Ende einer Institution

Aus für traditionellen Weihnachtsmarkt im Haus des Gastes in Ronshausen

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Hängen ihre Weihnachtsmützen an den Nagel: Die Damen der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen aus Ronshausen. Unser oberes Foto zeigt – von links – Sabine Fritzsch, Christel Kapitz, Heike Fehrenbach, Sandra Tobi, Christel Brall, Petra Möller, Sigrid Sauer, Beate Moritz und Ulrike Bauer-Both.

Der Weihnachtsmarkt in Ronshausen war ein Publikumsmagnet. Das Team der Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen hat ihn 19 Jahre lang organisiert. Nun ist Schluss.

Er war 19 Jahre lang eine feste Institution im Jahresablauf, ein Publikumsmagnet nicht nur für die Ronshäuser, die ihn zahlreich besuchten: der Weihnachtsmarkt im Haus des Gastes, veranstaltet von den Ronshäuser SPD-Frauen. Doch nun ist Schluss.

Was die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) im Jahr 2000 erstmals auf die Beine stellte, war über die Jahre hin gewachsen – und mit ihm auch der Organisationsaufwand und die Fülle an Aufgaben, die es zu bewältigen galt. „Ohne die tatkräftige Unterstützung unserer Familien und von Freunden wäre das schon zuletzt nicht mehr möglich gewesen“, berichtet AsF-Sprecherin Petra Möller. Deshalb habe man demokratisch abgestimmt und beschlossen, den Markt ab diesem Jahr nicht mehr zu organisieren.

Die Entscheidung sei bereits im vergangenen Jahr gefallen. „Seitdem haben wir uns um eine Nachfolgelösung bemüht“, berichtet Möller. Doch keiner der angesprochenen Vereine habe die Aufgabe übernehmen wollen. „Wir waren mit mehreren im Gespräch“, berichtet das AsF-Team, das zurzeit aus elf Mitgliedern besteht. Bis in den Herbst hinein habe es noch Hoffnung gegeben, aber dann habe man ihnen leider definitiv abgesagt. „Wir hätten unsere Kontakte selbstverständlich zur Verfügung gestellt – aber auch das hat nichts genützt“, sagt Sigrid Sauer.

Immer etwas Neues bieten

Den Markt zu veranstalten, war zur Routine geworden. „Dabei hatten wir immer den Anspruch, auch etwas Neues bieten zu wollen – mit der Zeit fiel uns das zunehmend schwerer“, sagt Petra Möller. Auch die Besucherzahlen seien in den vergangenen zwei Jahren rückläufig gewesen, was auch an der Vielzahl anderer Weihnachtsmarkt-Angebote liege.

Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2009 und zeigt die Frauen am gut besuchten Waffelstand.

„Unser Weihnachtsmarkt war immer so organisiert, dass sämtlicher Überschuss, der damit erwirtschaftet worden ist, für Einrichtungen in der Gemeinde gespendet worden ist“, erklärt Christel Brall. Unterstützt wurden in den vergangenen Jahren beispielsweise die Kindertagesstätte Regenbogen, die Grundschule und deren Förderverein, die Gemeinde-Bücherei oder der Seniorenverein sowie die Gemeinde bei der Anschaffung eines mobilen Defibrillators. „Unser Dank gilt neben unseren Unterstützern und allen über die Jahre treuen Ausstellern auch der Gemeinde Ronshausen, die uns aus diesem Grund das Haus des Gastes für den Weihnachtsmarkt immer mietfrei überlassen hat“, sagt Petra Möller.

Arbeit an frischen Ideen

Etwas traurig ist man schon, dass nun Schluss ist – „aber nun ist es so, wie es ist“, sagt Möller. Seitens des AsF künftig keinen Weihnachtsmarkt mehr zu organisieren, sei dauerhaft entschieden. „Wir arbeiten stattdessen an frischen Ideen und wollen uns auch wieder mehr um die politische Arbeit kümmern“, sind sich die AsF-Damen einig. Zudem sei es auch wichtig, jüngere Mitglieder für ihr Team zu gewinnen. Die AsF-Ortsgruppe Ronshausen wurde am 31. Oktober 1991 gegründet und ist neben der Ortsgruppe Hohenroda-Mansbach die einzige im Landkreis, die noch aktiv ist.

Eine Alternative für Ronshäuser Weihnachtsmarkt-Fans könnte es im kommenden Jahr wieder geben. Der Kirchenvorstand organisiert rund um die Ronshäuser Kirche einen stimmungsvollen Markt. In diesem Jahr ist allerdings Pause. Ob er im nächsten Jahr wieder stattfindet, werde demnächst im Kirchenvorstand besprochen, erklärte Ronshausens Pfarrer Thomas Nickel auf Nachfrage.

Quelle: HNA

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