"Auf Geschäftsführer eingeprügelt"

Licherode: Alheims FDP-Vorsitzender kritisiert Landrat und macht Vorschlag

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Aribert Kirch, Vorsitzender der FDP Alheim.

"Das ist unterste Schublade." Aribert Kirch, FDP-Vorsitzender in Alheim, reagiert auf die scharfe Kritik des Landrats am Geschäftsführer des Umweltbildungszentrums Licherode.

Das Umweltbildungszentrum Licherode (UBZ) soll in den Wintermonaten und an Wochenenden Buchungen übernehmen, für die der Kreisjugendhof keine Kapazitäten hat: Das schlägt der Alheimer FDP-Vorsitzende Aribert Kirch vor, um dem finanziell angeschlagenen UBZ unter die Arme zu greifen. Außerdem kritisiert Kirch den Landrat Dr. Michael Koch in einer Pressemitteilung scharf.

„Es wird auf den Geschäftsführer eingeprügelt, dass es nur so kracht. Das ist unterste Schublade“, sagt Kirch, der auch Erster Beigeordneter von Alheim ist. Koch hatte gegenüber unserer Zeitung den UBZ-Geschäftsführer Ahmed al Samarraie der Lüge bezichtigt und ihm vorgeworfen, „Spielchen zu treiben“.

Kirch sagt, Al Samarraie habe lediglich auf die wiederkehrenden finanziellen Probleme des UBZ in den Wintermonaten hingewiesen. Dass das Wort Insolvenz gefallen sei, sei „sicherlich nicht zielführend. Wenn allerdings über Jahre keine schwarze Null mit dem UBZ erwirtschaftet werden kann, führt es ohne finanzielle Hilfe, von wo auch immer, unweigerlich zur Insolvenz.“ Wenn der Landkreis nicht helfen könne, müsse man andere Quellen finden, so Kirch.

Braucht finanzielle Unterstützung: Das Umweltbildungszentrum Licherode. Derzeit ist es geschlossen – die Wintermonate sind ein Grund für die Schieflage, weil keine Gäste kommen.

„Das UBZ braucht ein Darlehen in einer Größenordnung von 20.000 bis 30.000 Euro. Dann wäre man erst mal aus dem Gröbsten raus“, sagt Kirch. 10.000 Euro davon hätte die Gemeinde Alheim als Darlehen gewährt, wenn vom Kreis 15.000 Euro gekommen wären. Der Kreisausschuss lehnte es aber ab, Licherode Geld zur Verfügung zu stellen.

„Und jetzt muss ich mich mal aufregen“, sagt Kirch. Auf der einen Seite werde Al Samarraie kritisiert, „gleichzeitig hält der Landrat als Aufsichtsrat des Klinikums Hersfeld-Rotenburg an einem Geschäftsführer fest, der unseren ganzen Landkreis in eine finanzielle Schieflage bringt. Dabei geht es nicht um 30.000 Euro im Jahr, sondern um 500.000 Euro pro Monat“. Der Landkreis hatte 2018 beschlossen, dem Klinikum insgesamt sechs Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Das Geld kam aus der Schlüsselmasse des Kommunalen Finanzausgleichs des Landes.

Im Dezember berichtete Koch im Kreistag dennoch von einem erwarteten Minus von zwei Millionen Euro im Jahr 2018.

Im Falle des UBZ gelte es nun, sich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren, sagt Kirch.

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