Ein Feuerwerk mit Helen Schneider

Bad Hersfelder Festspiele enden mit glanzvoller Abschiedsgala

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Mit einem musikalischen Feuerwerk endeten die Bad Hersfelder Festspiele. 

Bad Hersfeld. Das war ein glanzvoller Abschluss einer glänzenden Spielzeit! Mit einem musikalischen Galaabend, der von einem Feuerwerk gekrönt wurde, sind am späten Mittwochabend die 67. Bad Hersfelder Festspiele zu Ende gegangen. Star des Abends war Publikums-Liebling Helen Schneider, die auf ihre unbeschreiblich charmante Art einen ganz persönlichen Schlusspunkt setzte.

Im ersten Teil des Abends präsentierte Helen Schneider, die in einem wallenden, weißen Gewand engelsgleich auf die Bühne schwebte, Songs aus ihrem sehr intimen Erinnerungs-Album „Collectiv Memory“. Darin kokettiert sie humorvoll mit dem Älterwerden, verarbeitet aber auch den Schmerz über den Verlust ihres Mannes George Nassar.

„Ich habe viel gewonnen, viel verloren, viel gelebt – vor allem auch in Bad Hersfeld“, sagte sie und verriet, dass sie zuweilen Geister spüren würde – vor allem in der Apsis der Ruine. „Wenn ich meinen George wiedersehen würde, dann wäre es hier“, sagte sie zur Einstimmung der gefühlvollen Ballade „I see you once again.“ Bei einigen Stücken würde Helen Schneider nicht nur von ihrem brillanten Gitarristen und Komponisten Jo Ambros, sondern auch von Alex Uhl (Kontrabass), Christina Meyers (Trompete), Shawn Grocott (Posaune) und dem Konzertmeister des Hersfelder Festspielorchester Takashi Bernhöft begleitet. Die letzten beiden Stücke wurden vom gesamten Orchester unter Leitung von Hersfeld-Preisträger Christoph Wohlleben umrahmt – eine ungewohnt konzertante Kulisse für die eigentlich eher ruhigen, jazzigen Songs.

Nach der Pause drehte das Festspiel-Orchester dann ordentlich auf und präsentierte eine musikalische Zeitreise durch die schönsten Musicals der Ruinen-Geschichte. Zum Auftakt sorgte Helen Schneider mit „Wein’ nicht um mich, Argentinien“ aus Evita für Gänsehaut-Momente in der fast völlig ausverkauften Stiftsruine.

Zusammen mit Gunther Emmerlich gab es eine Kostprobe von „Anatevka“, in der beide auch ihr schauspielerisches und komödiantisches Talent unter Beweis stellten. Gunther Emmerlich war es dann auch, der einem stolzen und sichtlich gerührter Robert Josef Bartel den Zuschauerpreis der Bad Hersfelder Festspiel samt Festspielring von Juwelier Laufer und einer goldenen Luther-Figur überreichte.

Nach einem musikalischen Stopp auf dem „Sunset Boulevard“, auf dem es ein Wiedersehen mit Musical Star Rasmus Borkowski gab und dem Lied „Mein Leben“ aus „Jeckyll & Hyde“, stimmgewaltig vorgetragen von Kristin Hoelk, fand der Abend seinen fulminanten Höhepunkt im „Cabaret“ – sicher das Paradestück von Helen Schneider. Beim Titelsong „Cabaret“ wurde sie vielstimmig unterstützt aus dem Publikum, denn an diesem Abend waren sich alle einig: Es bringt nichts, allein in seinem Zimmer zu sitzen, lieber gehen wir raus und hören die Musik!

Der erstmals unternommene Versuch, der Zuschauerpreisverleihung mit einer Abschlussgala der Bad Hersfelder Festspiele einen besonderen und würdigen Rahmen zu verleihen, ist gelungen. Lang anhaltender Applaus und stehende Ovationen waren der verdiente Dank an alle Akteure dieser Spielzeit.

Quelle: HNA

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