Bürgermeister schlagen Alarm

Suedlink: Neue Pläne treffen den Landkreis

+
Der Trassenverlauf von Suedlink (hier Erdkabel) könnte nun doch auf weiten Strecken durch den Landkreis Hersfeld-rotenburg führen.

Hersfeld-Rotenburg. Wieder Wirbel um die geplante Suedlink-Trasse: Nach Informationen unserer Zeitung gibt es neue Pläne, die Erdkabelleitung durch den Landkreis Hersfeld-Rotenburg zu verlegen.

Ins Spiel gebracht hat die Alternativtrasse ein Planungsbüro, das von ebenfalls potenziell betroffenen Kommunen aus dem Raum Fulda beauftragt worden ist. Das hat Netzbetreiber Tennet auf Anfrage bestätigt.

Demnach hat das Planungsbüro einen Trassenvorschlag mit zwei wesentlichen Korridoren erarbeitet, die zwischen Waldkappel (Werra-Meißner-Kreis) und Bad Kissingen (Bayern) zahlreiche Kommunen im Landkreis Hersfeld-Rotenburg durchkreuzen (siehe Karte rechts). Betroffen wären: • Korridor 1: Cornberg, Alheim, Ludwigsau, Neuenstein, Kirchheim, Bad Hersfeld, Niederaula, Haunetal. • Korridor 2: Cornberg, Bebra, Ronshausen, Friedewald, Schenklengsfeld, Eiterfeld.

Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke (SPD) kündigte heftigen Widerstand an: „Diese Pläne verurteile ich aufs Schärfste“, sagte er. „Wir werden dafür kämpfen, dass diese Pläne nicht umgesetzt werden.“

Auch der Bürgermeister von Ludwigsau, Thomas Baumann (parteilos), reagierte mit Unverständnis: „Dass man ernsthaft darüber nachdenkt, die Trasse durch eine Region mit so viel geschlossenen Waldgebieten und sich querenden Leitungen zu verlegen, ist Unsinn.“

Walter Glänzer (CDU), Bürgermeister von Neuenstein, sagte: „Dass es jetzt schon wieder Pläne für eine neue Alternativtrasse gibt, überrascht mich.“ Er wolle aber erst einmal abwarten, was Tennet allen betroffenen Bürgermeistern in den nächsten Tagen schriftlich zukommen lässt.

Tennet muss die Pläne nun prüfen und will die Ergebnisse voraussichtlich noch in diesem Jahr an die Bundesnetzagentur weiterleiten. Die Suedlink-Trasse soll 2025 an den Start gehen.

Von Sebastian Schaffner

Quelle: HNA

Kommentare