Auktionator ist optimistisch

Bahnhofsgebäude in Bosserode soll in Berlin versteigert werden

Die Wohnungen in dem stark sanierungsbedürftigen Bahnhofsgebäude in Bosserode sind zum Teil noch vermietet. Links ist ein Stück des weiteren Grundstücks mit Garage zu sehen, das in Berlin ebenfalls zum Verkauf angeboten wird.
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Die Wohnungen in dem stark sanierungsbedürftigen Bahnhofsgebäude in Bosserode sind zum Teil noch vermietet. Links ist ein Stück des weiteren Grundstücks mit Garage zu sehen, das in Berlin ebenfalls zum Verkauf angeboten wird.

Bahnhofsgebäude in Bosserode soll in Berlin unter den Hammer kommen. Obwohl das Haus in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand ist, ist der Auktionator absolut optimistisch.

Bosserode – Man muss schon ein bisschen verrückt sein, oder mutig, oder eben ein cleverer Geschäftsmann, um sich einen Bahnhof wie Bosserode zu ersteigern. Der dreckige Putz an den Wänden bröckelt ab. Auch die Holzfenster und Holztüren scheinen aus einer anderen Zeit zu stammen.

Längst hat Moos die Herrschaft über die gemauerten Steine und Teile des Daches übernommen. Mit einem Wort: heruntergekommen – so wirkt das Bahnhofsgebäude. Nichts hat sich verändert, seit das ungewöhnliche Objekt vor viereinhalb Jahren schon einmal beim Auktionshaus Karhausen in Berlin unter den Hammer kam. Damals griff eine Immobiliengesellschaft aus Niedersachsen zu. Der Zahn der Zeit hat sogar noch weiter an der Substanz genagt.

Das Gebäude ist insgesamt in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand

Am Samstag, 11. Dezember, ab 12 Uhr soll das Bahnhofsgebäude mit angrenzendem kleinen Garten mit weiteren 46 Immobilien aus ganz Deutschland in Berlin nun erneut versteigert werden. Auch im Auktionskatalog wird nicht geflunkert. „Das Gebäude ist insgesamt in einem stark sanierungsbedürftigen Zustand“, ist dort zu lesen. Auch Feuchtigkeitsschäden innen werden aufgezählt. Und auch diesmal ist der Auktionator absolut optimistisch, dass das Bahnhofsgebäude einen neuen Eigentümer finden wird.

Zwischen 2010 und 2015 haben zahllose Bahnhofsgebäude den Besitzer gewechselt. „Mittlerweile ist das Angebot stark geschrumpft, die Nachfrage aber weiterhin groß“, erklärt Matthias Knake, Vorstand und Auktionator beim Auktionshaus Karhausen, auf Anfrage unserer Zeitung seinen ungetrübten Optimismus.

Mindestgebot für das Bahnhofsgebäude und Garten liegt bei 19 000 Euro

Das Mindestgebot in der Auktion für das Bahnhofsgebäude und den angrenzenden Garten liegt bei 19 000 Euro. Unabhängig davon wird ein zweites, gegenüberliegendes Grundstück bei der Auktion angeboten. Es ist etwa 880 Quadratmeter groß, mit einer Garage bebaut und teilweise verpachtet. Das Mindestgebot liegt hier bei 6500 Euro. Der Bahnhof und das Grundstück waren bereits vor Jahren von der Bahn privatisiert worden. Das Berliner Auktionshaus ist für die Versteigerung außergewöhnlicher Immobilien bundesweit bekannt.

„In den vergangenen Jahren haben wir etwa 800 Bahnhöfe, mehrere Schlösser und eine große Zahl Waldflächen erfolgreich vermarktet“, berichtet Knake. Im Dezember 2017 habe das Auktionshaus mit der Versteigerung des Dorfes „Alwine“ im Süden Brandenburgs weltweit große Aufmerksamkeit erhalten. » HINTERGRUND

Live-Übertragung

Nach der aktuellen Coronaverordnung für Berlin ist Saalpublikum bei der Auktion zugelassen, derzeit unter Beachtung der 2G-Regel (Geimpfte und Genesene). Sicherheitshalber sollten Interessenten aber vorher einen schriftlichen Bietungsauftrag, ein Online- oder Telefongebot einreichen. Infos und die Liveübertragung der Auktion bietet die Internetseite des Auktionshauses an.

karhausen-ag.de

(René Dupont)

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