DNA-Gutachten des Airbags gefordert

Anwalt schürt  Zweifel an der Täterschaft des Todesfahrers von Rotenburg

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Todesfahrer von Rotenburg versucht die Verteidigung nach wie vor Zweifel zu schüren, dass er tatsächlich gefahren ist.

Es geht um einen  tödlichen Verkehrsunfall vom 3. Februar 2018, bei dem eine 49 Jahre alte Rotenburgerin starb und an dem das Auto des Angeklagten beteiligt war.

Ungeachtet der bereits erörterten Tatsache, dass bei dem 30-Jährigen aus Euskirchen nach dem Unfall auf dem Oberkörper die typischen Hämatome für einen Gurt auf der Fahrerseite dokumentiert wurden – und bei seinem Beifahrer die genau andersherum verlaufenden blauen Flecken – zielten die Fragen von Rechtsanwalt Prof. Dr. Ulrich Sommer auf die Nicht-Identifizierung seines Mandanten am Unfallort.

Wie die Beamten, die gegen halb sechs in der Straße „Am alten Feld“ eingetroffen waren, berichteten, hatte der Euskirchener seinen schwer verletzten und bewusstlosen Begleiter mehrfach bezichtigt, den Mercedes gefahren zu haben. Auch die Nachricht, dass bei dem Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Nissan dessen Fahrerin tödlich verletzt worden war, habe den 30-Jährigen nicht aus der Ruhe gebracht. Erst als ihn die Polizei auch als Beschuldigten vernahm und zur Blutentnahme im Rotenburger Kreiskrankenhaus bat, wurde er aggressiv, widersetzte sich und beleidigte die Beamten.

Anwalt Sommer zog nahezu jede Feststellung der Polizisten und des Kfz-Sachverständigen in Zweifel und fragte nach Alternativantworten, bis Richter Elmar Schnelle etwas genervt wissen wollte, ob sich der Verteidiger nun auch vorstellen könne, dass die Erde eine Scheibe sei. „Nein“, sagte Sommer. Richter Schnelle: „Wieso? Waren Sie schon mal am Ende?“

Dem Wortgeplänkel folgte dann allerdings der Beschluss des Gerichts, dass nun auch die sichergestellten Airbags des unfallverusachenden Autos auf DNA-Spuren untersucht werden, um den Fahrer sicher feststellen zu können. Der Prozess wird am Dienstag, 16. April, um 14.30 Uhr fortgesetzt.

VON KARL SCHÖNHOLTZ

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