Neue Arbeitsplätze

Ausbildungsoffensive der Bahn: Zahl der Lokführer-Azubis in Bebra steigt

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Haben nun mehr Platz für die Ausbildung: der angehende Fachlehrer Björn Röse (von links) sowie die Fachlehrer Dieter Krieg, Carsten Bartnik und Benjamin Hamberger bei einem Bremsprobe-Seminar in den Unterrichtsräumen von DB Cargo an der Gilfershäuser Straße. 

Die Deutsche Bahn stärkt den Ausbildungsstandort Bebra.

Im Unterrichtszentrum der DB Cargo an der Gilfershäuser Straße sollen künftig mehr sogenannte Eisenbahner im Betriebsdienst ausgebildet werden – darunter fallen Lokführer, Rangierer und Fahrdienstleiter. Der Ausbau ist Teil einer groß angelegten Ausbildungsoffensive der Bahn. In Bebra sollen so in den nächsten zwei bis drei Jahren zehn neue Arbeitsplätze entstehen.

Hauptstandort der dreijährigen Ausbildung in Hessen ist und bleibt das Qualifizierungscenter in Frankfurt, die Bahn will nun aber zunehmend Kompetenzen in die Region verlagern. „Es geht auch darum, direkt in der Region für die Region auszubilden“, sagt Daniel Stange, Standortleiter der DB Cargo in Kassel und Bebra.

Bereits im Dezember wurden die Schulungsräume am Bebraer Bahnhof für etwa 30 000 Euro umgebaut und ein vierter Unterrichtsraum und zwei zusätzliche Büros geschaffen. Zudem sind Infrastrukturverbesserungen geplant, Beamer und weitere benötigte Technik sollen angeschafft werden. Derzeit gibt es in Bebra zehn Ausbilder. Die Zahl soll auf absehbare Zeit allerdings auf 15 Ausbilder wachsen.

Standortleiter Daniel Stange am Rangierbahnhof in Bebra.

Im Schnitt 50 Köpfe stark ist ein Ausbildungsjahrgang in der Eisenbahnerstadt derzeit. Rund 30 der Auszubildenden sind Quereinsteiger. Gerade für sie soll die Ausbildung attraktiver werden, da sie nicht zunächst wochenlang nach Frankfurt müssten, so Stange. „Sie lernen so ihre Arbeit direkt an ihrem künftigen Arbeitsplatz kennen“, sagt auch Carsten Bartnik, Fachlehrer für allgemeinen Eisenbahnbetrieb in der Biberstadt. Das sei ein entscheidender Vorteil gegenüber einer zentraleren Ausbildung in Frankfurt. Etwa die Hälfte davon findet in Bebra statt. Ausgebildet wird vorrangig für die Region. Die Berufsschule ist in Fulda.

Das Alter sei bei der Bahn kein Aussortierungsgrund, betont ein Sprecher von DB Cargo. „Für uns sind durchaus auch Leute über 50 interessant, die wir als Quereinsteiger ausbilden.“ Der Bedarf bei der Bahn sei gestiegen, viele Eisenbahner schieden altersbedingt aus. Auch von den rund 160 Beschäftigten der DB Cargo in Bebra sind ein gutes Drittel älter als 55 Jahre.

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