Andere Kommunen aus dem Kreis erhielten zu wenig Stimmen

Bad Hersfeld für 220 Monopoly-Dollar: Kreisstadt ist bei Hessen-Edition dabei

Das Foto zeigt das Kurhaus der Kreisstadt Bad Hersfeld mit strahlend blauem Himmel darüber.
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Symbolisiert Bad Hersfeld auf dem Spielbrett des Hessen-Monopoly: Das Kurhaus der Kreisstadt.

Die Kreisstadt Bad Hersfeld hat es in die Hessen-Edition des Spieleklassikers Monopoly geschafft. Sie nimmt passenderweise den Platz der Theaterstraße ein.

Bad Hersfeld – Monopoly-Kenner wissen: Wer die orangefarbenen und roten Straßen besitzt, hat statistisch gute Chancen, das Spiel zu gewinnen. In der neuen Hessen-Edition des Brettspiel-Klassikers, in der Städte die klassischen Straßen ersetzen, hat es auch ein Ort aus dem Landkreis auf das Feld einer roten Straße geschafft: Bad Hersfeld nimmt dort den Platz der Theaterstraße ein. Eine bewusste Anspielung auf die Festspiele oder purer Zufall?

„Nein, eine solche Anspielung war von uns nicht beabsichtigt. Sie ist aber offensichtlich sehr passend“, teilt Florian Freitag, Chef der für Monopoly-Varianten zuständigen Agentur Polar 1 (Zwickau), auf Nachfrage unserer Zeitung mit.

Dass Bad Hersfeld ausgerechnet ein rotes Feld bekommen hat, sei auf die Platzierung des vorangegangenen Online-Votings zurückzuführen. Dem Aufruf der Monopoly-Macher, hessische Orte zu nennen, die unbedingt auf dem Spielfeld berücksichtigt werden sollten, seien 16 000 Menschen gefolgt.

So sieht das Spielfeld aus: Bad Hersfeld nimmt den Platz der Theaterstraße ein.

„An der finalen Auswahl beteiligten sich dann mehr als 120 000 Menschen. Auf diese Weise kam Bad Hersfeld zu seinem Platz“, erklärt Florian Freitag. Die meisten Stimmen erhielt Frankfurt, das somit das Schlossallee-Feld übernimmt. Vorgeschlagen worden für die Hessen-Edition waren laut Freitag insgesamt 360 Orte aus Hessen, darunter auch fast alle Kommunen aus dem Landkreis: Alheim, Bebra, Breitenbach/H., Friedewald, Hauneck, Haunetal, Heringen, Hohenroda, Kirchheim, Ludwigsau, Nentershausen, Neuenstein, Niederaula, Philippsthal, Ronshausen, Rotenburg, Schenklengsfeld, Wildeck sowie der Monte Kali als Sehenswürdigkeit – sie erhielten allerdings nicht genug Stimmen.

Dass Bad Hersfeld auf dem Spielfeld vertreten ist, sorgt in der Kreisstadt indes für große Freude. „In Hessen gibt es 191 Städte und 231 selbstständige Gemeinden. Dass es Bad Hersfeld auf eines der 22 Städtefelder geschafft hat, freut uns sehr“, sagt Stadtsprecher Meik Ebert. Regional und überregional seien offenbar viele Menschen dem Aufruf auch der Stadt gefolgt und hätten für Bad Hersfeld gestimmt. „Und bei den Auswärtigen hat uns vielleicht der erfolgreiche Hessentag 2019 ins Bewusstsein gebracht“, vermutet er.

Dass die Stadt das Feld der Theaterstraße erhalten hat, also eine rote Straße, gefällt Ebert: „Der Durchschnittswurf mit zwei Würfeln liegt bei sieben Augen, alle Vielfachen davon werden besonders häufig getroffen. Bad Hersfeld ist das 21. Feld“, so der Stadtsprecher. Hinzu kommt, dass die orange- und rotfarbenen Straßenzüge hinter dem oft hochfrequentierten Gefängnis liegen, sie werden deshalb regelmäßig ausgewürfelt und sorgen meist für ordentliche Einnahmen. Der reguläre Preis, den ein Spieler bezahlen muss, wenn er Bad Hersfeld kaufen möchte, beträgt – analog zur klassischen Theaterstraße – 220 Monopoly-Dollar.

Bebildert ist das Bad Hersfelder Spielfeld übrigens mit einem Foto des Kurhauses. „Die Auswahl erfolgte teilweise in Absprache mit der Stadt Bad Hersfeld und nach Auswertung von Sehenswürdigkeiten der Stadt“, erklärt Freitag die Wahl des Motivs. (Sebastian Schaffner)

22 Städte und vier Sehenswürdigkeiten

Insgesamt sind 22 hessische Städte auf dem Monopoly-Spielfeld vertreten. In der Reihenfolge auf dem Spielbrett sind das: Herborn, Offenbach, Marburg, Bensheim, Hanau, Gelnhausen, Nidda, Seligenstadt, Bad Wildungen, Gernsheim, Kassel, Bad Hersfeld, Wetzlar, Rüsselsheim, Butzbach, Weilburg, Gießen, Fulda, Darmstadt, Raunheim, Wiesbaden und Frankfurt. Statt der klassischen Bahnhöfe gibt es in der Hessen-Edition vier Sehenswürdigkeiten: den Frankfurter Römer, den Edersee, die Grube Fortuna in Solms (Lahn-Dill-Kreis) und die Wasserkuppe. 

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