Unterbringung mit Bildungsauftrag

Jugendherbergen in Hersfeld-Rotenburg bieten Gästen ein Zuhause

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An der Rezeption der Jugendherberge Rotenburg bekommen die Gäste Ausflugstipps, Reiseandenken, Süßigkeiten und Getränke: Leiterin Anja Dietrich ist es wichtig, dass sich die Urlauber und Schüler in ihrem Haus wohlfühlen.

Hersfeld-Rotenburg. Jugendherbergen sind nicht nur bei Schulklassen beliebt. Auch Familien, Radfahrer und Kurzurlauber nutzen die preiswerten Unterkünfte im Landkreis gern.

„Wir sind für alle da“, sagt Anja Dietrich, seit sieben Jahren Leiterin der Jugendherberge in Rotenburg. Das Haus feiert in diesem Jahr sein 60-jähriges Bestehen. Es verfügt über 127 Betten in 22 Zimmern. Die Gäste können zwischen Zwei- und Dreibettzimmern oder Sechs- und Achtbettzimmern wählen. Pro Zimmer gibt es ein eigenes Bad für die Bewohner. 

Im Gegensatz zum Hotel gibt es in den Zimmern jedoch keinen Fernseher – dieser steht im Gemeinschaftsraum. Ein weiterer Unterschied zum Urlaub im Hotel: Nach dem Frühstück müssen die Gäste laut Dietrich den Tisch selbst abwischen – nur so funktioniere die Gemeinschaft.

Die Jugendherberge in Bad Hersfeld liegt am Lutherweg und ist bei Pilgern beliebt: Leiter Sascha Forderung neben der Lutherstatue im Vorgarten.

Besonders Familien empfiehlt sie den Aufenthalt in Jugendherbergen: „Für sie ist es hier viel schöner als im Hotel. Es stört keinen, wenn die Kinder herumrennen, oder mal lauter sind.“ Um gerade dieser Gästegruppe den Urlaub so angenehm wie möglich zu gestalten, bekommen in der Rotenburger Herberge Eltern und Kinder die Betten bezogen. Diese Dienstleistung gehe über den üblichen Standard hinaus, erspare aber vor allem den Müttern nach der Anreise einigen Stress. 

Die sich von Montag bis Freitag in der Jugendherberge tummelnden Schüler müssen ihre Betten jedoch nach wie vor selbst beziehen. Diese gemeinsame Aktion gleich nach der Ankunft helfe, das Eis zu brechen. Kommen und gehen können die Gäste laut Dietrich, wie sie möchten – alle haben Schlüssel. „Ab 22 Uhr sollte jedoch Rücksicht aufeinander genommen werden.“

Auch die 40 Zwei-, Vier- oder Sechsbettzimmer der Jugendherberge in Bad Hersfeld sind alle mit einem eigenen Bad ausgestattet. In allen Zimmern stehen Etagenbetten – diese sind laut Leiter Sascha Forderung ein wesentliches Merkmal von Jugendherbergen. Fernseher oder Minibar suchen die Gäste in den Zimmern jedoch vergeblich. „Das Zimmer ist primär zum Schlafen da“, sagt Forderung. Beim Aufenthalt in der Jugendherberge gehe es darum, Gemeinschaft zu erleben, und das funktioniere am besten außerhalb des Zimmers.

Die Jugendherberge in Bad Hersfeld wird laut ihrem Leiter auch häufig von Pilgern aufgesucht. Das liege daran, dass sich das Haus direkt am Lutherweg, der von Worms nach Eisenach führt, befindet. Seit dem vergangenen Jahr steht, so Forderung, passend dazu auch eine Lutherfigur im Vorgarten des Hauses. Sie stand vorher während der Festspiele bei der Stiftsruine.

Beide Jugendherbergen des Landkreises sind Teil des gemeinnützigen Vereins Deutsches Jugendherbergswerk (DJH). Damit sind sie im Gegensatz zu Hotels oder Hostels nicht gewinnorientiert. Allerdings müssen Gäste, um in einer Jugendherberge übernachten zu können, eine Mitgliedschaft im Deutschen Jugendherbergswerk abschließen.

Hintergrund: Jugendherbergen in Deutschland

Jugendherbergen haben im Gegensatz zu den vor allem in Städten angesiedelten Hostels einen Bildungsauftrag. Schulklassen können sowohl in Rotenburg als auch in Bad Hersfeld zwischen einem Pauschalprogramm oder einem aus einzelnen Bausteinen zusammengefügten Programm wählen. 

„Die Lehrer nehmen unsere Vorschläge gerne an“, sagt Dietrich. Auch für Familien gibt es unterschiedliche Freizeitangebote. Die Jugendherberge in Rotenburg bietet Projekte rund um die Themen Natur, Umwelt, Kreativität und Teamwork an. Für Schulklassen organisiert sie Geocaching, Floßbau und eine Fahrt zum Monte Kali. Besonders gut bei den Schülern komme laut Leiterin Anja Dietrich die Nachtwächterführung durch Rotenburg an. 

Auch die Jugendherberge in Bad Hersfeld hat ihren Gästen einiges zu bieten. Gruppen können eine Stadtrallye buchen, eine Kanutour unternehmen oder einen Ausflug ins Museum „wortreich“ in Bad Hersfeld machen. Auch unterschiedliche Seminare zu Zivilcourage oder Technik für Frauen bietet die Unterkunft an. 

Quelle: HNA

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