Sanierung kostet wohl mehr als 424.000 Euro

Auferstehungskirche in Bebra soll im Sommer ihre Spitze zurückbekommen

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Die fehlende Turmspitze der Auferstehungskirche in Bebra ist mittlerweile beinahe ein vertrauter Anblick. Im April sollen nun die Sanierungsarbeiten an dem für das Bebraer Stadtbild prägenden Kirchengebäude beginnen.

Seit gut dreieinhalb Jahren hat der Turm der Bebraer Auferstehungskirche keine Spitze mehr, mittlerweile ist es ein beinahe ein vertrauter Anblick. Das soll sich nun ändern.

Ende März werden die Aufträge zur Sanierung vergeben. Die ersten Arbeiten, so Pfarrer Alexander Ulrich, sollen im April beginnen.

Das Projekt begleitet Ulrich seit seinem Amtsantritt in Bebra. „Es ist schön, wenn es jetzt losgeht“, sagt der Pfarrer mit einer gewissen Erleichterung. Hungrige Käfer hatten den Holzdachstuhl zerfressen, die Spitze drohte beim nächsten Sturm vom Turm geweht zu werden. Seit September 2015 steht das Original daher im Kirchgarten und die Kugel auf dem Turm – die sogenannte welsche Haube – ist provisorisch mit einem Zinkdach bedeckt.

Die Ausschreibung sei sehr aufwendig gewesen, erklärt Alexander Ulrich, was auch an den vielen Beteiligten liege. Mitspracherecht hätten als Architekten das Bebraer Team Planquadrat, die Statik-Spezialisten Traber und Partner aus Geisa und der landeskirchliche Architekt sowie der Denkmalschutz. Zuletzt hatte ein Schadstoffgutachten für das Holz der Kuppel für die Erneuerung Grünes Licht gegeben.

Aus dem Kirchgarten auf den Turm: Seit 2015 dreht sich der Kupfer-Wetterhahn der Original-Spitze in Bodennähe. Das Projekt begleitet Pfarrer Alexander Ulrich seit seinem Antritt in Bebra.

Derzeit wird mit Sanierungskosten in Höhe von 424.000 Euro geplant. Die Zahl stammt aus dem dem Oktober 2017, die Kirchengemeinde geht aber davon aus, dass notfalls auch eine Steigerung finanziert werden kann. Den Großteil der Kosten trägt die Landeskirche. Die Kirchengemeinde ist mit 100.000 Euro beteiligt, die etwa mit der Spendenaktion „Senfkorn“ gesammelt wurden. „Mittlerweile sind wir mit den gesammelten Spenden näher an 121.000 Euro dran“, sagt Pfarrer Ulrich. Die überzähligen Spenden sollen in die weitere Instandhaltung der Kirche fließen. Am äußeren Erscheinungsbild des für Bebra prägenden Kirchturms soll sich wenig ändern, auch das verwendete Material – hauptsächlich Holz, Schiefer und Blech sowie die kupferne Spitze samt Hahn – soll bleiben.

Geplant ist allerdings, dass der Turm mit der Sanierung bis in die Kuppel begehbar wird. Nicht für Interessierte und Touristen, sondern für Handwerker, um erneute Schäden an der Holzkonstruktion verhindern zu können. Auch die Neigung der welschen Haube soll sich ändern. Derzeit ist die Kugel auf dem Kirchturm so waagerecht ausgerichtet, dass Regenwasser schlecht abfließen kann.

Wenn alles klappt, sollen die Hauptarbeiten Ende August abgeschlossen sein. Die offizielle Einweihung ist für den 22. September geplant, parallel zur Kirchenvorstandswahl. Ursprünglich hatte die Kirchengemeinde darauf gehofft, die Kirchturmspitze im Rahmen des Bebraer Stadtjubiläums einweihen zu können. „Wir feiern dann schon mal vor“, sagt Pfarrer Alexander Ulrich mit einem Augenzwinkern.

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