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Geldautomaten-Sprengung in Bebra noch nicht aufgeklärt

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Von: Sebastian Schaffner

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„Ab Juni bin ich wieder hier“: Ein Plakat am Tatort informiert darüber, dass die Sparkasse am Wiesenweg in Bebra wieder einen neuen Geldautomat aufstellen will.
„Ab Juni bin ich wieder hier“: Ein Plakat am Tatort informiert darüber, dass die Sparkasse am Wiesenweg in Bebra wieder einen neuen Geldautomat aufstellen will. © Kerim Eskalen

Vor drei Monaten sorgten die Täter für Schlagzeilen, als sie in Bebra einen Geldautomaten sprengten und sich eine wilde Verfolgungsfahrt lieferten. Die Polizei hält sich bedeckt.

Bebra – Sind sie nun erwischt worden oder nicht? Nachdem Unbekannte im Februar in Bebra einen Geldautomat in die Luft gejagt hatten und dann spektakulär vor der Polizei in die Niederlande geflohen sind, gibt es immer noch keine Neuigkeiten. „Die Ermittlungen dauern an“, teilt Georg Ungefuk, Sprecher der zuständigen Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Bei der Behörde laufen die Fäden der Ermittlungen zusammen. Die Täter der oft aufsehenerregenden Geldautomatensprengungen werden meist niederländisch-marrokanischen Banden und damit der organisierten Kriminalität zugerechnet. Aus ermittlungstaktischen Gründen könne er derzeit keine weiteren Auskünfte erteilen, so Ungefuk.

Hohen fünfstelligen Geldbetrag erbeutet

Am frühen Morgen des 2. Februar, also inzwischen vor einem Vierteljahr, hatten Unbekannte einen Sparkassen-Geldautomat samt Häuschen am südlichen Stadteingang von Bebra gesprengt. Sie erbeuteten laut Ermittlern „einen hohen fünfstelligen Geldbetrag“ und lieferten sich dann in einem schwarzen Audi RS 5 (450 PS) eine wilde Verfolgungsfahrt mit der Polizei. Sie rasten mit Tempo 250 über diverse Autobahnen, nutzten laut der Bielefelder Polizei „alle Fahrstreifen inklusive Standstreifen“ und setzten sich dann in die Niederlande ab. Die deutsche Polizei hatte das Fluchtfahrzeug zwar stets „im Blick“, griff aber nicht ein. Nach dem Grenzübertritt übernahmen die holländischen Beamten.

Was bereits feststeht: Das gesprengte Geldautomatenhäuschen am Wiesenweg soll ersetzt werden. „Die Kunden fragen schon danach“, berichtet Jens Hansen, Bereichsleiter für die Unternehmensentwicklung bei der Sparkasse Bad Hersfeld-Rotenburg. „Der Pavillon ist bestellt. Wir hoffen, dass er im Juni ankommt“, erklärt Hansen. Ein Plakat am Tatort weist Passanten darauf hin, dass es dort in Kürze wieder einen Geldautomat geben soll.

Neuer Automat soll sicherer sein

Der Pavillon mit Geldautomat und SB-Terminal, der etwa ähnlich groß sein wird wie das alte Modell, komme „in einem Stück“. Er sei allerdings moderner und „soll verhindern, dass Täter so einfach ans Geld kommen“, sagt Hansen. Viel mehr möchte er aus Sicherheitsgründen aber nicht verraten. (Von Sebastian Schaffner)

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