Demonstranten vor dem Buchcafé

Grüne trommeln sich warm für das Landtagswahljahr

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Schwarz-grünes Kleeblatt aus dem Landtag: Lena Arnoldt (CDU), Sigrid Erfurth, Umweltministerin Priska Hinz und Kaya Kinkel (alle Grüne) beim Neujahrsempfang der Grünen in Buchcafé in Bad Hersfeld

Bad Hersfeld. Mit großen Trommelwirbel starteten die Grünen im Kreis Hersfeld-Rotenburg bei ihrem Neujahrsempfang. Von den 100 Demonstranten ließen sie sich nicht beirren. 

Trommeln können sie bei den Grünen. Mit afrikanischen Klängen der Gruppe „Malembe“ um Armin Wenk aus Ersrode brachten sich die Grünen bei ihrem Neujahrsempfang im Buchcafé trotz eisigen Winterwetters auf die richtige Betriebstemperatur, um kämpferisch in Landtagswahljahr zu starten.

Als Demo-Veteranen, die selbst an vielen Protestaktionen teilgenommen haben, nahmen sie es auch sportlich, dass vor dem Buchcafé rund 100 Demonstranten gegen die Straßengebühren und die Haltung der schwarz-grünen Landesregierung protestierten.

Drinnen indes feierten die Grünen, darunter Umweltministerin Priska Hinz, die Landtagsabgeordneten Kaya Kinkel und Sigrid Erfurth und die Sprecherin des Kreisverbands Martina Selzer die Erfolge grüner Politik in Hessen. Unter den rund 50 Gästen des Neujahrsempfangs waren auch die CDU-Landtagsabgeordente Lena Arnoldt als Koalitionspartnerin, sowie SPD-Politiker wie Landtagskollege Torsten Warnecke und Bürgermeister Ralf Orth aus Philippsthal und Bad Hersfelds Erster Stadtrat Gunter Grimm.

„Überschattet“ von der GroKo

„Überschattet“ wurde der Empfang von der Einigung von SPD und CDU auf einen Koalitionsvertrag, in dem „die Energiewende keine Rolle mehr spielt“, beklagte Selzer. Sie „schäme sich deshalb vor unseren Nachkommen.“

Kaya Kinkel, die vor dem Empfang mit den Demonstranten diskutiert hatte, räumte in ihrer Rede ein, dass die Grünen „noch keine abschließende Meinung zu dem Thema haben. „Die kommunale Selbstverwaltung ist ein wichtiges Gut, das wir nicht einfach aufgeben sollten“, sagte sie mit Blick auf die Forderung, dass Bund und Land die ungeliebten Kosten für den Straßenausbau tragen sollen.

Für den Erhalt kleiner Schulen, für das Gelingen der Fusion von Klinikum und HKZ und für weitere Frauenrechte wolle sich Kinkel auch weiterhin einsetzen. „Wir haben viel erreicht, aber noch nicht genug“, sagte sie.

Umweltminister Priska Hinz holte dann zu dem ganz großen politischen Rundumschlag aus, und kam von den Krisenherden der Welt, über die Populisten der AfD, denen alle „entschlossen entgegentreten müssten“ auch zum Thema K+S. „Wir haben es geschafft, dass Ende der Versenkung anzugehen“, sagte Hinz und lobte die Anstrengungen des Unternehmens etwa beim Bau der KKF-Anlage oder der geplanten Haldenabdeckung. „Das wäre ohne Grüne nicht gelungen“, sagte sie und machte deutlich, dass es ohne grüne Politik keine bessere Welt geben werde.

Mit spitzer Zuge und scharfem Blick spießte dann der frühere CDU- und jetzige Grüne-Kreistagsabgeordnete Thomas Gerlach in einer vorgezogenen Aschermittwochsrede die Politik in der Region und im Land auf – und alle bekamen ihr Fett weg. „Im Landtag hat unsere Region ja charmante Seiten, Lena und Kaya, das kann so bleiben“, schloss Gerlach seine Büttenrede und bekam für diesen Neujahrswunsch viel Applaus.

Quelle: HNA

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