Pläne noch in Anfangsphase

Bahnsteig-Neubau in Lispenhausen erneut um ein Jahr verschoben

Zustand auf lange Sicht unverändert: Unser Archivbild ist zwei Jahre alt, das Dilemma, das es zeigt, noch viel älter: Ortsvorsteher Peter Müller (Mitte) hilft Eric Hofmann und Tochter Mia im Buggy beim Einsteigen. 

Lispenhausen. Auf einen neuen Bahnsteig in Fahrtrichtung Kassel müssen die Lispenhäuser weiter warten. Die Planungen stehen laut Bahn noch am Anfang. Baubeginn ist nicht vor 2021.

Der aktuelle Bahnsteig, der für gehbehinderte Menschen und Familien mit Kinderwagen eine Zumutung ist – vom Bahnsteig bis in die Cantus-Bahn muss ein Höhenunterschied von etwa 50 Zentimeter überwunden werden – soll außer Betrieb genommen werden. 

Dafür soll ein neuer barrierefreier Bahnsteig direkt gegenüber des Bahnsteigs in Fahrtrichtung Fulda gebaut werden. Diesen Bahnsteig soll man über einen geneigten Zuweg erreichen können, heißt es bei der DB-Pressestelle. Den Vorschlag zur Verlegung des Bahnsteigs hatte auch der Ortsbeirat 2016 gemacht.

Empörung beim Bürgermeister 

Mit dem neuen Datum 2021 verschiebt sich der Ausbau-Termin erneut. 2016 hatte der Regionalbevollmächtigte der Bahn, Klaus Vornhusen, dem Rotenburger Bürgermeister Christian Grunwald mitgeteilt, dass der Bau vor 2020 nicht in Angriff genommen werde. Damit reagierte Vornhusen auf eine Resolution der Stadtverordnetenversammlung, die einen schnellen barrierefreien Ausbau gefordert hatte. Damals hieß es auch, dass die Vorplanung Ende 2017 abgeschlossen sei. Das hat offenbar nicht geklappt.

Dass das Projekt jetzt wieder um ein Jahr nach hinten verschoben werden soll, empört auch den Bürgermeister. Zumal er diese Information erst durch unsere Zeitung bekommen hatte. Grunwald betrachtet es als Zumutung, dass die Bahn die vielen Pendler und gehbehinderten Menschen ab Lispenhausen im Regen stehen lässt und das Projekt seit vielen Jahren immer wieder verschiebt. Er will das Thema erneut in die Stadtverordnetenversammlung bringen. 

Situation am Bahnhof ist für viele schwierig

Mittlerweile gibt es die bizarre Situation, dass alte Menschen mit Rollatoren und Familien mit Kinderwagen zunächst mit dem Auto nach Rotenburg fahren, um dort unbehindert in den Cantus Richtung Kassel einsteigen zu können. Die Stadt Rotenburg selbst können sie nicht mit dem Cantus nur schwer erreichen. Dazu muss eine Rampe zwischen Bahnsteig und Zug ausgelegt werden.

Der Bahnsteig in Fahrtrichtung Fulda war bereits 2006 saniert worden. Seither wird von Bürgern und Kommunalpolitikern auch um den Neubau des Bahnsteigs in Richtung Kassel gekämpft.

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