„Leolixl“ kommt aus der Nähe von Bebra

21-Jährige aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg wird mit Ukulele zum Internet-Star

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Ihr Markenzeichen: Die Ukulele begleitet Leonie seit Beginn ihrer Karriere. Bei unserem Gespräch war sie zu Besuch bei ihren Eltern in der Nähe von Bebra.

Das Internet wurde für eine 21-Jährige aus der Nähe von Bebra zum Sprungbrett. Als „Leolixl“ macht sie mit ihren Songs Karriere.

Was sich anhört wie eine Hollywood-Geschichte, ist für die 21-jährige Leonie Wirklichkeit geworden. Eines Tages war da diese E-Mail in ihrem Postfach. Sie kam von einem Produzententeam aus München, die sie kennenlernen wollten. „Ich dachte mir: Das kann doch nicht wahr sein, das ist doch nicht echt“, erinnert sich die junge Frau aus der Nähe von Bebra, die ihren Nachnamen und den genauen Wohnort nicht in der Zeitung lesen will.

2016 begann Leonie damit, auf der Musikplattform „Musical.ly“, auf der Nutzer bis zu 15-sekündige Sequenzen von sich hochladen können, Videos ins Internet zu stellen. Schnell wurde sie damit erfolgreich und ihre Videos wurden bis zu zwei Millionen Mal geklickt. Markenzeichen der damals 17-Jährigen: ihre Ukulele (so ähnlich wie eine Mini-Gitarre), ein Weihnachtsgeschenk ihrer Oma.

"Wir backen den Song, Sony ist die Bäckerei mit Ladentheke"

Die Musikplattform war Leonies Sprungbrett: Das Produzententeam „Achtabahn“ wurde dadurch auf sie aufmerksam. In München wurde ihr eine Zusammenarbeit angeboten, sie sagte zu. „Es war wie ein Traum. Ich habe Musik eigentlich immer nur im Stillen und für mich gemacht und auch beim Hochladen der Videos habe ich mir nichts gedacht.“

Im vergangenen Jahr veröffentlichte sie ihren ersten Song „Liebe lieber nicht“ – natürlich mit der Ukulele. Auf der Internetplattform Youtube wurde das dazugehörige Video schon über 70 000 mal angeklickt.

Ihre Produzenten, die vor allem auf Deutsch-Pop fokussiert sind und auch den Sänger Körner entdeckten, verhandelten in diesem Jahr mit dem Musikriesen Sony. „Ich konnte es gar nicht glauben“, sagt Leonie. Sie bekam einen Plattenvertrag – vorerst für drei Lieder. „Meine Produktionsfirma und ich sind sozusagen die Bäcker und backen den Song, und Sony ist die Bäckerei mit Ladentheke, die sich um den Vertrieb und die Promotion kümmert.“ 

Das Schreiben ist wie eine Therapie

Das zweite Lied heißt „Song für dich“ und wird im Juni erscheinen. „Die Lieder sind Geschichten von mir. Das Schreiben ist wie eine Therapiestunde für mich.“ Jedes von Leonies Stücken ist jemandem gewidmet. Der neuste Song geht an ihre ehemals beste Freundin. „Es ist zum Anhören, aber auch zum Hinhören gemacht“, sagt die 21-Jährige.

Auf ihren Social-Media-Kanälen ist sie unter dem Namen „Leolixl“ zu finden – ihr Spitzname. „Dass so was im echten Leben passiert, das hätte ich nie gedacht“, sagt die junge Frau über ihre Erfolgsgeschichte. Für den großen Traum, einer Karriere als Sängerin, gibt sie alles. „Das Ziel ist das Radio“, sagt Leonie.

Zur Person: 

Leonie wurde 1998 geboren. Sie besuchte die Schule in Obersuhl und machte am Beruflichen Gymnasium in Bebra ihr Abitur. Derzeit studiert sie an der Goethe-Universität in Frankfurt Erziehungswissenschaften. Neben dem Singen malt sie gerne und näht ihre eigenen Klamotten. „Ich bin ein kreativer Kopf“, sagt sie über sich. Auf der Plattform Musical.ly startete sie 2016 als eine der ersten in Deutschland mit Cover-Song-Videos, wenn auch nicht ohne Gegenwind – sie bekam viel Kritik von Mitschülern, ihre Videos seien peinlich, sie solle damit aufhören. Aber positive Kommentare überwiegen.

Von Alena Nennstiel

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