaner Christian Tannert vom Architekturbüro Waldhelm (Jena), Bebras Bauamtsleiter Patrick Schuster und Projektsteuerer Harry Jost mit der Baugenehmigung vor dem Inselgebäude am Bahnhof.

Bebra. Jetzt kann es richtig losgehen: Der Landkreis Hersfeld-Rotenburg hat die Baugenehmigung für die Sanierung des Inselgebäudes am Bebraer Bahnhof erteilt.

Damit ist der Weg frei für die Ausschreibungen und die Freigabe des Fördergeldes vom Land Hessen und dem Bund. Erste Baugerüste sollen im Dezember zu sehen sein. Das Inselgebäude wird für 5,7 Millionen Euro wiederhergestellt: Unter anderem zieht eine Ausstellung zur Bahngeschichte und Rolle Bebras als Grenzbahnhof ein.

„Wenn die Baugenehmigung für ein Einfamilienhaus der Hauptschulabschluss ist, haben wir gerade Abitur mit drei Sternchen gemacht“, sagt Stefan Knoche von der Stadtentwicklung Bebra (SEB). Die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes ist auch eine logistische Herausforderung, sagt Projektsteuerer Harry Jost: Links und rechts des Gebäudes liegen Gleise, was bei den Bauarbeiten berücksichtigt werden muss, um den Bahnbetrieb nicht unnötig einzuschränken. „Einen Kran wird es schon mal nicht geben“, so Jost. Angefahren wird die Baustelle über einen Bahnübergang, der von der Park-and-Ride-Anlage an der Ostseite des Bahnhofs zur Inselspitze führt. Für riesige Sattelzüge wird das allerdings nicht möglich sein.

Im Dezember wird die Baustelle eingerichtet und gesichert, ab dann wird ein hölzerner Bauzaun den Blick auf das Gebäude verdecken, außerdem werden die ersten Gerüste aufgestellt. Sämtliche Arbeiten erfolgen in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde und dem Landesamt für Denkmalpflege. Im ersten Schritt wird die Sanierung und Entkernung vorbereitet. Ab dem heutigen Donnerstag werden die bereits vorliegenden Angebote der Firmen für diese Arbeiten gesichtet – möglich gemacht hatte das ein Fördergeld-Vorsorgebescheid, den die Stadt beantragt hatte. Weitere Ausschreibungen, nun mit der vorliegenden Baugenehmigung, werden ab November folgen, so Bauamtsleiter Patrick Schuster. Der Innenausbau soll im Frühjahr 2019 beginnen, dann bekommt das Inselgebäude auch neuen Putz und ein neues Dach.

Laut Stefan Knoche muss das Fördergeld – das den Löwenanteil der Kosten abdeckt – bis Ende 2019 ausgegeben sein. Die Verantwortlichen sind zuversichtlich, dass sie das erfüllen können. Das Inselgebäude soll spätestens im ersten Quartal 2020 bezugsfertig sein. Bebra rechnet mit 2,4 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm für nationale Denkmäler. Weitere 2,4 Millionen kommen aus der hessischen Verkehrsinfrastrukturförderung GVFG, die über Hessen Mobil abgewickelt wird. Hier hofft die Stadt auf mehr. Dann könnte der Eigenanteil von 900.000 auf 700.000 Euro sinken.

In diese fünf Bereiche könnte das Inselgebäude aufgeteilt werden: von links 1) Öffentlicher Wartebereich sowie Lager- und Büroräume für Cantus 2) Ausstellungbereich 3) Hauseingang sowie Räumlichkeiten für SEB und Touristinfo 4) Ausstellungsbereich 5) Räumlichkeiten für ein geplantes Gründerzentrum. Die Zeichnung zeigt die Gebäudeseite aus Blickrichtung Innenstadt.

Die nahezu 90-prozentige Förderung habe den Abriss und damit den weiteren Verfall der Bahnhofslandschaft in Bebra verhindert, so Bürgermeister Uwe Hassl. „Wenn unser Prestigeobjekt am Start ist und man sieht, was wir geleistet haben, werden sich schon noch die Mietinteressenten finden lassen, um das Inselgebäude neben öffentlichen Nutzungsvorgaben einer privatwirtschaftlichen Nutzung zuzuführen“, sagt Hassl.

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