Streit um finanziell angeschlagene Einrichtung

Landrat Koch zu Schullandheim Licherode: "Geschäftsführer hat gelogen"

+
Landrat Dr. Michael Koch

Landrat Dr. Michael Koch hat in einer Pressemitteilung den Geschäftsführer des Umweltbildungszentrums Licherode (UBZ) scharf kritisiert.

„Es ist unredlich, bei eigener Konzeptionslosigkeit auf den Landkreis zu zeigen und dauerhaft Kreismittel einzufordern.“

Geschäftsführer Ahmed al Samarraie hatte angesichts der finanziellen Schieflage seiner Einrichtung beim Kreis um Unterstützung gebeten.

In der Pressemitteilung heißt es: „Geschäftsführer Ahmed Al Samarraie hatte sich im Herbst 2018 mit der Bitte um finanzielle Unterstützung an den Landkreis gewandt und dabei das Szenario einer unmittelbar bevorstehenden Insolvenz gezeichnet.“ In dem gestrigen Artikel sei der Geschäftsführer dann hingegen damit zitiert worden, dass derzeit keine Insolvenz drohe. Vor allem die Behauptung der drohenden Insolvenz habe beim Landkreis seinerzeit zu der rechtlichen Beurteilung geführt, dass ein Darlehen nicht möglich sein würde.

„Ich verurteile diese Spielchen des Herrn Al Samarraie auf das Schärfste“, sagt Landrat Koch. Er habe die Kreisgremien und auch ihn persönlich mehrfach belogen und zudem versucht, ihn gegenüber dem Kultusministerium zu benutzen. „Es tut mir leid um das UBZ und alle, die sich dort seit vielen Jahren ehrenamtlich engagieren, aber mit einem Geschäftsführer, der mich ganz offensichtlich belügt, arbeite ich im Kuratorium des Trägervereins nicht weiter zusammen“, begründet Koch seine Entscheidung, seinen Sitz im Kuratorium mit sofortiger Wirkung aufzugeben.

Das Kuratorium berät den Trägerverein und besteht unter anderem aus mehreren Landes- und Bundespolitikern.

Falsch ist laut Koch zudem die Behauptung Al Samarraies, das Kultusministerium sehe „den Kreis in der Pflicht, Mittel zur Verfügung zu stellen“. Ministeriums-Sprecher Philipp Bender sagt dazu: „In dieser Schärfe wurde das nicht gesagt. Wenn überhaupt, gab es in einem internen Fachgespräch die Anregung, dass man sich um andere Geldgeber – zum Beispiel den Landkreis – bemühen müsse.“ Es sei nicht die offizielle Position des Ministeriums, dass der Kreis zahlen müsse.

Geschäftsführer Al Samarraie und die Vorsitzende des Trägervereins des Umweltbildungszentrums Licherode, Ellen Ehring, „widersprechen entschieden den erhobenen Vorwürfen“, teilte Al Samarraie am Freitagabend schriftlich mit. „Wir werden dazu zeitnah eine Stellungnahme abgeben.“ 

Kommentare