Als Agrarscout auf der Grünen Woche in Berlin

Lara Stransky ist Botschafterin fürs Landleben

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Moderne Maschinen in der Messehalle: Gemeinsam mit weiteren Agrarscouts aus ganz Deutschland brachte Lara Stransky (hinten, Dritte von links) den Besuchern der Grünen Woche die Landwirtschaft näher.

Den Großstädtern das Leben auf dem Land und die Landwirtschaft nahe bringen, das war die Aufgabe von Lara Stransky als Agrarscout auf der Grünen Woche in Berlin.

Als Agrarscout auf der Grünen Woche in Berlin war Lara Stransky gleich in zweifacher Hinsicht eine Exotin: Aus dem Blickwinkel des überwiegend städtischen Publikums, dem die 22-Jährige auf dem Erlebnisbauernhof die moderne Landwirtschaft näherbrachte – aber auch aus Sicht ihrer Mitstreiter.

Denn beim Agrarscout-Projekt des Forums Moderne Landwirtschaft (FML) suchen in der Regel Landwirte, Agrarstudenten oder Beschäftigte aus verwandten Branchen den Dialog mit Verbrauchern und berichten aus ihrem Berufsalltag.

Sucht den Dialog: Als Agrarscout beantwortete Lara Stransky auf der Grünen Woche in Berlin Fragen der Besucher.

Lara Stransky ist zwar im Alheimer Ortsteil Licherode und damit auf dem Land aufgewachsen – aber nicht in einer Bauernfamilie. Als Beraterin für Gewerbekunden bei der Sparkasse betreut sie auch einige Landwirte, überwiegend jedoch Geschäftsleute aus anderen Branchen. „Zur Landwirtschaft bin ich als ehemalige Pferdebesitzerin gekommen“, erklärt die Alheimerin ihr Interesse für dieses Themenfeld. Seit einigen Jahren engagiert sie sich bei der Landjugend Altkreis Rotenburg, gehört inzwischen zum Vorstandsteam.

Von der Teilnahme am Agrarscout-Projekt habe sie ein befreundeter Landwirt überzeugt – und damit „voll ins Schwarze getroffen“. Gemeinsam mit neun weiteren Teilnehmern aus ganz Deutschland sei sie am Vortag auf den Messe-Einsatz vorbereitet worden. „Obwohl wir uns vorher nicht kannten, waren wir eine tolle Truppe“, berichtet Lara Stransky. Dass sie unter den Agrarscouts die einzige Nicht-Landwirtin war, habe für die übrigen Teilnehmer keine Rolle gespielt. „Ich hatte vorher aber schon ein bisschen Angst, dass ich fachlich nicht genug drauf habe“, gesteht die Licheröderin. Diese Sorge sei jedoch unbegründet gewesen: „Es gab keine Frage, die ich nicht beantworten konnte“.

Vielen Menschen fehle inzwischen der Bezug zur Landwirtschaft und damit die Vorstellung davon, wie ihre Lebensmittel erzeugt werden, hat Lara Stransky festgestellt – nicht nur in einer Großstadt wie Berlin. An einem Infostand von Landwirten auf dem Bad Hersfelder Weihnachtsmarkt sei sie im vergangenen Dezember beispielsweise gefragt worden, ob Kakao von dunklen Kühen gegeben wird. „Ich fürchte, das war ernst gemeint“, so die Alheimerin schmunzelnd.

Auf der Grünen Woche hätten sich zahlreiche interessante Gespräche ergeben, die Reaktionen der Besucher seien überwiegend positiv gewesen. „Eine tolle Erfahrung“, resümiert Lara Stransky, die, künftig auch auf anderen Veranstaltungen den Menschen die Landwirtschaft erklären möchte.

Von Konzernen vor den Karren gespannt – wie Kritiker des Forums Moderne Landwirtschaft bemängeln – habe sie sich als Agrarscout nicht gefühlt: „Wir machen ja keine Werbung für einzelne Firmen oder Verbände“.

In einigen Gesprächen habe nicht einmal die Lebensmittel-Erzeugung im Mittelpunkt gestanden: „Als Bewohnerin eines 100-Seelen-Dorfes kommt man für Großstädter aus einer anderen Welt. Welche Wege wir zum Einkaufen zurücklegen müssen und dass teilweise nur ein Bus am Tag fährt, war für viele nicht vorstellbar“.

Als Agrarscout auf der Grünen Woche war Lara Stransky eben gleich in zweifacher Hinsicht eine Exotin – für die Bauern ebenso wie für die Berliner. (jce)

Hintergrund

Forum Moderne Landwirtschaft (FMLW)

Zum Forum Moderne Landwirtschaft (FML) haben sich Organisationen und Unternehmen aus der Agrarbranche im Jahr 2000 zusammengeschlossen, um über die Landwirtschaft und deren Produktionsmethoden zu informieren und zu deren positiver Wahrnehmung beizutragen. Zu den knapp 50 Mitgliedern gehören unter anderen der Landmaschinenhersteller Fendt, die Chemie-Konzerne Bayer, BASF und Monsanto, der Düngemittelhersteller K+S, Nord- und Südzucker, die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft und zahlreiche Branchenverbände aus den Bereichen Landwirtschaft, Tierzucht und Pflanzenbau. FML-Vorsitzender ist der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied. Zentrales Projekt ist der Erlebnisbauernhof auf der Grünen Woche mit echten Tieren, Ställen, Ackerflächen und modernen Maschinen. jce

forum-moderne-landwirtschaft.de

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