Platz am Dorfbrunnen

Nie wieder Splitter im Po: Junge Oberguder bauten Bänke

Hatten die Idee, die Bänke an ihrem allabendlichen Treffpunkt zu ersetzen: Hermann Häde (von links), Jasmin Klee, Simon Schäfer, Roman Messina, Clarissa Loll und Louis Taylor. Die Gruppe im Alter von 24 bis 38 Jahren trifft sich beinahe jeden Abend zu einem gemütlichen Schwatz am Oberguder Dorfbrunnen. Foto: Clemens Herwig

Obergude. Der Treffpunkt sollte schöner werden: Junge Männer aus dem Alheimer Ortsteil Obergude haben neue Bänke für den Platz am Dorfbrunnen geschreinert. 

Es war lange Zeit nicht so ganz unkompliziert, das allabendliche Treffen von Louis Taylor und seinen Freunden am Oberguder Dorfbrunnen: Wenn es sich die Truppe auf den alten, morschen Bänken bequem machte, mussten sie gut aufpassen, um nicht Splitter in den Hintern zu bekommen. Vor fünf Wochen reichte es ihnen, in Eigenregie fertigten sie neue Bänke an. Sie hoffen damit, ein Zeichen zu setzen, denn: „Der Dorfbrunnen ist eigentlich eine schöne Ecke“, sagt Taylor.

Die Idee kam ins Rollen, als der gelernte Schreiner Material von seinen eigenen Bänken übrig hatte: Per Hand nahmen sich Taylor, Hermann Häde, Simon Schäfer und Roman Messina die Birkenstämme vor. Es wurde gehobelt, geschliffen und anschließend die Sitzfläche behandelt sowie das Holz lackiert. Als Füße besorgten die vier Oberguder Fichtenholz aus Hädes Privatwald. Etwa 20 Stunden steckten die Männer in das Schreinern der neuen Bänke – nach Feierabend, am Wochenende. Es hat sich gelohnt: „Das alte Juwel hat jetzt wieder ein bisschen mehr Glanz“, sagt Louis Taylor über den Platz am Dorfbrunnen.

Noch haben die beiden Holzbänke keine Rückenlehne. „Die kommen noch“, so die Gruppe. Genau wie der Diebstahlschutz – nach der ganzen Arbeit wollen die Oberguder nicht, dass sich jemand die immerhin mehr als 100 Kilogramm schweren Bänke unter den Arm klemmt und davonmarschiert. Dafür müssten die Sitzgelegenheiten im Boden verankert werden. Weil die bisherige Absprache mit der Gemeinde gut funktioniert hat, sind die Oberguder aber zuversichtlich.

Eine Rückmeldung zu den neuen Bänken gab es bisher noch nicht: „Die stehen aber auch erst ein paar Tage da“, sagt Louis Taylor. Noch hofft die Gruppe daher darauf, dass ihr Einsatz gut ankommt und es nicht nur bei Bänken bleibt. Was es noch zu tun gibt? Der Absteller vom Brunnen sei beispielsweise kaputt – und damit gibt es ausgerechnet am Dorfbrunnen kein Wasser. „Wir gehen dem natürlich nach“, sagt Gemeindebüroleiter Bernd Böhle zum Brunnen-Problem, „unser Bauamt wird sich das anschauen.“

In Obergude ist bereits der nächste Plan gereift: Zur Weihnachtszeit soll eine selbst gebaute Krippe an den Brunnen gestellt werden. Wenn Louis Taylor und seine Freunde so weitermachen, muss als Nächstes der Bereich um den Dorfbrunnen erweitert werden – so viel Platz ist auf dem schmalen Streifen an der Hauptstraße nicht.

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