100 Einsatzkräfte hatten am Baggersee nach ihm gesucht

24-Jähriger aus Eritrea ertrinkt in Breitenbacher See

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Suchaktion an den Breitenbacher Seen: Feuerwehr und weitere Rettungskräfte suchen einen Mann aus Eritrea.

Breitenbach. An den Breitenbacher Seen hat sich am Dienstagnachmittag ein tragischer Badeunfall ereignet. Ein 24 Jahre alter Mann aus Eritrea ist beim Schwimmen ertrunken.

Die Rettungskräfte fanden seine Leiche nach drei Stunden unter Wasser.

Aktualisiert:
30. Juni 2015, 19.51 Uhr

Die Alarmierung ging kurz vor 16.30 Uhr bei der Polizei ein. Eine Gruppe von acht Asylbewerber aus Eritrea, die in Bebra wohnen, wollten sich bei sommerlicher Hitze am Baggersee abkühlen. Drei von ihnen sind vom Ufer zu einer weißen Boje im See geschwommen. Den Hinweg von etwa 50 Metern schaffte das Trio nach ersten Erkenntnissen der Polizei noch gemeinsam. Auf dem Rückweg hätten den 24-Jährigen dann die Kräfte verlassen, berichteten seine Begleiter der Polizei. Er tauchte unter und kam nicht mehr an die Oberfläche.

Taucher der Berufsfeuerwehr Kassel suchten den See ab. Unter Wasser sei die Sichtweite fast Null, berichteten die Taucher. Gegen 19.30 Uhr fanden sie dann den Ertrunkenen am Grund des Sees. An der Suche hatten sich zwischenzeitlich etwa 100 Einsatzkräfte mit mehreren Booten beteiligt. Dabei waren die Feuerwehren aus Bebra, Breitenbach, Rotenburg und Bad Hersfeld sowie die DLRG, das Rote Kreuz und das Technische Hilfswerk. Die Rettungshundestaffel Osthessen hatte bis 19 Uhr das weitläufige Ufergelände durchkämmt – ohne Erfolg. Damit die Hunde dabei ungestört waren, hatte die Polizei das Gelände von Schaulustigen geräumt, berichtete Polizeisprecher Manfred Knoch.

Um Familie und Freunde des 24-Jährigen kümmert sich die Notfallseelsorge, unter anderem der Bebraer Pfarrer Martin Schacht. Aus Bad Hersfeld wurde ein Dolmetscher hinzugezogen, da die Verständigung mit den Eritreern zunächst schwierig war.

Suchaktion: Mann nach Badeunfall in Breitenbacher Seen vermisst

Der Unfall in Breitenbach erinnert an einen ähnlichen Fall am 17. Juni bei Göttingen: Auch dort hatte es nach einem Badeunfall in einem Rosdorfer Baggersee eine große Suchaktion gegeben. Ein 19-Jähriger aus dem Sudan konnte ebenfalls nur noch tot geborgen werden.

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