„Haben noch viel Arbeit vor uns“

Bahn plant derzeit kleinteilig mögliche Verläufe für die Neubaustrecke Fulda-Gerstungen

Die Grafik zeigt eine vereinfachte Darstellung der Trassenkorridore im Landkreis. Oben links rot eingerahmt ist ein Beispiel für mehrere Varianten bei der Streckenführung von Reckerode (16) sowie Mühlbach (25) nach Gerterode (26).
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Die Grafik zeigt eine vereinfachte Darstellung der Trassenkorridore im Landkreis. Oben links rot eingerahmt ist ein Beispiel für mehrere Varianten bei der Streckenführung von Reckerode (16) sowie Mühlbach (25) nach Gerterode (26).

Beim Megaprojekt Fulda-Gerstungen ist die Bahn mit der kleinteiligsten Untersuchungsebene für die Planung der Neubaustrecke durch den Kreis beschäftigt.

Hersfeld-Rotenburg - Die Frage nach dem Fernverkehrsbahnhof in Hersfeld-Rotenburg bleibt weiter offen, im Gespräch sind Bad Hersfeld und ein „Bahnhof auf der grünen Wiese“. „Sobald wir Klarheit über mögliche Trassenvarianten haben, wird auch über den Fernverkehrshalt gesprochen“, sagt Projektleiter Jochen Stüting.

Derzeit läuft der Segmentvergleich. Entscheidend sind dabei Stellen, an denen sich vorstellbare Streckenvarianten durch den Landkreis verzweigen und auf Aus- und Einfädelungspunkte treffen – die „Gelenkpunkte“. Diese Punkte können durch verschiedene Streckenverläufe verknüpft werden, das jeweilige Ergebnis ist das sogenannte Segment. Gesucht werden beim Vergleich die idealen Verbindungen zwischen den Gelenkpunkten.

Berücksichtigt werden dabei Umweltaspekte wie geschützte Biotope, Raumwiderstände (etwa Vorranggebiete und Grundwasserschutz) sowie Kriterien zur wirtschaftlichen und technischen Bewertung des Segments. Darunter fallen Baukosten und Risiken wie Einflüsse aus dem Kali-Bergbau, aber auch, welche Variante zu einer kürzeren Fahrzeit führt. Dass die Bahn bereits beim Segmentvergleich auf Wirtschaftlichkeit schaue, hat laut Projektleiter Stüting zwei Gründe: zum einen der zu erwartende hohe Tunnelanteil auf allen denkbaren Strecken durch den Kreis. Zum anderen sei die einzuhaltende Fahrzeit „ein ambitioniertes Ziel“.

Eine Rangfolge haben die Kriterien laut Bahn nicht: Es setzt sich also nicht automatisch der wirtschaftlichste oder der umweltschonendste Abschnitt durch. Vielmehr sei zu erwarten, dass Strecken mit unterschiedlichen Schwerpunkten konkurrieren. „Wir haben noch viel Arbeit vor uns“, so der Projektleiter. Werden mehrere Segmente miteinander verknüpft, spricht die Bahn von einem Variantenabschnitt. Erst wenn die besten dieser Abschnitte zu einer Strecke durch den Untersuchungsraum kombiniert werden, sei eine ernsthafte Trassenvariante gefunden.

Das wird noch dauern: Im nächsten Beteiligungsforum, das voraussichtlich Ende des zweiten Quartals stattfinden soll, werde es höchstens einen Ausblick auf mögliche Streckenvarianten geben. (Clemens Herwig)

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