Betreiber beklagen Verluste durch langen Lockdown

Ansturm auf Campingplätze im Kreis Hersfeld-Rotenburg

Zwei Frauen sitzen vor einem Vorzelt.
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Beim Werra-Camping kennengelernt: Die Dauercamper Petra Born (links) aus Ronneburg und Renate Trönner aus Heringen sind froh, dass sie sich jetzt wieder auf dem Campingplatz in Heringen treffen dürfen.

Die Campingplätze im Kreis sind aufgrund der sinkenden Inzidenz wieder für Touristen geöffnet – zwei Monate später als üblich.

Hersfeld-Rotenburg – Die Betreiber mussten für die Pfingst- und Osterfeiertage vielen Campern eine Absage erteilen.

„Die Pandemie hat wirtschaftlichen Schaden für die Campingplatzbetreiber verursacht“, sagt Reinhold Becker, Geschäftsführer des hessischen Landesverbandes für Campingwirtschaft. Die Nachfrage für Camping in Hessen sei aber hoch. Noch gebe es aber keine Betreiber, die ihren Campingplatz schließen mussten. „Sollte allerdings noch ein Lockdown kommen, wäre das eine Katastrophe.“

Das bestätigt auch Heinrich Hartung, Chef im Camp Seepark in Kirchheim. Er hat zurzeit viele Anfragen, obwohl die Gruppen und ausländischen Gäste – in Kirchheim sind das viele Skandinavier oder Holländer auf der Durchreise nach Süden – noch fehlten. Dafür kämen mehr Anfragen aus Hessen und ganz Deutschland. „Die Leute wollen einfach wieder raus“, sagt Hartung, der im Moment damit beschäftigt ist, den Campingplatz nach sieben Monaten Zwangspause wieder für die Gäste fit zu machen. „Viel, viel Arbeit“, sagt Hartung, zumal Handwerker oft ausgebucht sind.

Auch Ute Hollenbach-Köberich, Betreiberin des städtischen Campingplatzes in Rotenburg, spürt die Auswirkungen der Pandemie. Sie musste sich aufgrund der Schließung des Campingplatzes eine neue Arbeitsstelle suchen. Die vergangene Saison sei trotz der Pandemie aber gut gewesen. In Rotenburg startet der Betrieb am 15. Juni, man habe aber weniger Anmeldungen als im Vorjahr. Anfragen seien aber da. „Ich habe seit Januar nur E-Mails beantwortet und vielen absagen müssen“, sagt Ute Hollenbach-Köberich.

„Wir haben Anfragen ohne Ende“, sagt auch Jo Mennings, Betreiber des Werratal-Campings in Heringen. Da der Platz erst nach Pfingsten öffnete, musste auch Mennings vielen Campern absagen. Bereits im vergangenen Jahr habe er nicht die üblichen Einnahmen erzielt. Das könnte in diesem Jahr wegen der späten Öffnung wieder der Fall sein. Trotzdem sei der Campingplatz derzeit ausgelastet. „Wenn es so weitergeht, sind wir zufrieden“, sagt Jo Mennings.

Auf dem Campingplatz „Alte Mühle“ in Licherode sind nur sechs Plätze von 60 belegt. „Die Leute sind noch vorsichtig“, sagt Chefin Antonia van Wijkn.

Das gilt auf den Campingplätzen im Kreis

Die Campingplätze in Hessen dürfen wieder öffnen, wenn die Inzidenz an mindestens fünf Tagen hintereinander unter 100 liegt. Im Kreis Hersfeld-Rotenburg dürfen die Campingplätze höchstens zu 75 Prozent belegt sein. Zudem ist es notwendig, vor der Anreise einen negativen Corona-Test oder einen Nachweis über eine vollständige Impfung oder Genesung vorzulegen. Ein Corona-Schnelltest muss zweimal wöchentlich erfolgen. (Natascha Terjung, Kai A. Struthoff)

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